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Kloster Lehnin Michelsdorfer Theatergruppe probt neues Stück
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Michelsdorfer Theatergruppe probt neues Stück
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14:01 06.06.2019
Die Michelsdorfer Theatergruppe probt für ihr neues Stück „Des Schiffers Last". Quelle: Christine Lummert
Michelsdorf

Im letzten Jahr stand Carsten Teichert noch als strahlender Held auf der Bühne. Als Drachentöter Michael sorgte er für das Happy-End im Theaterstück um die frei interpretierte Gründungslegende von Michelsdorf. Bei den Proben zum neuen Stück trägt er jetzt einen schwarzen Mantel und Zylinder – ein klares Zeichen für das neue Rollenfach als Bösewicht.

Extra für die große 825-Jahr-Feier des Ortes im letzten Jahr fand sich eine Theatergruppe aus schauspielbegeisterten Michelsdorfern zusammen. „Wir wollten ein Stück Kultur zum Jubiläum beitragen“, sagt Carolin Böttcher, die auch jetzt wieder die weibliche Hauptrolle spielt. Der Einsatz im Rampenlicht und der Applaus des Publikums haben Wirkung gezeigt.

Carsten Teichert (3.v.l.) spielt im neuen Stück der Theatergruppe den Bösewicht. Quelle: Christine Lummert

„Ganz schnell haben wir beschlossen, dass die Gruppe zusammenbleibt und ein neues Stück entwickelt“, sagt Böttcher. Acht Frauen und Männer werden am 15. Juni dabei sein, wenn sich um 17.30 Uhr im Rahmen des Michelsdorfer Sommerfestes der Vorhang für die Premiere von „Des Schiffers Last“ hebt. „Es macht Spaß, auch weil wir eine wirklich bunte und komischen Truppe sind“, sagt Teichert. „Vom Intellektuellen bis zum Handwerker, vom Schülern bis zum Rentner ist alles dabei.“

Vor Jahresfrist war der damals 16-jährige Kevin Bellin der Autor der Drachentöter-Legende. Den Text für die neue Produktion der Laienbühne hat Carolin Böttcher verfasst. „Allerdings waren die Mitglieder der Theatergruppe an der Entwicklung des Stücks beteiligt“, sagt Böttcher. Zwei neue Gesichter sind auch dabei.

Gemeinsam zum Erfolg

Marion Stegner hat bei der ersten Aufführung noch im Publikum gesessen. „Gekommen bin ich eigentlich nur, weil meine Tante und mein Onkel auf der Bühne standen und ich war sofort begeistert“, sagt Stegner. Jetzt ist sie selbst dabei und hat ihren Sohn Dominik gleich mitgebracht, der als Erzähler fungiert.

Vor und hinter den Kulissen arbeiten alle gemeinsam am Erfolg. Daniel Hamnett komponiert die Musik, Helmut Maaß zimmert die Requisiten zusammen, über die Kostüme wird im Team beraten. Roland Bellin kümmert sich um die Bühnentechnik. Nach monatelangen Proben nimmt jetzt alles Gestalt an.

Daniel Hamnett (l.) und Helmut Maaß stehen als Ziegeleiarbeiter auf der Bühne. Quelle: Christine Lummert

Vor allem Helmut Maaß hatte gut zu tun. Zwei Wochen vor der Premiere hat er eine kleine Theke mit Zapfhahn für eine Wirtshausszene fertiggestellt. Eine Schubkarre, täuschend echte Ziegelsteine und ein falscher Baumstamm können schon länger in der Probenarbeit genutzt werden.

Die Zuschauer dürfen sich auf eine neue Episode aus der Michelsdorfer Geschichte freuen. Die Inspiration für „Des Schiffers Last“ kommt aus der Dorfchronik. „Ende des 19. Jahrhunderts arbeiteten viele Michelsdorfer entweder in den Ziegeleien vor Ort oder brachten als Schiffer die Ziegel zum Beispiel bis nach Berlin“, sagt Böttcher.

Inspiration aus Dorfchronik

Diese Fakten sind in der Michelsdorfer Chronik nachzulesen. „Wir haben jetzt auf dieser Grundlage unser Theaterstück in fünf Akten entwickelt“, sagt Böttcher. Die Handlung spielt um das Jahr 1880. Es ist die große Zeit der Ziegeleien in der Region.

Ein reicher Ziegeleibesitzer nutzt seine Arbeiter aus, zahlt schlechte Löhne und forderte lange Arbeitszeiten ein. Rücksichtslos lässt er den Wald abholzen, um Brennmaterial für seine Öfen zu gewinnen. Er steht in Konflikt mit seinen Arbeitern, der Dorfbevölkerung, dem eigenen Sohn und stellt zudem noch der schönen Tochter des Jägers nach.

Mit der Ankunft von Schiffer Wilfried, gespielt von Walter Bohnert, der 25 Jahre zuvor Michelsdorf verlassen hat, kommt Bewegung in die Geschichte. „Wie genau das passiert, verraten wir jetzt natürlich noch nicht“, sagt Carolin Böttcher. Das soll das Publikum beim Sommerfest am 15. Juni selbst entdecken.

Programm des Sommerfestes

Das Sommerfest in Michelsdorf hat Tradition. Am Sonnabend, 15. Juni, startet auf dem Festplatz in der Ortsmitte das Programm. Zur Eröffnung begrüßt der neu gewählte Ortsbeirat das Publikum

Auftritte des Michelsdorfer Männergesangvereins sowie des Liedermachers Karsten Perenz sorgen für die musikalische Unterhaltung am Nachmittag. Die Frauen der Michelsdorfer Mandolinengruppen werden mit einer Modenschau zu sehen sein.

Um 17.30 Uhr öffnet sich der Vorhang für die Premiere von „Des Schiffers Last“. Die Theatergruppe verspricht eine Aufführung mit viel Dramatik, Witz, Leidenschaft, Spannung und Musik.

Am Abend sorgt DJ André für die Musik bei der abschließenden Tanzveranstaltung.

Von Christine Lummert

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