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Kloster Lehnin Landkreis wirbt offen mit Brutto-Gehalt um neue Mitarbeiter
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Landkreis wirbt offen mit Brutto-Gehalt um neue Mitarbeiter
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09:15 28.12.2019
Landrat Wolfgang Blasig (SPD) ist Chef von rund 1000 Mitarbeitern. Bei so vielen Menschen gibt es immer Fluktuation und Pensionierungen. Stellenausschreibungen gehören deshalb auch 2020 zum normalen Geschäft. Quelle: Friedrich Bungert
Mittelmark

Über 43 000 Euro bis knapp 52 000 Euro brutto für einen Betriebswirt. Ein neuer Mitarbeiter im Kreisstraßenbetrieb kann mit fast 32 000 Euro bis 34 700 Euro brutto rechnen. Das Landratsamt Potsdam-Mittelmark bricht mit einem Tabu. Neben der obligatorischen Aufführung der Entgeldgruppe sollen Interessenten in Stellenausschreibungen künftig auf den ersten Blick die Höhe ihres möglichen Verdienstes ablesen können – entsprechend der persönlichen Voraussetzungen.

Frauen in der Überzahl

Mit 70 Prozent nehmen weibliche Beschäftigte den überwiegenden Anteil an den gut 1000 Mitarbeitern der Kreisverwaltung ein. Bei den Fachdienst- und Teamleitungen sind 52 Prozent Frauen. Fachbereichsleitungen werden dagegen nur zu 17 Prozent von Frauen gestellt.

Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter in der Kreisverwaltung im Jahr 2018 lag bei 46,2 Jahren und ist im Vergleich zum Vorjahr unwesentlich gesunken. Insbesondere Neueinstellungen und die Übernahme der Azubis haben zur Stabilisierung des Durchschnittsalters beigetragen.

Im Jahr 2018 gab es 138 Stellenausschreibungen. Die Zahl der Bewerber ist mit durchschnittlich zehn je Stelle deutlich gesunken. Auf 14 Ausschreibungen haben sich keine qualifizierten Fachkräfte beworben. Mehrfach mussten Stellen im Fachbereich Soziales, Jugend, Gesundheit und Schulentwicklung ausgeschrieben werden, da keine geeigneten Bewerber zur Verfügung standen.

Insgesamt 91 Beschäftigungsverhältnisse in der Kreisverwaltung wurden 2018 beendet. Davon sind 19 Kündigungen seitens der Mitarbeiter – so viel wie noch nie. Ansonsten sind Aufhebungsverträge und der Eintritt in die Rente die wichtigsten Gründe für eine Beendigung.

In Zeiten des Fachkräftemangels will sich der Landkreis als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Dabei geht es neben 30 Urlaubstagen, einem VBB-Firmenticket und einem Zeitwertkonto natürlich ums Geld. Deshalb wird bei der Mitarbeitersuche auch mit einer betrieblichen Altersvorsorge, Leistungsprämien und Leistungszulagen gewunken. Wem das noch nicht genug ist, wird vielleicht bei den Zusatzleistungen schwach. Mit dem Betriebssportfest zum Beispiel. Oder einem Gesundheitstag.

Wettbewerb um kluge Köpfe

„Wir müssen uns heute dem Wettbewerb um kluge Köpfe auf dem Arbeitsmarkt stellen. Wer in den 1990er-Jahren einen Job in der Kreisverwaltung ergatterte, blieb in der Regel bis zur Rente an seinem Platz. Diese Zeiten sind vorbei“, sagte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) der MAZ. Neben einer guten Bezahlung würden Mitarbeiter inzwischen viel mehr Wert auf kurze Arbeitswege, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie attraktive Qualifizierungsmöglichkeiten legen, so Blasig.

Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung arbeiten nicht nur in Bad Belzig, sondern auch in Brandenburg, Teltow und Werder. Langfristig werden als Arbeitsstandorte Bad Belzig und der künftige Verwaltungssitz Beelitz-Heilstätten übrig bleiben. Quelle: René Gaffron

Fluktuation und Pensionierungen in allen Bereichen stellen die Kreisverwaltung auch 2020 vor Herausforderungen. Offene Stellen im Amtsärztlichen Dienst, im Kinder- und Jugendärztlichen Dienst sowie im Sozialpsychatrischen Dienst bleiben Dauerbaustellen. Auch IT-Spezialisten, Tierärzte und Mitarbeiter für die Lebensmittelüberwachung werden immer wieder gesucht. Ebenso haben Bauingenieure und die klassischen Verwaltungsfachkräfte gute Chancen für eine berufliche Zukunft in der Kreisverwaltung.

Immer Bewegung

Von einer Personalnot mag Landrat Blasig mit Blick auf das neue Jahr nicht sprechen. „Es ist immer Bewegung in der Verwaltung. Aber bis jetzt konnten wir freie Stellen fast immer besetzen“, so Blasig. Immerhin hat Potsdam-Mittelmark in den 26 Jahren seines Bestehens eine Vielzahl von Struktur- und Organisationsveränderungen erlebt, wonach auch die Personalarbeit auszurichten war. Dabei galt es nicht nur Stellen nachzubesetzen, sondern Bewerber für neu geschaffene Posten zu finden.

An Hauhaltsplan gekoppelt

Der Stellenplan der Kreisverwaltung ist an den über zwei Jahre laufenden Haushaltsplan gekoppelt.Wie aus dem jüngsten Personalbericht hervorgeht, wurden zum Jahresende 2018 im Stellenplan 1045,5 Stellen vorgehalten. Entgegen dem Plan konnten Stellen reduziert werden, weil die Zuweisung von Asylbewerbern zurückgegangen ist. Geplante Projekte traten nicht in Kraft.

Mehrbedarf in der Elterngeldstelle

Konsequenzen für den Stellenplan im Jobcenter hat der Rückgang der Bedarfsgemeinschaften. Mehrbedarf an Personal meldete dagegen der Fachdienst Finanzhilfen für Familien. Unter anderem hatte der Bearbeitungsstau in der Elterngeldstelle für Schlagzeilen gesorgt. Aber auch die Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes und die Kitafinanzierung machten mehr Stellen erforderlich.

 

Von Frank Bürstenbinder

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