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Kloster Lehnin Zahlen belegen: Emstal in Potsdam-Mittelmark hat ein großes Raser-Problem
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Raser in Emstal: Zahlen zeigen das Ausmaß der Tempo-Verstöße

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16:01 06.10.2021
Der Emstaler Ortsvorsteher Dirk Baatzsch (links) und sein Michelsdorfer Amtskollege Steffen Dammann vor der neu installierten Tempoanzeige in Emstal (Foto vom Dezember 2020).
Der Emstaler Ortsvorsteher Dirk Baatzsch (links) und sein Michelsdorfer Amtskollege Steffen Dammann vor der neu installierten Tempoanzeige in Emstal (Foto vom Dezember 2020). Quelle: privat
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Emstal

Gefühlt haben es die Emstaler schon immer, nun haben sie es schwarz auf weiß: Raser lieben ihre Ortsdurchfahrt, in der gemäß Straßenverkehrsordnung immer noch Tempo 50 gilt. Das zeigt die Auswertung der Geschwindigkeitsmessungen Evolis vom 31. März bis 30. September 2021, teilte Berthold Satzky, stellvertretender Ortsvorsteher, am Dienstag mit.

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„Erschreckend sind vor allem rund 59.800 ausfahrende Fahrzeuge zwischen 51 und 70 km/h, rund 1800 Fahrzeuge zwischen 71 und 90 km/h und 114 zwischen 91 und 110 km/h“, berichtet Satzky. In der Gegenrichtung, also in den Ort hinein, fuhren den Zahlen zufolge rund 15.300 Fahrzeuge zwischen 51 und 70 km/h sowie 217 zwischen 71 und 90 km/h. Wie berichtet, wehren sich die Emstaler schon lange gegen die Raser.

Landesbetrieb Straßenwesen zum Handeln aufgefordert

Satzky erneuert die Forderung des Ortsbeirats, „dort unbedingt durch den Landesbetrieb Straßenwesen eine Verkehrsinsel oder Querungshilfe oder ähnliches einzurichten, um die Geschwindigkeit der Raser zu mindern“. Doch schon bei der nächsten Instanz, der Gemeindeverwaltung Kloster Lehnin, scheint es zu haken: Das Anliegen der Emstaler „wurde bisher nach unserer Auffassung von der Gemeindeverwaltung nicht ernsthaft betrieben bzw. weitergereicht“.

Mit Mittels aus dem Ortsteilbudgets habe man ab 2020 die Geschwindigkeitsmessanlage finanzieren können. „Jetzt haben wir eindeutige Zahlen, die angemessene Bewertung und Konsequenzen seitens der Verkehrsbehörde, aber auch seitens der für die Landesstraße zuständigen Landesbehörde rechtfertigen“, betont Satzky. Schon im Zeitraum Dezember 2020 bis März 2021 lagen ihm zufolge ähnliche Zahlen vor.

Gemeinde Kloster Lehnin soll Forderung unterstützen

Und: „Wir griffen diese durch Messungen belegte Gefährdung von Emstaler Bürgerinnen und Bürgern schon vor mehr als einem halben Jahr auf, formulierten entsprechende Bitte ans Rathaus Kloster Lehnin, erinnerten daran auch in unserer letzten Ortsbeirats-Sitzung am 10. August 2021 in Anwesenheit des Herrn Bürgermeisters.“ Das von der Gemeinde selbst beauftragte Ingenieurbüro habe im Zuge der Verkehrsentwicklungs- und Lärmminderungsplanung an dieser Ortseinfahrt den Bau einer Querungshilfe empfohlen.

Von MAZ