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Kloster Lehnin Premiere: Sängerin Kirsten Storbeck startet den ersten „Jazzkeller“ in Kloster Lehnin
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18:01 13.02.2020
Sängerin Kirsten Storbeck probt einen Jazz-Song. Quelle: André Großmann
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Kloster Lehnin

Die Macht der Musik begleitet Sängerin Kirsten Storbeck durchs Leben. Sie greift sich ein Mikrofon, singt Songs wie „Hit the Road Jack“, „What a wonderful World“ und probt für ihren Auftritt im Königshaus auf dem Lehniner Klostergelände.

Liebe zur Musik

Erstmals will die Lehninerin das historische Gemäuer in einen Jazz-Keller verwandeln und präsentiert dabei auch Blues, Soul und Swing. „Ich spüre, wie glücklich mich das Singen macht. Die Musik hilft mir über schwierige Zeiten hinweg. Ich reflektiere meine Gefühle, Songs können Probleme lösen und neue Sphären ermöglichen“, sagt die 60-Jährige.

Die Lehninerin Kirsten Storbeck singt gern Jazz-Songs. Quelle: André Großmann

Ihr Beruf ist für sie „die schnellste Verbindung zu anderen Menschen“, eine kreative Chance und Selbstverwirklichung. Musik begleitet die gebürtige Lehninerin seit ihrer Kindheit. Die 60-Jährige wächst in der Beelitzer Straße auf, geht als Kind durch die Wälder entlang des Kolpin- und Schampsees und singt, wenn sie einsam ist.

Gesang seit der Kindheit

Ihre Großmutter Elise Näther bringt Kirsten Storbeck auf Familienfeiern in Bochow mehrere Stimmlagen bei, während die Männer im Wohnzimmer sitzen, singen die Frauen. Der Spaß an der Kreativität lässt die Lehninerin nicht los. „Wenn ich Dinge tue, die ich liebe, gibt mir das Kraft. Ich hatte immer Ideen, wenn ich etwas entwerfen und gestalten konnte“, sagt die Sängerin. Doch nicht immer lebt sie ihren Traum.

Kirsten Storbeck macht zu DDR-Zeiten eine Ausbildung zur Facharbeiterin für Betriebsmess-, Steuerungs- und Regelungstechnik in Teltow, schult nach dem Mauerfall zur Altenpflegerin in Hermannswerder um und arbeitet jahrelang in einer Rehaklinik im Lehniner Krankenhaus.

Entscheidungen mit Folgen

Sie denkt über ihre Arbeit in verschiedenen Schichten nach, den Stress, gesundheitliche Probleme und trifft schließlich vor zehn Jahren einen Entschluss. „Ich wollte ich kein Leben, das nur von Arbeit und Stress bestimmt war. Ich wollte etwas tun, das mich glücklich macht“, sagt die Lehninerin.

Acht Jahre ist sie Sängerin der Kondor-Band aus Brück, tritt vor Tausenden Zuschauern bei Feiern, Firmen- und Stadtfesten auf und entwickelt parallel ihr eigenes Gesangsprojekt. Ende des Jahres 2019 verlässt sie die Band und beschließt, nur noch ihren eigenen Weg zu gehen.

Die 60-Jährige ist zufrieden mit ihrer Entscheidung und sicher, dass jede Epoche ihres Lebens „auch gute Seiten“ hatte. Sie blickt nicht mit Reue auf schwierige Zeiten und benennt stattdessen ein Beispiel, wie sinnvoll es sein kann, die eigene Meinung zu ändern. „Ich war zunächst kein großer Fan des Schlagers, bemerkte aber, wie gerührt die Zuhörer sind, wenn ich Lieder von Andrea Berg und Helene Fischer singe. Diese Dankbarkeit, die einem entgegen schlägt, ist durch nichts zu ersetzen“, sagt die Lehninerin.

Neue musikalische Chance

Vor wenigen Wochen ermöglichen ihr die Musikliebhaber daraufhin eine neue Chance. Sie bieten Kirsten Storbeck an, ihre Blues- und Jazzsongs zu singen. „Endlich war ich in meinem Element. Die zuvor recht gesellige Situation hatte sich im Handumdrehen in eine tolle Lounge Club-Atmosphäre gewandelt und war verzaubert“, sagt die Lehninerin.

An dieser Anlage mischt Sängerin Kirsten Storbeck den Sound in ihrem Proberaum. Quelle: André Großmann

Mehrere Gäste sprechen sie später an und fragen, ob sie ihre Lieder bei einem öffentlichen Auftritt präsentieren würde. Einen Monat vor Veranstaltungsbeginn sind die Karten ausverkauft, Kirsten Storbeck denkt darüber nach, den „Jazz-Keller“ als jährliche Veranstaltung zu etablieren.

Träume für neue Auftritte

Für sie wird mit dem Auftritt im sogenannten Königshaus auf dem Gelände des Klosters ein Traum wahr. „Es ist der beste Raum mit Backsteingewölbe und gotischen Fenstern, das dem Besonderen eines solchen Abends buchstäblich die Krone aufsetzt“, sagt die Sängerin. Sie wünscht sich, einmal bei den Lehniner Sommermusiken, im Zickengang in Golzow aufzutreten und möchte wieder größere Bühnen bespielen.

Diese Songs stehen auf der Titelliste der Lehniner Sängerin Kirsten Storbeck. Quelle: André Großmann

Dann greift Kirsten Storbeck erneut zum Mikrofon, betrachtet ihre Jazz-Songliste, stimmt „Ain´t no Sunshine“ an und lächelt. „Ein Leben ohne Musik ist für mich nicht denkbar. Sie gehört einfach immer dazu“, sagt die Lehninerin.

Sängerin Kirsten Storbeck tritt am 14. März beim ersten „Jazz-Keller“ im sogenannten Lehniner Königshaus auf dem Gelände des Klosters auf. Infos unter 03382/700318.

Von André Großmann

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