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Kloster Lehnin Tempo-Limit für Lkw am Biertisch
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Tempo-Limit für Lkw am Biertisch
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11:02 17.07.2019
Landrat Wolfgang Blasig (l.) und Ministerpräsident Dietmar Woidke am Tisch der Anwohner der Damsdorfer Chaussee. Möglicherweise bahnt sich wenigstens für die Nachtstunden ein Tempo-Limit für Lkw an. Quelle: Rüdiger Böhme
Lehnin

Am Ende hatte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) ein Einsehen: „Ich halte Tempo 30 für Lkw zumindest in der Nacht für zumutbar.“ Von dieser zurückhaltend formulierten Ankündigung am Biertisch zeigten sich nicht nur die Männer und Frauen aus der Damsdorfer Chaussee vorsichtig erleichtert. Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), der zwischen den genervten Anwohnern saß, hofft, dass es bald ein Problem weniger für die Lehniner gibt: „Dann ist ja alles klar“.

Im Lehniner Strandbad stellte sich der SPD-Spitzenkandidat den Fragen der Gäste. Über 100 Menschen waren der Einladung zur SPD-Veranstaltung gefolgt.

Seit 2015 kämpfen Hauseigentümer um Klaus Weichbrodt und Michael Arndt für eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf dieser wichtigsten Einfallstraße Lehnins. Bisher hat die Verkehrsbehörde des Landkreises alle Vorstöße abgeschmettert. Vor allem die Lastwagen sollen langsamer fahren. Neben dem Lärm für die Anwohner kommt es wegen der maroden Fahrbahn zu teilweise erheblichen Erschütterungen der Gebäude.

„Wir fordern Tempo 30 für Lkw. Wir können nachts nicht mehr schlafen. Die Gemeinde hat zugestimmt. Aber der Landkreis spielt nicht mit. Damit geben wir uns nicht zufrieden“, sagte Weichbrodt der MAZ. Für die Anwohner war Woidke die letzte politische Instanz ohne möglicherweise den Klageweg beschreiten zu müssen.

Landkreis ist zuständig

Allerdings musste der Ministerpräsident die Hoffnungen der Beschwerdeführer bei seinem gut besuchten Wahlkampfauftritt im Lehniner Strandbad dämpfen. „Für Geschwindigkeitsbeschränkungen ist der Landkreis zuständig.“ Ob sich die kreisliche Straßenverkehrsbehörde die Meinung ihres Verwaltungschefs über ein nächtliches Tempo-Limit für Lkw tatsächlich zu eigen macht, werden die nächsten Wochen zeigen.

Auf seiner Wahlkampftour war Dietmar Woidke am Dienstag in Lehnin zu Gast. Quelle: Rüdiger Böhme

Als SPD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl nahm sich Woidke gut zwei Stunden für die Kloster Lehniner und ihre Gäste Zeit. Als unglücklich erwies sich die Regie nach seiner persönlichen Rede. Fragesteller standen vor einem Stehtisch Schlange, um den Ministerpräsidenten sprechen zu können. Dieter Paul aus Rädel brennt die Integration von Flüchtlingen in Potsdam-Mittelmark unter den Nägeln. Hans-Joachim Müller aus Reesdorf (Beelitz) macht sich Sorgen über die Waldbrände und mutmaßliche Brandstiftungen. Die Lehninerin Waltraud Plarre will dem Landeschef die Meinung geigen, weil Wald für Windräder abgeholzt werden soll.

Kein Platz war frei

Doch weil kein Mikrofon vorgesehen war, wuchs die Unruhe unter den Zuhörern, die sich plötzlich alleingelassen fühlten. Schließlich mischte sich der Ministerpräsident doch direkt unters Volk, das gerne enger zusammenrückte. Kein Platz war frei geblieben. Etliche Besucher verfolgten die Veranstaltung außerhalb des Zeltes, bei der Woidke eindringlich dazu aufrief am 1. September demokratisch zu wählen: „Unser Land darf keinen braunen Stempel bekommen!“

Selfies mit dem Ministerpräsidenten waren beliebt. Quelle: Rüdiger Böhme

Insgesamt waren gut über 100 Menschen der Einladung zur SPD-Veranstaltung gefolgt. Zu Beginn machte Woidke seinem Lehniner Parteifreund Udo Wernitz siegessicher Mut zur Landtagswahl: „Es gilt im Wahlkreis 16 eine große Tradition zu verteidigen. Du wirst ein würdiger Nachfolger von Andreas Kuhnert.“ Der als Kloster Lehniner Gemeindevertreter bekannte Wernitz steigt für die SPD als Direktkandidat in den Ring.

Von Frank Bürstenbinder

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