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Kloster Lehnin Lehnin: Neue Umkleidekabine für Badestrand am Gohlitzsee
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Lehnin: Neue Umkleidekabine für Badestrand am Gohlitzsee
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13:23 29.03.2019
Andreas Ulke (v.l.), Ian-Paul Pannier, Mario Gose und Frank Niewar vor der neuen Umkleidekabine am Gohlitzsee Quelle: Christine Lummert
Lehnin

Wenn der kommende Sommer so heiß wird wie der letzte, werden die Badegäste am Strand des Gohlitzsees in Lehnin wieder dicht an dicht auf ihren Handtüchern liegen. Die große Zahl an Sonnenanbetern und Wasserverrückten sorgt aber auch für ein kleines Problem. Wer aus seinem nassen Badeanzug heraus will und kein Fan der Freikörperkultur ist, konnte sich bisher nur im Schutze eines großen Handtuchs oder mit einem Bademantel behelfen. Das ist mehr als unpraktisch und irgendwo blitzt immer nackte Haut.

„Manche fühlten sich durch Blicke anderer, vor allem Jugendlicher, belästigt und deshalb kam der Wunsch aus der Bevölkerung, hier eine Umkleidekabine aufzustellen“, sagt der Lehniner Ortsvorsteher Frank Niewar (SPD). Diese Idee hat Niewar an Mario Gose weitergegeben, den Leiter des Awo-Wohnheim am Gohlitzsee, in dem vor allem minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge untergebracht sind. „Wir haben daraus ein Projekt gemacht, an dem sich unsere Jungs beteiligen konnten und das der Allgemeinheit dient“, sagt Gose.

Blickdicht und naturbelassen

Die Finanzierung des nötigen Materials kam zu gleichen Teilen aus den Kultur- und Seniorenmitteln des Lehniner Ortsbeirats und aus der Kasse des SPD-Ortsvereins Kloster Lehnin. Das ganze Projekt hat 650 Euro gekostet.

Der erste Plan war, die Umkleidekabine ganz aus Weidenzweigen zu errichten. „Alles sollte so naturbelassen wie möglich sein und in die Umgebung mit Wasser und Bäumen passen“, erklärt Gose. Mit einem Blick auf die angelieferten Weidenzweige wurde aber ein bisschen umdisponiert. „Die hatten einfach einen zu großen Durchmesser und wären nach der Verarbeitung nicht blickdicht gewesen“, sagt Niewar. Deshalb finden sie jetzt am oberen und unteren Ende der Umkleide als gestalterisches Element Verwendung. Dort wo es darauf ankommt, schirmen Fichtenbretter aufdringliche Blicke ab.

In der neuen Heimat ankommen

Zusammen mit Andreas Ulke, dem Hausmeister des Awo-Wohnheims, hat sich vor allem der 15-jährige Ian-Paul Pannier um den Aufbau der Kabine verdient gemacht. Fünf Tage wurde daran gearbeitet. „Die anderen Jungs stecken gerade mitten in den Prüfungsvorbereitungen für Schule und Ausbildung“, sagt Gose. Insgesamt leben 22 Jugendliche im Wohnheim, 20 davon haben haben einen Flüchtlingshintergrund. „Wir nehmen auch vermehrt deutsche Jugendliche wie Ian bei uns auf“, sagt Gose, der auf dem leer gefegten Arbeitsmarkt nach Erziehern und Sozialpädagogen sucht, die das Betreuerteam verstärken möchten.

Dass sich der Einsatz lohnt, zeigen immer wieder Erfolgsgeschichten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, denen der Sprung in das Alltagsleben in der neuen Heimat gelungen ist. „Viele bleiben uns und vor allem den Jungs, die noch im Wohnheim leben, verbunden und sind Vorbilder, die Orientierung geben“, freut sich Gose. Ein junger Afghane, der inzwischen seine Ausbildung abgeschlossen hat, in einer eigenen Wohnung lebt und den Führerschein in der Tasche hat, engagiert sich zum Beispiel als ehrenamtlicher Helfer im Wohnheim.

Ein neues Projekt ist ebenfalls in Planung. „Es geht aber mehr in die künstlerische Richtung“, erzählt Gose, der dafür im Gespräch mit den Betreibern des Instituts für Kunst und Kultur am Lehniner Klostersee ist.

Von Christine Lummert

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