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Kloster Lehnin Terrorabwehr: Polizei und Bundeswehr simulieren Katastrophenfall
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Terrorabwehr: Polizei und Bundeswehr simulieren Katastrophenfall
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19:15 04.06.2019
Bei einer Terrorabwehrübung wurde auf dem Truppenübungsplatz Lehnin auch die Rettung von Verletzten simuliert. Quelle: André Großmann
Lehnin

Terroristen attackieren Menschen in einem fiktiven Szenario auf dem Truppenübungsplatz in Lehnin. Spezialeinheiten der Polizei dringen in ein Gebäude ein, in dem sich Attentäter verschanzt haben, klären die Lage und retten mehrere Personen. Zur Annäherung nutzen sie neben gepanzerten Fahrzeugen auch geschützten Transportraum der Bundeswehr.

Bei der Terrorabwehrübung simulierten Polizei und Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Lehnin mehrere Katastrophenfälle und arbeiteten zusammen.

Terrorabwehr simuliert

Polizeibeamte und Soldaten trainieren bei der Übung mit dem Namen Brandenburg Terrorabwehr Excercise (BBTEX) gemeinsam für den Ernstfall. Dabei betont der Polizeipräsident des Landes Brandenburg Hans-Jürgen Mörke, wie wichtig die Übung ist.

„Eingeordnet in die Lage, die wir international haben, können uns auch im Land Brandenburg jederzeit terroristische Handlungen erwischen“, sagt Mörke. Er erinnert an die Terroranschläge von Paris im Jahr 2015, bei denen sich Attentäter im Umland der Hauptstadt aufgehalten hätten und „im Wesentlichen dort gestellt wurden.“ Mörke möchte mithilfe der BBTEX „wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf terroristische Bedrohungslagen“ sammeln, hofft aber auch, „dass dieser Ernstfall nie eintreten wird.“

Training für mehrere Szenarien

Bei der Übung werden verschiedene fiktive Szenarien angenommen, die eine Unterstützung der Polizei durch die Bundeswehr ermöglichen. Dazu gehören eine bundesweite Hochwasserlage, ein Flugzeugabsturz und ein Gefahrgutunfall, der eine Vielzahl von Polizeikräften binden würde. Eine zusätzlich stattfindende bundesweite Terroranschlagserie würde die Unterstützung der Bundeswehr unter Führung der Landespolizei notwendig und rechtlich möglich machen, betont Polizeipräsident Mörke.

Dies sei der Fall, „wenn die demokratische Grundordnung unmittelbar gefährdet ist oder wir uns in einer ungewöhnlichen Ausnahmesituation katastrophischen Ausmaßes befinden“, kommentierte er weiter. Mörke bekräftigt, dass dann „allein die Polizei“ für die innere Sicherheit und die Wahrnahme hoheitlicher Aufgaben zuständig sei.

Der Artikel 35 des Grundgesetzes regelt die Unterstützung der Polizei durch Einsatzkräfte der Bundeswehr. Generalmajor Carsten Breuer betont, dass die Unterstützungsleistungen der Polizei normalerweise nicht zu den Aufgaben der Bundeswehr zählt. Für Breuer gelte deshalb der Grundsatz „Polizei schützt-Bundeswehr unterstützt.“

Fahrzeugkontrollen simuliert

Demonstriert wird auch der Aufbau einer Kontrollstelle. Polizeibeamte überprüfen dabei auf dem Truppenübungsplatz ankommende PKW mit Hunden und Unterflurspiegeln auf mögliche Drogenfunde und bedrohliche Gegenstände. Ein sogenannter Stop-Stick soll dabei verhindern, dass Straftäter wegfahren und zerstört im Ernstfall die Reifen des Wagens.

Übung sechs Monate vorbereitet

Polizeisprecher Torsten Herbst sagte auf MAZ-Nachfrage, dass die Terrorabwehrübung sechs Monate vorbereitet wurde. Die Kosten würden „zu 99 Prozent“ durch die Bundeswehr getragen, könnten allerdings noch nicht genau beziffert werden. So werde noch ermittelt, wie viel Materialien bei der BBTEX verbraucht wurden.

Mehr als 200 Polizisten im Einsatz

Mehr als 200 Beamte des Brandenburger Polizeipräsidiums, Teile eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei aus Mecklenburg-Vorpommern und rund 80 Soldaten beteiligten sich mit elf Fahrzeugen an der Terrorabwehrübung. Zusätzlich halfen 75 Anwärter der Polizeifachhochschule bei der Verletztendarstellung. Der 54-jährige Generalmajor Carsten Breuer ist zuversichtlich, dass mit der Übung „neue Wege für die Sicherheit im Land Brandenburg“ beschritten werden.

Von André Großmann

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