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Kloster Lehnin Dexter-Rinder sind laufende Meter
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Dexter-Rinder sind laufende Meter
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14:33 03.05.2019
Die Dexter-Rinder von Guido Lindemann stehen ganzjährig unter freiem Himmel. Für das Foto lockt der gelernte Dachdecker die Tiere mit einem Futtereimer an. Quelle: Marion von Imhoff
Krahne

 Guido Lindemanns Rinder weiden in Italien, Polen und Holland. Aber vor allem auf 20 Hektar Weideland in Krahne. Dort züchtet der 42-Jährige die Rinder der Rasse Dexter. Wird das Schwarzbunte Holstein-Rind bis zu 1,60 Meter hoch im Widerrist, sind die Dexter-Rinder laufende Meter. Doch trotz dieser deutlich geringeren Höhe bringen sie es auch schon auf 400 bis 600 Kilogramm. Guido Lindemann hat das schon zu spüren bekommen auf üble Weise. Ein Bulle drückte ihn vor gut sieben Jahren gegen eine Wand und verletzte ihn schwer.

Klein und mit Lockenpracht

„Das hat ihn fast das Leben gekostet“, sagt sein Vater Jörg. Der Bulle brach Guido Lindemann den zweiten Halswirbel. „Jedes Rind ist gefährlich“, sagt Jörg Lindemann, der Senior. „Der Bulle hatte keine Hörner, aber das spielte keine Rolle, die haben so viel Kraft und so viel Wucht.“

Guido Lindemann sagt im Rückblick: „Der war aber nicht aggressiv, sonst hätte er mich plattgemacht.“ Auch ein verspielter Bulle kann kreuzgefährlich werden. Vier Monate lang trug der gebürtige Brandenburger ein Gestell, das mit vier Schrauben an seinem Schädel befestigt war. Ein Halofixateur. Glücklicherweise verheilte die schwere Verletzung gut.

Das Dexter-Rind

Dexter-Rinder werden in Deutschland vor allem für Mutterkuhhaltung genommen. In Krahne bekommt jede Kuh jedes Jahr jeweils ein Kälbchen.

Dexter-Rinder eigenen sich auch für feuchte Wiesen. „Sie machen keine großen Trittschäden“, sagt Guido Lindemann. Auch die gemeinsame Weidehaltung mit Pferden sei möglich.

Die Lindemann-Rinder besitzen einen Zuchtstammbaum, auch Herdbuch genannt. Damit verfügen die Tiere über eine beglaubigte Abstammung. „Unsere Rinder haben deutsche und englische Herdbuch-Papiere“, sagt Guido Lindemann.

Trotz dieses Schreckensereignisses und obwohl sein Vater sagte: „Mensch, hör’ bloß auf mit den Rindern!“, blieb der gelernte Dachdecker seinem Hobby treu.

Angefangen hat Guido Lindemann damit 2001. Er hatte in der mittlerweile eingestellten Zeitschrift Geflügel-Börse über Dexter-Rinder gelesen, ist nach Sulingen in Niedersachsen gefahren und hat eine Kuh, ein Kalb und eine Färse gekauft. Daraus ist eine Herde von zwischenzeitlich bis zu 50 Tieren entstanden. Auch aus England holte sich Guido Lindemann einige Rinder. Zehn Kälber sind dieses Jahr geboren.

Bald wieder zur Brala

Was Familie Lindemann mit den Dexter-Rindern macht? „Schlachten und vermarkten und Lebendverkauf“, sagt Vater Lindemann. Seit 2002 stellt Guido Lindemann zudem jährlich auf der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung Brala in Paaren-Glien aus. Auch jetzt wieder vom 9. bis 12. Mai. Regelmäßig sahnen die Dexter-Rinder aus Krahne dabei Preise ab. „Für Schönheit, Aussehen, wie die Kuh geschaffen ist, muskulös.“ Auch zur Mela in Mecklenburg kutschiert Guido Lindemann seine Dexter, dieses Jahr bereits zum vierten Mal. Sie halten ihn auf Trab, seine Rinder.

Die Lindemanns in Krahne, sie waren mal eine Bäckersfamilie. Doch der letzte gelernte Bäcker war Jörg Lindemann. Er hörte schon zu DDR-Zeiten auf, „als meine Mutter in Rente ging“. Der frühere Bäckerladen ist nun ein Einfamilienhaus, auf dem Hof stehen Kaltblüter und ab und an Rinder in den Boxen. Früher betrieben die Lindemanns neben der Bäckerei noch einen Kolonialwarenladen und nebenbei immer auch eine kleine Landwirtschaft. Letztlich ist sie es, die geblieben ist.

Angestellt bei Fliedners

Guido Lindemann selbst arbeitet in der Behindertenwerkstatt von Fliedner in Schmerzke als Gruppenmitarbeiter. Zwei Herden Mutterkühe hält er, dazu „eine Männerbrigade“, die sollten unter sich bleiben.

Die Bullen zeigen Stirnlocken und einige der Tiere tragen mächtige Hörner. Zu fressen bekommen die Lindemann-Rinder Heu im Winter und Gras im Sommer und ab und an Mineralien. Für das Foto lockte der Züchter seine Tiere dann doch mit einem Futtereimer an. Da kommen sie gerannt, die Dexter-Rinder.

Von Marion von Imhoff

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