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Kloster Lehnin Großer Name für kleine Gasse in Lehnins Ortsmitte
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Großer Name für kleine Gasse in Lehnins Ortsmitte
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12:11 16.05.2019
Großer Name für kleine Straße: In Lehnin soll es künftig eine Kritzinger-Gasse geben. Quelle: Christine Lummert
Lehnin

Schriftsteller Willibald Alexis ist in Lehnin mit einem eigenen Wanderweg verewigt. Im Ortsteil Reckahn wird Aufklärer und Philanthrop Friedrich Eberhard von Rochow mit einem Museum gewürdigt. Nach seinem Mitstreiter in Sachen Bildungsreform Heinrich Julius Bruns ist die Lehniner Schule benannt.

Auf einen weiteren Sohn der Gemeinde wird bislang noch nicht hingewiesen. Das soll sich künftig ändern. Nur der Name Friedrich Wilhelm Kritzinger hat bei den meisten noch keinen hohen Wiedererkennungswert. Bei seinem bekanntesten Werk gehen dagegen sofort alle Lichter an.

Kritzinger hat die Textzeilen zum WeihnachtsliedSüßer die Glocken nie klingen“ verfasst. Deshalb soll die kleine Gasse, die in der Ortsmitte Lehnins die Kurfürstenstraße und die Emstaler Landstraße verbindet, Kritzinger-Gasse getauft werden. Die Idee dazu stammt von Kirchenmusiker Andreas Behrendt, der für die Fraktion Freie Bürger und Bauern auch im Lehniner Ortsbeirat sitzt. In diesem Kreis wurde die Idee zur Straßenbenennung bereits für gut befunden.

Andreas Behrendt vor der Lehniner Klosterkirche. Quelle: C. Nack

In der letzten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Tourismus stand das Thema jetzt ebenfalls auf der Tagesordnung. „Wenn wir schon so eine bekannte Persönlichkeit in unserer Ortsgeschichte haben, sollten wir auch darauf hinweisen“, unterstrich Behrendt seine Idee. Bei den Touristikern stieß er dabei auf offene Ohren. Einstimmig wurde beschlossen, die Gemeindeverwaltung mit der Umsetzung der Straßenbenennung zu beauftragen.

Dabei ist der vorgesehene Ort mit Bedacht auf den Aufwand, die Kosten und den touristischen Mehrwert ausgewählt worden. „Im Neubaugebiet am Hohlweg werden wir bald ebenfalls zwei neue Straßennamen brauchen, aber dort wäre die Kritzinger-Idee verschenkt“, sagte Lehnins Ortsvorsteher Frank Niewar (SPD).

Eine Straße für zwei Brüder

Das gerade einmal 30-meter-lange Stück Straße in der Ortsmitte, das in der Nähe zum Klostergeländes liegt, wird Touristen eher ins Auge fallen. Ein erklärendes Schild soll Kritzingers berühmtes Werk und seine Verbindung nach Lehnin erklären. Der Theologe und Pädagoge wurde 1816 in Lehnin geboren und verbrachte auch seine ersten Schuljahre im Ort. Dann folgte ein Wechsel auf die Ritterakademie in Brandenburg, schließlich ein Theologiestudium in Berlin. 1852 wurde er zum ersten Direktor der Lehrerinnenbildungsanstalt in Droyßig, heute Sachsen-Anhalt, bestellt und war dort 38 Jahre tätig.

Der Bruder des Liedautors, Ludwig Kritzinger, ist dagegen in der Heimat geblieben und war seit den 1870er Jahren in als Kantor, Küster und erster Lehrer in der Lehniner Schule angestellt. Er hat wohl dafür gesorgt, dass das Weihnachtslied seines Bruders in der Region Verbreitung fand und Generationen Lehniner Schulkinder den Text auswendig lernten.

Ludwig Kritzinger ist auch als Ortschronist tätig gewesen und deshalb der Entschluss, die Straße als Kritzinger-Gasse zu benennen, um beide Brüder einzubeziehen“, sagte Behrendt. Touristen können neues Entdecken, Einheimische werden nicht gestört, weil die Straße, die bisher keinen Namen trägt, keine unmittelbaren Anwohner hat.

Von Christine Lummert

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