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Kloster Lehnin Kirche in Netzen kam unter die Haube
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Kirche in Netzen kam unter die Haube
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18:00 05.05.2019
Fachmann Uwe Krell überprüft mit einem Messgerät den Gasgehalt in der Netzener Kirche.
Fachmann Uwe Krell überprüft mit einem Messgerät den Gasgehalt in der Netzener Kirche. Quelle: Christine Lummert
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Netzen

Gut eine Woche lang war die gesamte Dachfläche der Netzener Kirche mit einer gasdichten Plane bedeckt. Darunter rückte die Spezialfirma Groli aus Dresden dem Holzwurm zu Leibe. „Mindestens drei Tage muss das Gas Sulfuryldiflourid einwirken, um den Holzwurmbefall zu bekämpfen“, sagte Begasungsleiter Uwe Krell, der immer wieder mit verschiedenen Messgeräten den korrekten Ablauf kontrollierte.

Viele Kirchen bekommen für diese Maßnahme eine Kompletteinkleidung mit gasdichter Folie. In Netzen reichte eine Abdichtung nach oben. „Wir schauen uns jeweils die Kirchen an und hier sind die Mauern so dick und noch relativ neu verputzt, dass nur Dach, Fenster und Türen abgedeckt werden mussten“, so Krell.

Ein Schild an der Kirchentür warnt vor der Gefahr. Quelle: Christine Lummert

Pfarrer Anselm Babin wohnt gleich im Pfarrhaus nebenan und hatte die Arbeiten im Auge. Erfahrungen mit der Holzwurmbekämpfung gibt es bereits in dem kleinen Pfarrsprengel. „Die Kirche in Netzen ist jetzt die Vierte, die wir behandeln lassen“, sagte Babin. Die Gotteshäuser in Prützke, Grebs und Nahmitz haben die Prozedur in den letzten Jahren schon hinter sich gebracht. Für den Haushalt des Pfarrsprengels ist das immer eine große Investition. Die aktuelle Maßnahme in Netzen kostet immerhin etwa 15.000 Euro.

„Es war jetzt aber dringend nötig, denn wir haben regelmäßig das Sägemehl der Holzwürmer gefunden“, sagte Babin. Auch in den Orgelprospekt hatten sich die Schädlinge schon vorgefressen. Mit Hausmitteln wie Knoblauch oder Zwiebeln lässt sich in einer Kirche nichts bewegen. Die Spezialfirma aus Dresden war gefragt.

Unter einer Plastikhaube auf dem Dach wird der Holzwurm mit Gas bekämpft. Quelle: Christine Lummert

„Während der Begasung darf niemand die Kirche betreten und wenn die Behandlung abgeschlossen ist, gehen wir auch zuerst nur mit Gasmasken hinein, um die Fenster zur Belüftung zu öffnen“, erklärte Krell. Zusätzlich werden dann Ventilatoren aufgestellt und nach einigen Stunden ist das Gas vollständig entwichen. „An der Luft zersetzt es sich sofort und es bleiben auch keine Rückstände haften“, versicherte Krell. Beim nächsten Gottesdienst können alle wieder beruhigt Platz nehmen.

Von Christine Lummert