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Kloster Lehnin Ausbilder schicken ihre Feuerwehren in die Wüste
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Ausbilder schicken ihre Feuerwehren in die Wüste
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10:41 22.10.2019
Wer zieht hier wen aus dem Sand? Die Feuerwehren des 1. Zuges der Waldbrandeinheit Potsdam-Mittelmark testen die technischen Fähigkeiten ihrer Fahrzeuge. Quelle: Julian Stähle
Emstal

Da durch? Blanken Sand haben die Löschfahrzeuge der Waldbrandeinheit Potsdam-Mittelmark unter den Rädern. Der 1. Zug mit Kameraden aus Lehnin, Damsdorf, Emstal, Beelitz, Ferch, Marzahne und Fichtenwalde ist dieses Mal nicht von seinem Sammelpunkt vor dem Lehniner Gerätehaus auf dem Weg zu brennenden Kiefern. Die Feuerwehrleute testen, was ihre Fahrzeuge und Besatzungen in extremen Lagen können. Nämlich für den Fall, dass sich in den Forsten halbwüstenähnliche Zustände ausbreiten – wie zum Beispiel nach langen Trockenzeiten.

Unter extremen Bedingungen hat der 1.Zug ein Übungsprogramm absolviert. Mensch und Technik kamen an ihre Belastungsgrenzen.

Einen einzigartigen Ausbildungstag absolvierten 35 Brandschützer in einer Kiesgrube hinter dem ehemaligen Kalksandsteinwerk bei Emstal (heute Xella). Wie gut, dass es Allradgetriebe gibt. Slalom fahren und eine Wende in drei Zügen gehörten zu den Übungen, die von Mensch und Technik in der märkischen Mondlandschaft zu absolvieren waren. Für die Grubenbetreiber der Firma SK BB, die wie die Firma Xella, ihr Betriebsgelände zur Verfügung stellten, ein ungewohntes Bild.

Ein Einsatzfahrzeug in der Kiesgrube Emstal. Quelle: Julian Stähle

Auf die Idee mit dem Training in einer Kiesgrube waren Zugführer Kevin Strehlau, Lehnins Ortswehrführer Robert Lehmann und Vize-Kreisbrandmeister Andy Laube gekommen. Nach einer theoretischen Unterweisung und einer Auswertung der diesjährigen Waldbrände fungierten Peter Kamolz und Dieter Riesenberg als Ausbilder im Stationsbetrieb. Weil die Kiesgrube von Wald umgeben ist, boten sich weitere Übungszenarien an.

Extrem gefordert

So wurde das Können der Fahrer geprobt, als sechs Fahrzeuge auf einem Waldweg hintereinander die Fahrtrichtung wechseln mussten. Von Wendehammer keine Spur. Auch die Maschinisten waren extrem gefordert. Löschwasser aus allen Rohren war angesagt. Dabei wurde festgestellt, dass alle im 1. Zug der Waldbrandeinheit vereinten Tanklöschfahrzeuge in der Lage sind, auf einen Schlag bis zu 33 000 Liter Wasser in sieben Minuten abzugeben.

Wasser aus allen Rohren. Quelle: Julian Stähle

Dabei reichen die Wurfweiten der Dachmonitore zwischen 45 und 60 Meter weit. Reichweiten sind wichtig, wenn die Kameraden im Wald um munitionsbelastete Flächen einen Bogen machen müssen. Die Einsätze bei Fichtenwalde und Treuenbrietzen in den letzten beiden Jahren sind nicht vergessen. Parallel wurde ein Fahrzeug-Sicherheitstraining absolviert, um detaillierte Abläufe bei einem Waldbrand nachzustellen.

Erfahrungen ausgetauscht

Übungsleiter Kevin Strehlau zeigte sich mit dem Verlauf der siebenstündigen Übung zufrieden. „Ich denke unsere Kräfte sind für die kommende Waldbrandsaison gut gewappnet. Die Wiederholung eines solchen Ausbildungstages ist durchaus denkbar. Wichtig war uns vor allem der Erfahrungsaustausch. Denn bei extremen Lagen können alle Kameraden voneinander lernen“, sagte Strehlau der MAZ. Entspannt ging es beim Abschlussgespräch und gemeinsamen Grillen vor der Lehniner Feuerwache zu. Weil die Waldbrandeinheit nur in besonderen Fällen angefordert werden, sehen sich die Kameraden aus den verschiedenen Ortswehren in der Regel nur selten.

Die Einsatzfahrzeuge des 1. Zuges der Waldbrandeinheit Potsdam-Mittelmark. Quelle: Julian Stähle

Insgesamt besteht die Waldbrandeinheit Potsdam-Mittelmark aus drei Zügen mit Kommandowagen, Löschgruppenfahrzeugen, Schlauchwagen und Tanklöschfahrzeugen, Einsatzleitwagen und Meldekrad. Wird bei Großschadenslagen die komplette Einheit angefordert, machen sich im ganzen Landkreis über 200 Feuerwehrleute auf den Weg zu ihren Gerätehäusern.

Von Julian Stähle und Frank Bürstenbinder

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