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Kloster Lehnin Protest gegen 13 geplante Einfamilienhäuser
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Protest gegen 13 geplante Einfamilienhäuser
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13:57 27.03.2019
Auf dem Feld in Rädel zwischen Bäckerweg und Wald sollen bis zu 13 neue Wohnhäuser entstehen. Seit Jahren gilt der Acker als Bauerwartungsland.
Auf dem Feld in Rädel zwischen Bäckerweg und Wald sollen bis zu 13 neue Wohnhäuser entstehen. Seit Jahren gilt der Acker als Bauerwartungsland. Quelle: Rüdiger Böhme
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Rädel

Am Bäckerweg in Rädel sollen bis zu 13 Einfamilienhäuser mit 160 Metern Straßenfront auf einem bisherigen Acker entstehen. Wann genau, ist nach Angaben der Verwaltung noch offen. Bei den Anwohnern hat dieses Planvorhaben eines Investors auf rund 7500 Quadratmeter Privatland für helle Aufregung gesorgt. Nach dem 2007 verabschiedeten Flächennutzungsplan ist der Acker Bauerwartungsland. Ein dann überplanter Feldweg soll umgelegt werden.

Im Bauausschuss der Gemeinde Kloster Lehnin am Dienstagabend machten einige Rädeler ihrem Unmut Luft. Einer der Kritikpunkte war die Informationspolitik der Kommune über das Projekt. So wollten sich Anwohner auch in der jüngsten Ortsbeiratssitzung über den Bebauungsplan informieren, der zur Entscheidung vorlag. Wegen fehlender Informationen dazu von der Verwaltung hat der Ortsbeirat diese Entscheidung jedoch vertagt. Darauf verwies Ortsvorsteher Horst Juchert. „Wir haben 15 Fragen von Bürgern dabei.“

Kritik an Anzahl der Häuser

„Ich bin geplättet von der Anzahl der Häuser und geschockt von dem Entwurf“, sagte Susann Golke, Mitglied im Ortsbeirat und Anwohnerin. Sie hatte bisher freien Blick auf das Feld und den dahinter liegenden Waldrand des nahen Truppenübungsplatzes. Susann Golke kritisierte auch die in ihren Augen zu geringe Größe der Grundstücke. Das meisten der geplanten Grundstücke sind mehr als 600 Quadratmeter groß, das kleinste misst 338 Quadratmeter. „Das ist Garagenformat“, so die ehrenamtliche Kommunalpolitikerin. „Das passt nicht zur Struktur von Rädel.“

Rädels Ortsvorsteher Horst Juchert, hier bei einer Frühjahrsputzaktion in dem Naturdorf. Quelle: Heike Schulze

Heftig kritisierten anwesende Bürger, dass niemand von der Verwaltung bei der Ortsbeiratssitzung vor wenigen Tagen dabei war, um über das Bauvorhaben zu informieren. „Da ist etwas in der Verwaltung schief gelaufen“, sagte dazu der Vorsitzende des Bauausschusses, Manfred Meske. Bürgermeister Uwe Brückner wies das zurück. Er sagte, die Zahl der Sitzungen in den 14 Ortsteilen sei zu hoch, um jede besetzen zu können. Tatsächlich jedoch scheint das Rathaus von dem Infobedarf der Bürger vor Ort überrascht gewesen zu sein. Ein Rädeler forderte auch eine Einwohnerversammlung zu dem Projekt.

Neuland für Rädel

Bauamtsleiterin Angela Böttge konnte einige Wogen glätten. „Es ist noch nichts in Stein gemeißelt, ob es wirklich 13 Einfamilienhäuser werden und wann tatsächlich gebaut wird, steht noch nicht fest.“ Auch können die Grundstücke noch größer werden. Zulässig sein sollen Häuser mit zwei Geschossen, also Erd- und Dachgeschoss. „Das klassische Einfamilienhaus“, so Böttge. Der Bauausschuss votierte einstimmig für das Projekt unter der aufschiebenden Bedingung, dass der Rädeler Ortsbeirat dem Projekt in seiner nächsten Sitzung zustimmt.

Nach der möglichen Verabschiedung des B-Planes im Gemeinderat am 9. April und der Veröffentlichung im Amtsblatt können die Einwohner noch vier Wochen ihre Einwände geltend machen. „Ich bin für die Bebauung, aber mit etwas weniger Häusern“, sagt Ortsvorsteher Horst Juchert. Er trifft sich am Donnerstag mit dem Investor im Rathaus in Lehnin, um mehr Informationen zu erhalten. „Wir in Rädel sind es nicht gewöhnt, dass ein Investor gleich mehrere Häuser baut“, so Juchert. „Das ist Neuland für uns. Bei uns gab es bisher nur Lückenschluss bei Neubauten.“

Von Marion von Imhoff