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Kloster Lehnin 64 Auszubildende in 27 Jahren
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin 64 Auszubildende in 27 Jahren
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15:39 09.08.2019
Auszeichnung für das Hotel-Restaurant Markgraf in Lehnin als Top-Ausbildungsbetrieb: (v. l.) IHK-Präsident Peter Heydenbluth, Ramona Schröder, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Potsdam, Elisabeth Meyer, Wolfgang Spieß, Geschäftsführer Bildung, Jörg Meyer, Vize-Landrat Christian Stein, Lehrling Kevin Kliezek, Tilo Schneider, Leiter des IHK-Regionalcenters Potsdam-Mittelmark und Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner. Quelle: Marion von Imhoff
Lehnin

Mit zwölf Zimmern hat das Ehepaar Elisabeth und Jörg Meyer in Lehnin ihr Hotel Markgraf 1992 eröffnet. Heute, 27 Jahre später, ist ihr Hotel mit 56 Zimmern ein Leuchtturm der Gastronomie- und Beherbergungsbranche in der Region. Es ist eine Erfolgsgeschichte. „Die Auslastung liegt bei 70 bis 75 Prozent“, sagt Jörg Meyer und zeigt sich zufrieden mit den Buchungszahlen.

24 Mitarbeiter beschäftigt das Ehepaar. Davon sind vier Männer und Frauen Auszubildende angehende Köche und Restaurant- und Hotelfachkräfte. Unter ihnen ist auch ein junger Mann aus Afghanistan. Im Laufe der fast drei Jahrzehnte haben 64 junge Menschen eine Ausbildung im Hotel Markgraf durchlaufen. Nun hat die Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) das Hotel Markgraf als Top-Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet.

Das Hotel Markgraf in Lehnin eröffnete 1992. Quelle: privat

Elisabeth Meyer stammt aus der Steiermark. Das österreichische Flair ist dem Hotel anzumerken. Es war ein Wagnis damals, der Anfang schwierig, berichtet das Ehepaar. „1990 haben wir die Fühler ausgestreckt“, ein Jahr später wurden die Meyers in Lehnin fündig nach einer Immobilie für Ihr Hotel. Ein Jahr sanierten sie und kamen die ersten Gäste. Aus zwölf Zimmer wurden fünf Jahre später 24. Es entstanden Seminar- und Multifunktionsräume, groß genug für die Versorgung anreisender Busgäste. 2000 investierte das Hoteliersehepaar in eine Saunalandschaft. 2013 folgte die Erweiterung auf 56 Zimmer.

Drei offene Stellen

Die typischen Probleme der Branche gehen auch am Hotel Markgraf nicht spurlos vorbei. Zwei Stellen im Restaurantbereich sind derzeit nicht besetzt. Auch an der Rezeption sucht das Hotel Verstärkung. „Da sind natürlich besondere Fähigkeiten gefragt. Heutzutage muss man auch auf Englisch ein Zimmer verkaufen können und sich mit EDV auskennen. An der Rezeption hat man den ersten Kontakt zu den Gästen.“

Elisabeth und Jörg Meyer im Restaurant ihres Hotels Markgraf in Lehnin. Quelle: Marion von Imhoff

Elisabeth und Jörg Meyer sind beide 55 Jahre alt. Sie hoffen, dass ihre Tochter Anika Meyer das Hotel in einigen Jahren übernehmen wird. Derzeit studiert die junge Frau Tourismuskauffrau.

Jörg Meyer prüfte Köche

Jörg Meyer war 15 Jahre lang Mitglied der Prüfungskommission der IHK Potsdam für angehende Köche. Zudem leitete er mehrere Jahre den Tourismusverein Kloster Lehnin.

Kevin Kliezek ist Azubi im zweiten Lehrjahr im Hotel Markgraf. Der 32-Jährige lernt den Beruf des Kochs. Er hat Jahre bei der Bundeswehr verbracht, davor hatte er eine Ausbildung als Beikoch aus gesundheitlichen Gründen abbrechen müssen. Er jobbte als Barkeeper in Berlin und fing als Praktikant im Hotel Markgraf an. Schon am ersten Tag bot Jörg Meyer dem jungen Mann einen Ausbildungsplatz an.

Lange Pause am Nachmittag

„Es macht Spaß“, sagt Kevin Kliezek. „Das Zubereiten von Speisen, das Dekorieren, Anrichten und letztendlich das glückliche Lächeln von Gästen, die damit sehr zufrieden sind.“ Von der Bezahlung als Koch könne man definitiv gut leben, sagt der gebürtige Brandenburger. „Die Arbeitszeiten hier sind angenehm mit drei Schichtsystemen. Man hat zwischendurch viel Zeit. Im Teildienst arbeite ich von 10 bis 14.30 Uhr und von 18 bis 22 Uhr. Dazwischen habe ich Freizeit.“

Kevin Kliezek erlernt im zweiten Ausbildungsjahr den Beruf des Kochs im Hotel Markgraf. Quelle: Marion von Imhoff

IHK-Präsident Peter Heydenbluth zollte den Meyers für ihre jahrzehntelange Leistung „Respekt und Anerkennung“. Potsdam-Mittelmarks Vize-Landrat Christian Stein betonte, das Hotel Markgraf sei wichtig in der Gastronomie- und Hotellandschaft der Region. Kloster Lehnin erfreue sich einer wachsenden touristischen Bedeutung. Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner hob die Bedeutung des Hotels für Lehnin „zum Wohle der Gemeinde“ hervor. „Hotelwesen ist wichtig für die Kommune. Wer als Gast zufrieden ist, der kommt auch wieder nach Kloster Lehnin.“ Er überreichte den Meyers das Wappen Kloster Lehnins.

Keine Sieben-Tage-Woche

Die Chefin der Potsdamer Agentur für Arbeit, Ramona Schröder, verwies auf die Probleme der Branche, genügend Fachkräfte zu finden. „Seit drei, vier Jahren beobachten wir, dass sich immer weniger Jugendliche für Berufe in der Dienstleistungsbranche interessieren.“ Gegensteuern könnten Hoteliers und Gastronomen mit attraktiveren, flexibleren Arbeitszeitmodellen und Verbesserung des Images.

An der Bezahlung liege es nicht: „Man muss nicht sieben Tage hintereinander durcharbeiten, wer am Wochenende arbeitet, hat dafür zwei Tage in der Woche frei. Man arbeitet in einem schönen Umfeld, dort, wo andere Urlaub machen, und hat viel Kontakt zu Menschen“, so Ramona Schröder.

240 neue Ausbildungsverträge

Wolfgang Spieß, IHK-Geschäftsführer für Bildung, beobachtet seit Jahren eine steigende Zahl offener Ausbildungsstellen. Es werde Einschnitte in der Branche geben, auch bei anderen Dienstleistern wie im Einzelhandel, bei Lagerarbeitern, Bäckern und Berufskraftfahrern.

Ein kleiner Lichtblick: In Potsdam-Mittelmark wurden in diesem Jahr mit 240 neuen Ausbildungsverträgen 40 mehr abgeschlossen als im Jahr zuvor. Dennoch sind aktuell 1039 Ausbildungsplätze im Kammerbezirk Potsdam nicht besetzt.

Von Marion von Imhoff

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