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Kloster Lehnin Tod von zwei Feuerwehrleuten auf A 2: Berufungsprozess gegen Lkw-Fahrer beginnt
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Tod von zwei Feuerwehrleuten auf A 2: Berufungsprozess gegen Lkw-Fahrer beginnt
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11:39 19.09.2019
Der Angeklagte mit seinem Verteidiger. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Dichtes Gedränge vor Saal 8 des Landgerichts Potsdam: Am Donnerstagmorgen beginnt der Berufungsprozess gegen den Lastwagenfahrer, der vor fast genau zwei Jahren ungebremst in eine Unfallstelle auf der Autobahn 2 bei Lehnin gerast war. Dabei starben zwei ehrenamtliche Feuerwehrmänner aus Lehnin. Der Lastwagen war gegen ein Feuerwehrfahrzeug geschleudert, das umstürzte und die beiden freiwilligen Retter unter sich begrub. Ein dritter Feuerwehrmann erlitt schwere Verletzungen. Die getöteten Männer waren Familienväter und hinterließen kleine Kinder. Ein Kind kam ein paar Monate nach dem Tod des Vaters erst zur Welt.

Zwei Feuerwehrmänner sind bei einem Einsatz auf der Autobahn 2 in Brandenburg tödlich verunglückt. Die Helfer wurden am frühen 5. September 2017 zu einem Unfall auf die Autobahn 2 bei Lehnin er Havel gerufen worden. Ein von hinten kommender Lkw-Fahrer erkannte die Unfallstelle offenbar zu spät, erfasste ein Polizeiauto, geriet ins Schleudern und prallte gegen ein Feuerwehrauto. Dieses kippte und fiel auf die zwei Einsatzkräfte. Quelle: Morris Pudwell

Der tragische Unfall hat bundesweit für Bestürzung und große Anteilnahme gesorgt. Zahlreiche Feuerwehrmänner aus dem ganzen Land Brandenburg nehmen auch dieses Mal als Beobachter an dem Strafprozess teil. Die Anklage wirft dem Unglücksfahrer Stefan M. fahrlässige Tötung vor. Die Verhandlung ist wegen des hohen Interesses in den größten Gerichtssaal verlegt worden. Das Urteil der 7. kleinen Strafkammer unter der Vorsitzenden Richterin Ulrike Phieler-Morbach wird am 23. September erwartet.

Die Bilder vom Berufungsprozess des Lkw-Fahrers, der für den Tod von zwei Feuerwehrleuten verantwortlich ist

Anklage und Anwalt gingen in Berufung

Das Amtsgericht Brandenburg hatte den damals 57-jährigen Berliner deswegen am 13. Dezember 2018 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Gegen das Urteil war der Anwalt des Angeklagten ebenso wie Staatsanwalt Peter Petersen in Berufung gegangen. Anwalt Mario Schink hofft auf eine Bewährungsstrafe für seinen Mandanten. Der Anklagevertreter fordert hingegen eine längere Haftstrafe von drei Jahren und sieben Monaten. Er sieht keine fahrlässige, sondern eine vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung als gegeben an. Noch immer sind in Deutschland Haftstrafen auch nach tödlichen Unfällen im Straßenverkehr selten. Meist kommen die Fahrer mit Bewährungsstrafen davon.

Erschöpfte und um Fassung ringende Feuerwehrleute lehnen an der Leitplanke am Morgen des Unglückstages auf der Autobahn 2 bei Lehnin. Sie haben zwei ihrer Kameraden in der Nacht des 5. September 2017 verloren. Quelle: Morris Pudwell

Eklat im Gerichtssaal

So sprach Susanne Götsche, die Vorsitzende Richterin am Amtsgericht Brandenburg am Urteilstag, von einem Strafmaß, das bundesweit über dem Durchschnitt vergleichbarer Taten liege. „Wir können niemanden lebendig machen, mit keinem Urteil“, sagte sie damals. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Stefan M. in der Unglücksnacht mit Sicherheit seine Übermüdung erkannt und gewusst hatte, dass Sekundenschlaf drohte. Trotzdem habe er seine Fahrt fortgesetzt mit katastrophalen Folgen.

Zu einem Eklat war es am Tag des Urteils gekommen. Noch im Gerichtssaal hatte ein Prozessbeobachter den Angeklagten bedroht. „Wir sehen uns wieder“, hatte der Zuschauer Stefan M. zugerufen. Der Pressesprecher des Landgerichts Potsdam, Sascha Beck, kündigte daher schon im Vorfeld der Berufungsverhandlung Kontrollen vor dem Verhandlungssaal an. Die Zuschauer müssen nach der Sitzungspolizeilichen Anordnung ihre Taschen vor dem Saal abgeben, selbst Handys sind dort verboten.

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Von Marion von Imhoff

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