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Kloster Lehnin Rollender Dorfladen auf Tour durch 22 Orte
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Rollender Dorfladen auf Tour durch 22 Orte
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13:57 29.04.2019
Edeka-Markt-Betreiberin Carmen Schmidt schickt den rollenden Dorfladen auf Tour. Quelle: Christine Lummert
Lehnin

Mit einer Klingel kündigt sich der rollende Dorfladen an. Seit dem 8. April tourt das Einkaufsmobil an fünf Tagen in der Woche auf einer festgelegten Route durch die meisten Ortsteile Kloster Lehnins und von Groß Kreutz (Havel). Angefahren werden auch die Dörfer der Gemeinde Planebruch im Amt Brück, sowie Klaistow, Kanin und Busendorf, die zur Stadt Beelitz gehören.

Mit etwa 1000 Artikeln an Bord dreht der rollende Dorfladen von Edeka Markt-Betreiberin Carmen Schmidt durch die Dörfer der Gemeinden Kloster Lehnin und Groß Kreutz (Havel).

„Es gibt bereits Anfragen aus weiteren Dörfern, aber wir müssen im Tourenplan ein bisschen Luft lassen, gerade jetzt wegen der Feiertage, denn dann brauchen wir das Polster, um trotzdem einmal in der Woche in jedem Ort präsent zu sein“, sagt Carmen Schmidt. Die Unternehmerin betreibt die Edeka-Märkte in Lehnin und Groß Kreutz und schickt jetzt den rollenden Dorfladen auf die Reise. Drei ihrer Mitarbeiter wechseln sich mit den Fahrten ab.

Mit der Idee zum mobilen Verkaufswagen folgte sie Kundenwünschen. „Wir haben immer wieder Anfragen bekommen, ob wir einen Lieferservice einrichten könnten“, sagt Schmidt. Nach unternehmerischen Gesichtspunkten wäre das aber wohl kein lohnendes Geschäft. „Wir müssten die Ware zu oft anfassen und eine zeitnahe Belieferung könnten wir ebenfalls nicht leisten.“

In Netzen freuen sich Bärbel Thileker (v.) und Anita Reich über die neue Einkaufsmöglichkeit im Dorf. Quelle: Christine Lummert

Der offensichtliche Bedarf wird jetzt auf anderem Wege erfüllt. In einem extra umgebauten 7,5-Tonner ist genug Platz. Rechts und links stehen die Regale, natürlich mit einer extra Sicherung, so dass bei der Fahrt über die märkischen Dorfstraßen nichts zu Boden fällt. An der Rückwand sind die Kühlfächer für Fleisch, Wurst, Käse und Joghurt eingebaut. Gleich hinter der Fahrerkabine wird an der Kasse bezahlt. „Bisher nur mit Bargeld, eine Zahlung mit Karte ist noch nicht möglich“, sagt Schmidt.

Immer mittwochs um zehn Uhr ist der Halt in Netzen gegenüber der Feuerwehr eingeplant. Überpünktlich rollt der Dorfladen ein. Innerhalb der ersten halben Stunde steuern knapp zehn Einwohner die mobile Einkaufsmöglichkeit an. Schon vor der kleinen Treppe, die ins gut gefüllte Innere des rollenden Geschäfts führt, warten Rosen- und Tulpensträuße auf Blumenfreunde.

Sicher verpackt gegen Erschütterungen bei der Fahrt stehen etwa 1000 Artikel in den Regalen. Quelle: Christine Lummert

„Blumen gehen immer“, weiß Carmen Schmidt aus Erfahrung. Vier Stufen steigen die Kunden hinauf, greifen sich einen Einkaufskorb und sammeln ein, was sie brauchen. Zwei bis drei Einkäufer haben bequem Platz und finden vom Mehl bis zum Kaffee, vom Puddingpulver bis zum Deo eine bunte Palette vor. „Um die tausend Artikel sind bestimmt an Bord und wenn jemand etwas Bestimmtes vermisst, muss das nur beim Fahrer bestellt werden“, verspricht Schmidt.

In Netzen suchte Anita Reich zum Beispiel vergeblich nach Frischmilch. „Ich habe jetzt zur H-Milch gegriffen, aber in der nächsten Woche wird dann die Frischmilch mitgebracht“, sagt die Rentnerin, die sich ganz begeistert vom rollenden Dorfladen zeigt.

Gleich hinter der Fahrerkabine steht Edeka-Markt-Betreiberin Carmen Schmidt an der Kasse des mobilen Ladens. Quelle: Christine Lummert

„Vor allem für ältere Menschen, die nicht Auto fahren, ist das wirklich eine tolle Sache“, sagt Anita Reich. Die Busverbindung nach Lehnin und damit zum nächsten Supermarkt sei zwar gut. „Aber es geht ja auch immer darum, den Einkauf irgendwie von der Haltestelle nach Hause zu tragen.“ Jetzt kann sie bequem mit dem Fahrrad vorfahren, nach dem Einkauf alles im Korb auf dem Gepäckträger verstauen und ganz entspannt den Heimweg antreten.

Bärbel Thileker ist ebenfalls begeistert und war bisher bei jedem Stopp in Netzen dabei. „Meine Kinder kümmern sich zwar und fahren mit mir zum Einkaufen, aber wenn sich jetzt so eine Gelegenheit gleich vor der Tür bietet, nutzte ich die natürlich gerne. Zumal die Preise genau die gleichen wie im Laden sind.“

Zuspruch der Kunden wächst

In der ersten Woche testeten um die 250 Kunden in den 22 Dörfern auf der Tour die neue Einkaufsmöglichkeit. „In der zweiten Woche waren es schon knapp 300“, berichtet Carmen Schmidt. Mindestens über den Sommer will sie sich Zeit lassen und sehen, wie die neue Idee angenommen wird. „Ich hoffe jedenfalls, dass uns der rollende Dorfladen noch lange erhalten bleibt“, sagt Bärbel Thileker.

Von Christine Lummert

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