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Kloster Lehnin Osterfeuer im Emstal durfte brennen
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Osterfeuer im Emstal durfte brennen
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10:01 19.04.2019
Auf dem Festplatz am Emstaler Schlauch ging das erste Osterfeuer in der Gemeinde Kloster Lehnin in Flammen auf. Quelle: Christine Lummert
Emstal

In Emstal ist eines der ersten Osterfeuer in der Gemeinde Kloster Lehnin relativ problemlos über die Bühne gegangen. Die Stimmung war entspannt. Über einhundert Besucher genossen zusammen bei Leckerbissen vom Grill und dem ein oder anderen Kaltgetränk die aufziehende Abendstimmung und starteten in großer Runde in die kommenden Feiertage.

In Emstal gehört es zur Tradition, dass die Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr nach einem Fackelumzug das Osterfeuer entzünden. Über 100 Besucher feierten bis in die Nacht auf dem Festplatz.

Angesichts der beinahe täglich ansteigenden Waldbrandwarnstufe haben die Veranstalter vom Emstaler Ortsbeirat in den letzten Stunden vor dem Entzünden des Feuers noch einmal bei der Ordnungsbehörde der Gemeindeverwaltung nachgefragt. „Von dort kam die positive Nachricht, dass unser Osterfeuer mit ein paar zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen wie geplant stattfinden kann“, sagte Ortsvorsteher Dirk Baatzsch.

Feuerwehr sichert Osterfeuer ab

Die vorherige Bewässerung der umliegenden Flächen, ein ausreichender Wasservorrat vor Ort und das Vermeiden von Funkenflug standen auf der Empfehlungsliste, die umgesetzt wurde. Der Festplatz unmittelbar am Strand des Emstaler Schlauches ließ zusätzlich die Bedenken schrumpfen. Kloster Lehnins Gemeindewehrführer Marko Riesenberg, der selbst in Emstal zuhause ist, hatte zusammen mit weiteren Feuerwehrkameraden ein wachsames Auge auf das Osterfeuer.

„Natürlich haben wir auch im Voraus die Bedingungen geprüft und zusätzlich zum Gerät der Emstaler Wehr extra ein Tanklöschfahrzeug aus Lehnin zur Absicherung dazu geholt“, sagte Riesenberg. Zudem stand der Wind günstig und wehte nur als ganz laues Lüftchen in Richtung Wasser.

Ähnliche Voraussetzungen wünscht sich auch der Michelsdorfer Ortsvorsteher Steffen Dammann für das Osterfeuer, das am Sonnabend in seinem Heimatdorf vom Männergesangverein ausgerichtet werden soll. „Nach Rücksprache mit der Gemeindeverwaltung ist der jetzige Stand positiv“, sagte Dammann. Geplant ist, dass auch in Michelsdorf Kameraden der Lehniner Wehr das traditionsreiche Fest begleiten.

„Wenn die Waldbrandgefahr bis dahin auf die höchste Stufe fünf steigen sollte, muss man die geplanten Osterfeuer in den verschiedenen Ortsteilen noch einmal überdenken und wahrscheinlich absagen“, schätze Gemeindewehrführer Riesenberg die Lage ein. „Die Entscheidung wird dann in der Ordnungsbehörde der Gemeindeverwaltung gefällt.“

Hauptrolle für den Nachwuchs

In Emstal durften derweil die Mitglieder aus der Kinder- und Jugendfeuerwehr wie gewohnt ihre Hauptrolle erfüllen. In einem Fackelzug machte sich der Nachwuchs von der Dorfmitte aus auf den Weg zum Festplatz. Dort angekommen, haben die kleinen Floriansjünger traditionsgemäß die Aufgabe, mit ihren Fackeln das Osterfeuer zu entzünden.

Jugendwartin Anika Ließ und Ortswehrführerin Anja Leo dirigierten die Mädchen und Jungen an die richtige Stelle. Die Nachwuchstruppe zählt zurzeit 12 Mitglieder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren und leistete mit einem kleinen Kuchenverkauf einen Beitrag zur Versorgung der Festbesucher. „Vom eingenommenen Geld wollen wir neue T-Shirts und Pullover für die Kinder kaufen“, sagte die Jugendwartin.

Von Christine Lummert

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