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Kloster Lehnin Schockanruf bei einer Seniorin aus Kloster Lehnin
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Schockanruf bei einer Seniorin aus Kloster Lehnin

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17:08 23.02.2021
Der versuchte Enkeltrick am Telefon ist nicht gelungen.
Der versuchte Enkeltrick am Telefon ist nicht gelungen. Quelle: Dpa
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Kloster Lehnin

Mit einer ganz üblen Version des Enkeltricks sollte eine Seniorin aus Kloster Lehnin um ihr Erspartes gebracht werden. Am Montagnachmittag um 14.30 Uhr meldete sich angeblich der Sohn der 83-Jährigen am Telefon und erzählte ihr, dass er mit seinem Auto einen schweren Unfall verursacht habe. Um die alte Dame zusätzlich zu schocken, behauptete der Mann, dass dabei eine andere Person tödlich verunglückt sei.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs forderte der akzentfrei sprechende Anrufer die Seniorin dazu auf, ihm 30 000 Euro zu überlassen, denn nur so sei eine sofortige Inhaftierung noch zu verhindern. Die alte Dame reagierte in diesem Moment genau richtig. Sie beendete den Anruf mit ihrem angeblichen Familienmitglied und wählte kurz darauf die ihr bekannte Telefonnummer ihres Sohnes.

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Im diesem Gespräch klärte sich schnell, dass die Dame das Opfer eines Enkeltricks werden sollte. Der Sohn verständigte sofort der Polizei und meldete den Vorfall. Die Beamten nahmen eine Anzeige wegen Betrugs auf. Diese besonders hinterhältige Masche des Telefonbetrugs ist der Polizei nicht unbekannt. „Bei diesen so genannten Schockanrufen nutzen die Täter die Schreckmomente aus, indem sie ihre Opfer anrufen und sich als Angehörige in einer dramatischen Situation ausgeben“, teilte Oliver Bergholz, Pressesprecher der Polizeidirektion West in Brandenburg an der Havel, am Dienstag mit.

Die 83-jährige Kloster Lehninerin hat durch das vorzeitige Beenden des Anrufs weitere Überredungsversuche der Telefonbetrüger verhindert. Denn „für gewöhnlich wird das Telefon an einen angeblichen Polizisten weitergegeben, um durch eine akustische Drohkulisse den Druck weiter zu erhöhen“, sagt Oliver Bergholz. Und weiter: „Die Kombination aus Schock, Drohungen und Mitleid gegenüber dem vermeintlichen Angehörigen soll die oft älteren Opfer dazu bringen, den Wahrheitsgehalt nicht zu hinterfragen und Geld herauszugeben.“

Tipps der Polizei

Die Polizei verweist deshalb noch einmal auf wichtige Tipps, die dabei helfen Enkeltrickbetrüger zu erkennen. Angerufene sollten am Telefon keine Details zu ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben und sich vor allem nicht unter Druck setzen lassen, auch wenn angeblich ein Familienmitglied am anderen Ende der Leitung ist.

Stattdessen sollten Betroffene einen späteren Gesprächstermin vereinbaren und nach dem Beenden des Gesprächs – genau wie die 83-Jährige aus Kloster Lehnin – über eine bekannte Nummer den angeblichen Familienangehörigen zurückrufen und die Angaben überprüfen. In keinem Fall sollten Angerufene eine Geldübergabe verabreden und bei Zweifeln immer die örtliche Polizeidienststelle informieren.

Von MAZ