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Kloster Lehnin Das Drama vom versoffenen Ziegeleibesitzer
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Das Drama vom versoffenen Ziegeleibesitzer
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15:07 12.01.2020
Die Michelsdorfer Theatergruppe am Freitag in Rädel. Quelle: Petra Müller
Rädel

Der Heimatverein Naturdorf Rädel hat für Freitagabend in das Sport-und Gemeindezentrum zu einem Theaterabend der besonderen Art eingeladen. Der Saal war voll, die Versorgung gesichert und die Besucher, die auch aus den umliegenden Dörfern kamen, konnten auf die letzte Aufführung des regionalen Volksstücks „Des Schiffers Last“ gespannt sein.

Die Geschichte spielt in Michelsdorf zu einer Zeit, als das Dorf noch von der Ziegelproduktion lebte, und könnte sich so auch überall in der Zauche abgespielt haben. In der Dorfchronik fanden die Theatermacher Berichte über den knausrigen Ziegeleibesitzer Hermann Schulze, der im Forst illegal Holz schlagen lies. Seinen eigenen Wald hatte er nicht wieder aufforsten lassen und die Löhne an seine Arbeiter reichten deren Familien kaum zum Überleben.

Die Rädeler Vereinsvorsitzende Susann Gohlke eröffnet mit Schauspieler Carsten Teichert den Theaterabend. Quelle: Petra Müller

Eingebettet ist die Geschichte in einen eingelesen Text und wird durch kurze Szenen sehr abwechslungsreich umgesetzt. Wirtshausszenen wechselten sich mit eindrucksvollen Gesangseinlagen, derben Raufereien und einem polternden Auftritt des „nicht unwesentlich betrunkenen“ Ziegeleibesitzers ab.

Blick in den Zuschauerraum während des Theaterabends in Rädel am Freitag. Quelle: Petra Müller

Schön dabei auch die kleinen Seitenhiebe zum aktuellen Zeitgeschehen wie „folienumspannte Felder“ und „Biodiversität im Wald durch Nadel- und Laubbäume“. Selbst die Umbaupausen waren unterhaltsame Kurzweil für die Zuschauer.

So erhielten die Darsteller dann auch viel Applaus für ihre Darbietung. Familie Neute aus Damsdorf, die die Michelsdorfer erstmals gesehen hat, sprach deshalb auch von „einem gelungenen Abend“.

So vielseitig ist die Theatergruppe

Kaum zu glauben, dass die Schauspieler und Techniker um die „Bossin“ Carolin Böttcher keine Profis sind. Die Theatergruppe, die eine Sektion des Michelsdorfer Kultur-und Heimatvereins ist, macht alles selbst: Gemeinsam schreiben sie die Dialoge, bauen die Kulissen, gestalten liebevoll die Requisiten, komponieren und texten die Lieder. Jeder wird seinen Talenten entsprechend eingesetzt und bekommt seine Rolle quasi auf den Leib geschrieben. Das musikalische Talent von Carolin Böttcher, die alle Lieder live singt, ist ein besonderes Glück für die Truppe.

Die Aufführung, die außer in Michelsdorf auch im Lehniner Institut für Kunst und Kultur, im Alten-und Pflegeheim Lothar-Kreyssing-Haus und als Straßentheater beim Umzug zur 800- Jahr-Feier in Golzow gezeigt wurde, war nach „Drachentöter Michael“ das zweite Werk, das seit 2018 in Michelsdorf entstanden ist.

Die Pläne für 2020

 Das erste Stück hatte im Rahmen der 825-Jahrfeier Premiere und wurde sogar einmal mit Kindern der Kita Knirpsentreff in Lehnin gespielt. Die Arbeit daran hat den Akteuren so viel Spaß gemacht, dass es auch 2020 eine Auflage geben wird. Das Stück, das seinen Ursprung wieder in der Dorfchronik hat, heißt „Die Gräfin und die Biester“. „In der ,Dramödie’ geht es um Liebe und Bösewichte“, so viel verraten die Theatermacher schon. Die Proben beginnen in der nächsten Woche und Premiere wird am 20. Juni beim traditionellen Sommerfest im Michelsdorf sein.

Von Petra Müller

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