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Kloster Lehnin Bewegung in Mittelmarks Musikszene: Der Rock im Lehniner Kloster wird härter
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Bewegung in Mittelmarks Musikszene: Der Rock im Lehniner Kloster wird härter
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14:20 05.07.2019
Aus Jon Doschie wurde The Run in der Besetzung mit Denny Arndt, Sascha Deutschland, Betty David, Detlef Haikalis und Michael Blümchen (v.l.). Quelle: Frank Bürstenbinder
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Lehnin

 Lieder, Choräle, Sinfonien, Wandelkonzerte – und ein Schuss Heavy Metal. Die Lehniner Sommermusiken sind berühmt für ihre musikalische Vielfalt. Seit vielen Jahren schon hat die St. Marien-Klosterkirchengemeinde keine Berührungsängste mit harter Gitarrenmusik und dem Klang schwerer Motorräder. Bei der Ausnahme-Veranstaltung „Rock im Kloster“ am 9. August erwarten die Macher wieder hunderte Besucher in der Feldscheune.

Aus Jon Doschie wurde The Run. Die Rockband mit Damsdorfer Wurzeln erfindet sich gerade neu. Mit Betty David als Frontfrau und eigenen Songs. Urgestein Detlef Haikalis verspricht den Fans: „Wir bleiben schön saftig und gegen den Strich gebürstet.“

Doch so mancher Fan im Klostergarten muss an diesem Abend tapfer sein. Erstmals steht Jon Doschie nicht mehr auf der Bühne. Aber keine Angst, die Band mit Damsdorfer Wurzeln heißt jetzt nur anders – The Run. Und das kam so: Weil Schlagzeuger Michael Blümchen seinen Lebensmittelpunkt aus beruflichen Gründen nach Teltow verlegte, war die Zeit der Proben im Damsdorfer Eigenheim vorbei. Doch wohin mit einem Transporter voller Boxen, Verstärker, Kabel, Mischpulte und Instrumente?

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Schwierige Suche

Für die Musiker begann eine Odyssee. Denn es ist leichter ein Wassergrundstück mit S-Bahn-Anschluss zu finden, als neue Probenräume für eine Rockband. „In Werder hatten wir zunächst Glück. Drei Monate investierten wir in den Ausbau eines neuen Domizils in der alten Ketchupfabrik. Nach wenigen Proben war Schluss. Der Eigentümer hatte plötzlich andere Pläne“, erinnert sich Gitarrist Detlef Haikalis. Also wieder raus. Samt der orientalisch gemusterten Teppiche, auf denen schon so mancher Auftritt einstudiert wurde.

Betty David bereitet sich auf ihr Debüt als Frontfrau von The Run vor. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Band fühlte sich getrieben – wie auf der Flucht. The Run eben. Englisch deshalb, weil die Mitbegründer von „Rock im Kloster“ trotz ihrer Neuformierung englischen Texten treu bleiben. Der Abschied von Jon Doschie fällt nämlich mit einer Personalie zusammen, die die Anhänger ebenfalls erst verdauen müssen. Namensgeber Johannes Wegner, genannt Joschie, hat sich neuen Herausforderungen zugewandt. Die ersten drei Titel rockt der Jon-Doschie-Erfinder ehrenhalber in Lehnin mit, dann nimmt Wegner endgültig Abschied von seinen Mitstreitern Betty David, Michael Blümchen, Denny Arndt, Detlef Haikalis und Sascha Deutschland, der für eine guten Ton sorgt.

Landrat ist Schirmherr

Rock im Kloster ist Bestandteil der Veranstaltungsreihe Lehniner Sommermusiken. Einmal im Jahr wird für das Event die alte Feldscheune im Klostergarten zur Verfügung gestellt. Dort finden bis zu 300 Personen Platz.

Maßgeblich gestaltet wird das am 9. August um 19 Uhr stattfindende Konzert von der Band The Run, die viele Jahre unter dem Namen Jon Doschie bekannt war. Wieder mit auf der Bühne steht die Band Catchy Tunez, die den Abend poppiger angeht.

Die Lehniner Sommermusiken sind eine Veranstaltungsreihe der St.Marien-Klosterkirchengemeinde in Kooperation mit dem Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin. Schirmherr ist Landrat Wolfgang Blasig. Karten gibt es auch in der MAZ-Ticketeria in der Sankt-Annen-Galerie.

The Run muss sich nicht komplett neu erfinden. „Wir bleiben schön saftig und gegen den Strich gebürstet“, verspricht Jon-Doschie-Urgestein Haikalis den Fans. Dennoch muss sich die Gruppe umstellen. Joschies Gitarrenspiel und seine Rock-Röhre werden fehlen. Dafür bezieht jetzt die langjährige Sängerin Betty David die Position der Frontfrau.

Für einen guten Ton sorgt Sascha Deutschland. Quelle: Frank Bürstenbinder

 

The Run will beim Covern von Rocklassikern einen Tick härter werden, als in vergangenen Zeiten. Mehr Gewicht erhalten eigene Titel. Mit „Take it or leave it“, „Rock in the night“ und „Live or Die“ erleben die Besucher in der Feldscheune im Klostergarten echte Weltpremieren. Mit dem sprichwörtlichen Sechser im Lotto kann die Band derzeit ihr Debüt unter neuen Vorzeichen doch noch intensiv vorbereiten. Das Glück der Tüchtigen war ihnen hold, als die Musiker im Werderaner Bahnhofsviertel drei Räume für Band, Technik und Lager anmieten durften. Sicher nicht für ewig. The Run bleibt Programm.

Von Frank Bürstenbinder