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Kloster Lehnin Wasser/Abwasser: 2300 Menschen bekommen neuen Zweckverband
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Wasser/Abwasser: 2300 Menschen bekommen neuen Zweckverband
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12:17 10.09.2019
Das Trinkwasser für Oberjünne kommt auch in Zukunft aus Golzow. Nur die Verantwortung wird nach einem aktuellen Mehrheitsbeschluss bald in neue Hände gelegt. Der TAZV „Freies Havelbruch“ will geschlossen dem Wasserversorgungsverband „Hoher Fläming“ in Brück beitreten. Quelle: Dirk Fröhlich
Lehnin

Es geht um die Versorgung von rund 2300 Menschen. Die Mitglieder der Verbandsversammlung haben am Montag in Lehnin den Anfang vom endgültigen Ende des Trink- und Abwasserzweckverbandes „Freies Havelbruch“ (TAZV) beschlossen. In einer beinahe historisch zu nennenden Abstimmung hat sich eine Mehrheit der Kommunalpolitiker für eine komplette Eingliederung des TAZV in den in Brück ansässigen Wasserversorgungsverband „Hoher Fläming“ (WAV) entschieden. Und zwar noch bis Ende 2019.

Planebruch stimmt dagegen

Für den Beitritt nach Brück stimmten die Vertreter aus Golzow und Kloster Lehnin. Ulf Dingelstaedt und Stephan Burow von der Gemeinde Planebruch folgten der Beschlussvorlage nicht. Ihnen geht es um Oberjünne, das als einziger Ortsteil von Planebruch dem TAZV „Freies Havelbruch“ angehört. Planebruch favorisiert ein Zusammengehen von Oberjünne mit dem ebenfalls in Brück ansässigen Abwasserzweckverband „Planetal“ (AZV).

Auch in der Hoffnung eines Tages vom AZV an das zentrale Abwassernetz angeschlossen zu werden. Dabei liegt von Golzow kommend eine Abwasserleitung des TAZV bis zum Ort in der Erde. Aktuell ist jedoch die Ortserschließung für die rund 90 Einwohner von Oberjünne wirtschaftlich nicht darstellbar.

Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner ist auch Verbandsvorsteher des TAZV „Freies Havelbruch“ Quelle: Jacqueline Steiner

Mit sechs zu zwei Stimmen ist die notwendige Zweidrittelmehrheit für einen Beitritt aller TAZV-Mitgliedsorte erreicht. Dabei handelt es sich neben Oberjünne und Golzow um die Kloster Lehniner Ortsteile Krahne und Reckahn. Kloster Lehnins Bürgermeister ist in Personalunion Verbandsvorsteher.

Uwe Brückner appellierte vor der Abstimmung an die Vertreter aus den drei Gemeinden: „Ich bin der festen Überzeugung, dass der gemeinsame Gang nach Brück der richtige Weg ist, um auf Dauer wirtschaftlich und mit stabilen Gebühren für unsere Bürger arbeiten zu können.“

Für Golzow unterstützte Christian Köppel den vorgeschlagenen Kurs. „Es gab auch in Golzow durchaus unterschiedliche Vorstellungen. Am Ende halte ich einen gemeinsamen Beitritt in den WAV für vernünftig und wirtschaftlich am sinnvollsten“, so Köppel.

Wie geht es jetzt weiter? Zunächst wird im Kloster Lehniner Rathaus ein Antrag auf Aufnahme in den WAV vorbereitet, dem die Brücker Verbandsversammlung noch zustimmen muss. Im günstigsten Fall soll der Beitritt noch zum 31.Dezember 2019 erfolgen. Kann dieser Termin nicht gehalten werden, strebt der TAZV eine vollständige Eingliederung zum Ende des Jahres 2020 an.

Schwierige Zukunft

Zwar kann sich der TAZV „Freies Havelbruch“ nach einer Teilentschuldung von rund sieben Millionen Euro vor zehn Jahren auf eigenen Beinen halten, die Zukunft sieht eher fraglich aus. Noch immer gibt es eine Kreditbelastung aus den Gründerjahren von über einer Million Euro. Investitionen sind nötig. Die Kosten für die mobile Fäkalienentsorgung steigen. „Auch die Ansiedlung der kaufmännischen Geschäftsführung in der Kloster Lehniner Gemeindeverwaltung ist nicht ideal“, so Verbandsvorsteher Brückner.

Planebruchs Ortsvorsteher Ulf Dingelstaedt hält nichts von einem Gang Oberjünnes in den WAV „Hoher Fläming“. Quelle: Thomas Wachs

Für einen geschlossenen Beitritt des TAZV zum WAV sprechen die niedrigen Kosten. Eine kosten- und zeitintensive Vermögens- und Schuldenaufteilung entfällt. Außerdem sind die Brücker als Dienstleister seit zehn Jahren mit der technischen Betriebsführung des Trink- und Abwassernetzes sowie des Golzower Wasserwerkes beauftragt.

Ob sich die Gemeinde Planebruch mit der aktuellen Beschlussfassung abfindet, bleibt abzuwarten. Ortsvorsteher Ulf Dingelstaedt kündigte eine rechtliche Prüfung der grundsätzlichen Verfahrensweise an. Planebruch vertritt die Rechtsauffassung, wonach ein bereits 2002 von der Kommune im Zuge der Gemeindegebietsreform gefasster Austritt von Oberjünne aus dem TAZV Bestand hat.

Oberjünne bekommt Trinkwasser aus Golzow, wie auch Krahne und Reckahn, hat aber als einziger Mitgliedsort kein zentrales Abwassernetz.

Von Frank Bürstenbinder

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