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Kloster Lehnin Grebser Verein im Dreiseitenhof geht ins Jubiläumsjahr
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Grebser Verein im Dreiseitenhof geht ins Jubiläumsjahr
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08:09 27.11.2019
Ein Ausstellungsstück im Museum des Dreiseitenhofes: Mit diesem Gerät wurden früher Dosen verschlossen. Weggeworfen wurden die Büchsen fast nie, sondern meist wiederverwendet. Quelle: Marion von Imhoff
Grebs

Der Grebser Dreiseitenhof mit seinem Museum ist ein Kleinod. Zu verdanken ist dieser kulturelle Ort dem Dorf- und Heimatverein Grebs. Gegründet wurde der Verein im Jahr 2000. Damit feiert er nun in wenigen Monaten sein 20-jähriges Bestehen. Die 56 Mitglieder sind nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Horst Bleicke meist über 70 Jahre alt. Der 71-Jährige sagt offen: „Wir müssen junge Menschen für den Verein finden, um das Angebot auch über Jahre weiterhin aufrechterhalten zu können.“

Horst Bleicke vom Dorf- und Heimatverein Grebs führt durch die Ausstellung über das bäuerliche und handwerkliche Leben von einst. Im nächsten Jahr feiert der Verein sein 20. jähriges Bestehen.

2002 wurde das Museum eröffnet im zuvor aufwendig sanierten Dreiseitenhof. Rund 1500 Besucher im Jahr besichtigen den Hof. Die publikumsstärksten Veranstaltungen sind immer das Oldtimertreffen mit 150 Fahrzeugen und das Hoffest. „Das sind die Events, die die Besucher locken“, sagt Bleicke. Doch auch Veranstaltungen für Kinder, wie am 26. Oktober, füllen das historische Gebäude. Weit über die Grebser Grenzen hinaus beliebt ist auch der traditionelle Adventsmarkt, der wieder am 8. Dezember mit Ständen und weihnachtlichen Köstlichkeiten lockt.

Gasthaus mit Landwirtschaft

So alt, wie man denken könnte, ist der Hof gar nicht. Erbaut wurde er 1865 als Gasthaus mit Landwirtschaft. Regelmäßig kommen in den schön hergerichteten Schankraum Busgesellschaften und lassen sich bewirten. 30 bis 40 Leute tummeln sich dann im Dreiseitenhof.

Der Dreiseitenhof in Grebs mit dem Vereinsvorsitzenden Horst Bleicke. Quelle: Marion von Imhoff

Im Oktober ging die diesjährige Museumssaison zu Ende, die wie stets im April begonnen hatte. Jeden Samstag öffnen Vereinsmitglieder die Ausstellung.

Ein Besuch der Ausstellung, die seit 18 Jahren fast unverändert ist, lohnt immer. „Wir kriegen ab und zu neue Exponate angeboten, aber der Platz reicht nicht, um sie zu lagern“, so Bleicke. Im Obergeschoss zeigt der Verein Gerätschaften aus dem 19. Jahrhundert von der früheren Holzpantinenwerkstatt in Grebs. „Die letzten Pantinen wurden 1973 im Dorf hergestellt“, berichtet Horst Bleicke. „Dann war Schluss.“

Neue Glocke für Grebser Kirche

Auf einer Fotowand ist dokumentiert, wie im Oktober 2009 die zweite Grebser Kirchenglocke in Lauchhammer neu gegossen wurde und im Turm der Dorfkirche wieder ihren Platz bekommen hat. Die Ursprüngliche war im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen worden wie so viele Glocken in Deutschland, um daraus Munition zu gießen.

Daten und Fakten zum Dreiseitenhof

Horst Bleicke ist Vereinsmitbegründer. Geboren wurde er vor 71 Jahren in Grebs. Von 1974 bis 1992 war der Agrar-Ingenieur bei der heutigen Netzener Agrar GmbH und damaligen Agrargenossenschaft tätig, zuletzt als Vorstandsvorsitzender.

Der Dreiseitenhof ist am Dorfanger 12 im Kloster Lehniner Ortsteil Grebs zu finden. Geöffnet ist er April bis Oktober samstags von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. Weitere Infos unter www.grebserdreiseitenhof.de

Am 8. Dezember lädt der Grebser Ortsbeirat zum Adventsmarkt im Dreiseitenhof ein von 14 bis 20 Uhr. Am 8. Februar gibt es ab 10 Uhr den Winterbrunch.

Für 2020 hat der Dorf- und Heimatvereins bereits 20 Veranstaltungen geplant. Dazu zählen auch Verkehrsschulungen mit der Straßenverkehrswacht Potsdam.

Im nächsten Zimmer hängen historische Fahrräder von der Decke, daneben ist ein weiterer Veranstaltungsraum. Die Treppe hinunter geht es in die früheren Stallungen, in denen jeder Raum einem Thema gewidmet ist. Ein Schild „Alles um die Knolle“ prangt dort, wo Gerätschaften zur Kartoffelernte stehen. Historisches zum Schlachten ist im einstigen Pferdestall zu bestaunen und nebenan geht es um Buttern und Lebensmittelverarbeitung. Auf einem Tisch stehen alte Dosen: „Heute schmeißt man die Dosen in den Gelben Sack, früher hat man die Büchsen wieder aufgearbeitet und wieder gefüllt.“

Eintauchen ins Dorfleben

In ein paar Schritten kann der Besucher tief eintauchen in das dörfliche Leben und die bäuerliche Arbeitswelt von einst und das in einer authentischen Umgebung. Doch nicht jedes Detail ist alt. Neue Stahlträger stützen das Tonnengewölbe in den früheren Stallungen.

Im Hof steht der Backofen, der in der Nacht zum 7. März in Flammen aufgegangen war. Der Schaden liegt bei einigen Tausend Euro. Schornstein und Dach des Backofens sind mittlerweile erneuert. Der Brand hätte wesentlich schlimmer enden können, das Feuer griffen nicht über. „Warum es ausbrach, wissen wir bis heute nicht“, sagt Horst Bleicke. „Wir haben den Schornstein nun anders gebaut, sodass es jetzt sicherer ist.“

Von Marion von Imhoff

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