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Kloster Lehnin Wanderung durch Emstal zum Schmuckstück am Wasser
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Wanderung durch Emstal zum Schmuckstück am Wasser
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17:16 24.03.2019
Etwa 40 Wanderer waren beim Ortsspaziergang durch Emstal unterwegs.
Etwa 40 Wanderer waren beim Ortsspaziergang durch Emstal unterwegs. Quelle: Christine Lummert
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Emstal

 Ortsvorsteher Dirk Baatzsch hat in Vorbereitung zum Spaziergang durch Emstal nicht nur ausgiebig die Ortschronik studiert, sondern auch einige ehrenamtlich engagierte Bürger mobilisiert, die das aktuelle Dorfleben prägen. Die rund 40 Teilnehmer der Wanderung waren deshalb quasi auf zwei Ebenen unterwegs. Die Geschichte des Dorfes immer im Blick behaltend, erfuhren die Spaziergänger, was Emstal heute seinen Besuchern zu bieten hat.

Etwa 40 Wanderer folgten Ortsvorsteher Dirk Baatzsch bei einem Rundgang durch die Geschichte Emstals. Zugleich gab es Einblicke in das aktuelle Dorfleben.

Der Rundgang durch das Dorf gehört zum Projekt „Ortsspaziergänge“, das von der Gemeindeverwaltung angestoßen wurde. Auf der Suche nach Besonderheiten, die in eine neue Tourismuskonzeption für ganz Kloster Lehnin einfließen sollen, werden nach und nach alle 14 Ortsteile durchwandert und die Teilnehmer jeweils anschließend mittels Fragebogen nach ihren Eindrücken befragt.

Vom Schulhaus zum Wohnhaus

Die Wanderer hatten nach ihrem Rundgang im Dorfgemeinschaftshaus gleich neben der Badestelle am Emstaler Schlauch, bei Schmalzstullen, Bockwurst und Getränken einiges zu notieren.

Auf der Route entlang der Hauptstraße verwies Ortsvorsteher Baatzsch immer wieder auf die Historie des Dorfes. Das alte Schulhaus und die ehemalige Gaststätte sind mittlerweile zu Wohnhäusern umfunktioniert. Von den kleinen Handwerksbetrieben, vom Tischler über den Fleischer bis zum Schmied, sowie den großen Bauerngehöften, die einst das wirtschaftliche Leben im Ort ausmachten, ist nur noch in der Ortschronik zu lesen.

Dafür zeigt sich in Emstal heutzutage viel ehrenamtliches Engagement. Die Kirchengemeinde ist klein aber sehr rege. Der Ziegelbau mit großem Turm aus dem Jahr 1889 ist regelmäßig Ort für Veranstaltungen und ab Ostern steht die Kirche bis in den Herbst hinein jedes Wochenende für Interessierte offen.

Bekannt für das Backofenfest

Besucher können dann auch einen Abstecher in das Backofenmuseum machen, das im ehemaligen Konsum des Dorfes eingerichtet wurde. Mit dem Wiederaufbau der alten Lehmbacköfen in der Dorfmitte, der von der Interessengemeinschaft Backofen bereits in den 1980er Jahren in Angriff genommen wurde, hat sich der kleine Ort im Laufe der Jahrzehnte überregionale Bekanntheit erarbeitet. „Zu unseren Backtagen und besonders zum jährlichen Backofenfest kommen immer zahlreichen Besucher“, sagte Vereinsschef Udo Wernitz.

Während sich dann vieles im Dorfzentrum abspielt, steuern die Emstaler im Alltag eher ihr Gemeinschaftshaus am Ortsrand an. Die Feuerwehr ist dort genauso beheimatet wie der Sportverein und für Familienfeiern sowie Vereinsversammlungen wird das Haus regelmäßig genutzt. „Mit der naturnahen Lage direkt am Emstaler Schlauch und der schön hergerichteten Badestelle haben wir hier wirklich ein Kleinod geschaffen“, sagte Dirk Baatzsch und meint die gehörige Portion Eigenleistung, die von den Emstalern im Laufe der Jahre in den Treffpunkt investiert wurde.

Förderung für alle Dörfer

„Es bleibt aber immer noch etwas zu tun und von der Gemeindeverwaltung würde ich mir wünschen, dass nicht nur in die Großprojekte, wie die Erweiterung des Schulcampus in Lehnin oder das Museum in Reckahn investiert wird, sondern auch kleinere Vorhaben in anderen Ortsteilen im Blick bleiben“, sagte Baatzsch.

Die Emstaler wollen in naher Zukunft zum Beispiel die Bushaltestelle in Fahrtrichtung Lehnin vom jetzigen Standort, für mehr Sicherheit und Übersichtlichkeit im Straßenverkehr, einige hundert Meter in Richtung Kirche versetzen. Ein Wartehäuschen wäre laut Ortsvorsteher ebenfalls angebracht, denn jetzt stehen alle, vom Schulkind bis zum Senior, bei Wind und Wetter ohne Dach im Freien.

Von Christine Lummert