Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kloster Lehnin Lehnin: Ortsspaziergang durch Geschichte und Gegenwart
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Lehnin: Ortsspaziergang durch Geschichte und Gegenwart
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:27 31.03.2019
Ortschronist Jürgenm Back berichtet über die Geschichte der blauen Brücke, die seit zehn Jahren den Emsterkanal überspannt. Quelle: Christine Lummert
Lehnin

Üblicherweise sitzen die Lehniner gemütlich bei Kaffee und Kuchen auf ihren Gartenstühlen und lassen die Touristen in großer Karawane an sich vorüberziehen. Beim ersten Ortsspaziergang durch Lehnin war es jetzt ausnahmsweise einmal umgekehrt.

Etwa 50 vorwiegend einheimische Wanderer zogen in großer Runde vom Treffpunkt am Markgrafenplatz über das Klostergelände bis nach Kaltenhausen. Vorbei am alten Bahnhof und dem Feuerwehrgerätehaus ging es nach einem Abstecher an den Gohlitzsee bis zum Zielpunkt am Lehniner Kessel.

Strahlender Sonnenschein sorgte für bestes Wanderwetter beim Ortsspaziergang durch Lehnin. Etwa 50 Interessierte waren gut gelaunt auf der großen Runde dabei.

„Weil wir den ganzen Ort nicht an einem Tag begehen können, werden wir am nächsten Sonnabend gleich wieder unterwegs sein. Dann geht es aus der Ortsmitte in Richtung Sportplatz und Klostersee“, sagte Ortsvorsteher Frank Niewar.

Die Erkundungstouren durch Lehnin sind Teil eines größeren Projekts, das von der Gemeindeverwaltung Kloster Lehnins ins Leben gerufen wurde. In allen 14 Ortsteilen wird gewandert und dabei auf die Stärken und Schwächen geschaut, vor allem mit dem Ziel künftige Touristen noch gezielter auf bisher eher versteckte Wege und Orte aufmerksam zu machen.

Erkundungsrouten durch den Ort

Die Lehniner Ortsspaziergänger waren auf zwei Ebenen unterwegs. Ortschronist Jürgen Back gab Einblicke in die Geschichte des Klosterdorfes, Peter Werner steuerte viele historische Ansichten bei. Frank Niewar berichtete aus der Sicht des Kommunalpolitikers über die aktuellen Entwicklungen im Ort. So zum Beispiel über die bald abgeschlossene Sanierung des Elisabeth-Hauses auf dem Klostergelände. „Am 20. Mai soll die Wiedereröffnung gefeiert werden.“

Das Evangelische Diakonissenhaus schafft damit unter anderem mehr Platz für Übernachtungsgäste, die nicht nur rund um die Kirche, sondern auch darüber hinaus im Ort unterwegs sein werden.

Einer schöne Route zur Erkundung der Umgebung folgten auch die einheimischen Wanderer. Vorbei am Krankenhaus und der Altenhilfeeinrichtung ging es über die historischen Brandenburger Allee in Richtung der Blauen Brücke über den Emsterkanal.

„Im Juni 2009 konnte diese alte Verbindung, die Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde, endlich wieder aufgebaut werden“, sagte Jürgen Back. „Die Lehniner haben damals sehr dafür gekämpft und jetzt ist man aus dem Ortszentrum sehr schnell wieder draußen im Grünen“, freute sich Niewar.

Alter Bahnhof sucht neue Bewohner

Beim Spaziergang durch Kaltenhausen stand vor allem das alte Bahnhofsgelände im Fokus. „Bis 1965 fuhr von hier unsere Kleinbahn Pauline noch mit Passagieren Richtung Groß Kreutz. 1967 wurde dann auch der Gütertransport endgültig eingestellt“, erklärte Jürgen Back. Das alte Bahnhofsgebäude steht noch und sucht zurzeit wieder neue Bewohner.

Die Kleinbahn war vor allem für den Abtransport der Ziegel aus den umliegenden Ziegeleien der Gegend gebaut worden und daran erinnert am Kreisverkehr in Richtung Rädel und Michelsdorf heute noch eine symbolisch aufgestellte Lore.

Die großen Geschichten und Legenden um ihren Ort können die meisten Lehniner auswendig. Deshalb kramten die Ortshistoriker zur Wanderung immer wieder auch kleine Geschichten hervor, die weniger bekannt sind. „Denn wer weiß denn schon, warum die Krausestraße so heißt, wie sie heißt“, sagte Jürgen Back. Gewürdigt wurde damit der Lehniner Sägewerksbesitzer Hermann Krause. Erinnern kann sich zwar keiner mehr an den Mann, dem Ort bleibt er zumindest namentlich aber erhalten.

Von Christine Lummert

In sechs Wochen können die Auto- und Lastwagenfahrer über die neue Bundesstraße 102 nach Brandenburg fahren. Ab dem 13. Mai wird auch die alte B 102 bei Paterdamm abgerissen.

29.03.2019

Seit Herbst dauern die Arbeiten am ersten Bauabschnitt an der Lehniner Ortsdurchfahrt Richtung Michelsdorf. In vier Wochen gibt der Landesbetrieb diesen Bereich für den Fahrzeugverkehr wieder frei.

29.03.2019

Der nächste heiße Sommer kann kommen. Die Badegäste am Lehniner Gohlitzsee können sich jetzt abseits neugieriger Blicke umziehen. Das Projekt wurde von Jugendlichen aus dem Awo-Wohnheim umgesetzt.

29.03.2019