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Kloster Lehnin Kritzingergasse in Lehnin eingeweiht
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Lehnin: Kritzingergasse eingeweiht

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16:02 29.11.2021
Mit Unterstützung vom Weihnachtsengel: Bürgermeister Uwe Brückner (v.l.), Musiker und Ideengeber Andreas Behrendt sowie Lehnins Ortsvorsteher Frank Niewar weihen die Kritzingergasse ein.
Mit Unterstützung vom Weihnachtsengel: Bürgermeister Uwe Brückner (v.l.), Musiker und Ideengeber Andreas Behrendt sowie Lehnins Ortsvorsteher Frank Niewar weihen die Kritzingergasse ein. Quelle: privat
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Lehnin

Pünktlich zum ersten Advent verbreiteten die Lehniner vorweihnachtliche Stimmung – indem sie einer kleinen Gasse in der Ortsmitte einen Namen gaben. Das wenige Meter lange Stück Kopfsteinpflaster neben dem Blumenladen Kreuzer, das eine beliebte Abkürzung vom Marktplatz in die Emstaler Landstraße ist, heißt nun Kritzingergasse.

Diese kleine Gasse in der Lehniner Ortmitte ist jetzt nach den Kritzinger-Brüdern benannt. Quelle: privat

Benannt ist sie nach den aus Lehnin stammenden Brüdern Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816-1890) und Ludwig Kritzinger (1823-1894), die den Text des bekannten Weihnachtsliedes „Süßer die Glocken nie klingen“ verfasst und bekannt gemacht haben.

Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner, Lehnins Ortsvorsteher Frank Niewar und der Musiker Andreas Behrendt enthüllten eine Gedenktafel, auf der nicht nur der Text zum Lied, sondern auch Details zum Leben der Kritzingers festgehalten sind.

Mit dieser Tafel wird jetzt an die Namensgeber der Kritzingergasse in Lehnin erinnert. Quelle: privat

Der Kloster Lehniner Musiker und Leiter der Musica Mediaevalis Andreas Behrendt hat seit 2018 zur Familiengeschichte der Kritzingers recherchiert und auch mit Berliner Nachfahren gesprochen. Seine Erkenntnisse sind in die Gestaltung der Tafel eingeflossen. Natürlich wurde das berühmte Lied zur Einweihung auch gleich von der die Lehniner Choralschola unter der Leitung von Andreas Behrendt angestimmt.

Berühmtes Weihnachtslied aus Lehnin

Beide Kritzingers wurden in Lehnin geboren und besuchten dort die Klosterschule. Ihr Vater Wilhelm kam aus Sachsen nach Lehnin und fand als Sekretär eine Anstellung beim Königlichen Rentamt.

Friedrich Wilhelm studierte Theologie und war später Gründungsdirektor einer Evangelischen Lehrerinnen- und Gouvernanten-Bildungsanstalt in Sachsen. Nebenbei widmete er sich der Dichtkunst und schrieb den Text zu „Süßer die Glocken nie klingen“. Die Melodie hat Kritzinger von einem thüringischen Volkslied übernommen.

Zur Einweihung der Kritzingergasse sangen Andreas Behrendt (l.) und die Lehniner Choralschola das berühmte Weihnachtslied "Süßer die Glocken nie klingen". Quelle: privat

Sein jüngerer Bruder Ludwig wurde Schulmeister und arbeitete in dieser Funktion auch in seinem Heimatort als Lehrer und Kantor. Er hat wohl dafür gesorgt, dass das Weihnachtslied seines Bruders in der Region Verbreitung fand und Generationen Lehniner Schulkinder den Text auswendig lernten. Er war auch als Schriftsteller tätig und verstarb in der Nähe des heutigen Poznan im Westteil Polens.

Das Lied ist bundesweit beliebt und bekannt. Bürgermeister Uwe Brückner sagte anlässlich der Namensgebung: „Wir können stolz darauf sein, solche begabten Künstler in unserer Gemeinde gehabt zu haben. Von daher war es längst überfällig, eine Gasse nach ihnen zu benennen und sie zu ehren.“

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Touristen und Einheimische können sich auch ruhig aufgerufen fühlen, das berühmte Lied der Kritzingers in der kleinen Gasse mitten in Lehnin anzustimmen und gerade jetzt ein bisschen Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Ausreden zur fehlenden Textsicherheit gibt es nicht, denn der steht auf der Gedenktafel.

Von Christine Lummert