Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kloster Lehnin Udo Wernitz zwischen Vertrieb von Backprodukten und Landtag
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Udo Wernitz zwischen Vertrieb von Backprodukten und Landtag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:02 11.09.2019
Udo Wernitz (SPD) im Garten seines Lehniner Hauses. Der 51-Jährige hat am 1. September das Direktmandat im Wahlkreis 16 errungen. Quelle: Marion von Imhoff
Lehnin

Für die frischgewählten Landtagsabgeordneten beginnt ein neues Leben. Wer neu in den Landtag kommt, ist nun mit einem Schlag Berufspolitiker. Viele waren zuvor, so wie Udo Wernitz (SPD) aus Lehnin, Kommunalpolitiker. Sie sind ihren Berufen nachgegangen und haben sich abends zu diversen Ausschuss-, Ortsbeirats- und Gemeinderatssitzungen zusammengefunden. Sie engagierten sich ehrenamtlich für die Politik und das Gemeinwohl. Mit dem Mandat als Landtagsabgeordneter erhalten sie für ihre politische Arbeit eine Art Gehalt.

Udo Wernitz, der das Direktmandat im Wahlkreis 16 gewonnen hat, war bisher im Außendienst für Bäckereiprodukte tätig. 27 Jahre lang schruppte er Tausende Kilometer im Monat und fuhr Bäckereien in acht Bundesländern an. Spezialisiert war der Bäckermeister auf Hefeprodukte.

„Die Wahl zum Mitglied des brandenburgischen Landtags ist ja erst einige Tage her“, berichtet Udo Wernitz der MAZ. „Innerhalb dieser kurzen Zeitspanne hat sich meine Lebens-, beziehungsweise Arbeitswelt schon entscheidend verändert.“ Sein Arbeitgeber hat ihn freigestellt. „Somit kann ich mich voll und ganz den Aufgaben als Landtagsabgeordneter widmen“, sagt der dreifache Vater.

Üblicherweise geben Landtagskandidaten bei ihrer Nominierung dem Arbeitgeber einen Hinweis. Das ist viele Monate vor der Wahl. Wernitz selbst wurde Ende September 2018 zum Direktkandidaten der SPD nominiert.

Nach dem Abgeordnetengesetz sind Benachteiligungen am Arbeitsplatz im Zusammenhang mit der Bewerbung um ein Mandat unzulässig. Auch darf der Arbeitgeber einen Mitarbeiter nicht entlassen aus Gründen des Mandats.

Dieser arbeitsrechtliche Schutz reicht von der Nominierung bis ein Jahr nach Beendigung der Abgeordnetentätigkeit. Die Jahre als Landtagsabgeordneter werden auch auf die betriebliche oder überbetriebliche Altersabsicherung angerechnet. Kurz: Durch seinen Wechsel vom bisherigen Arbeitsplatz ins Parlament in Potsdam darf ein Landtagsabgeordneter keine beruflichen Nachteile erleiden.

Das gleiche Gesetz regelt auch die monatliche Vergütung, juristisch Entschädigung genannt. Diese beträgt rund 8000 Euro brutto für Landtagsabgeordnete.

Udo Wernitz ist bereits am Ackern: „Ich bin momentan dabei, die im Wahlkampf an mich herangetragenen Anfragen der Wähler im Wahlkreis anzugehen und zu bearbeiten.“ Erste Sitzungen liegen hinter Wernitz. Schon am Montag kam die SPD zu ihrer ersten Fraktionssitzung zusammen.

Auf die neuen Landtagsabgeordneten kommt eine Menge an Organisation zu. Sie müssen Mitarbeiter anstellen, ihre Büros in Potsdam beziehen, Termine absprechen. Sie werden in Ausschüsse gewählt, müssen sich als Experten ihrer Fachthemen vorstellen und sich nun in ihren Fraktionen und landesweit einen Namen machen.

Wernitz ist Vorsitzender der Kloster Lehniner Gemeindevertretersitzung und seit fünf Jahren Kommunalpolitiker. Als langjähriger Vorsitzender auch der Schulkonferenz und des Schul- und Sozialausschusses des Gemeinderats möchte er die Bildungspolitik zu seinem Schwerpunktthema machen.

Sein Fazit nach seiner ersten Woche in der Landespolitik: „Die Zeit des beruflichen Neuanfangs ist spannend und abwechslungsreich.“ In den jüngsten Hauptausschuss der Gemeinde kam Wernitz im eleganten dunkelblauen Anzug leicht verspätet, aber offensichtlich strahlend gelaunt. Der anstrengende Wahlkampf ist vorbei.

Am Tisch sitzt auch einer, der den Landtag verlassen muss: Andreas Bernig von den Linken, hat es dieses Mal nicht geschafft. Jovial bietet er Wernitz Tipps an: Als dieser an Bürgermeister Uwe Brückner appelliert, beim Land nachzuhaken, sagt Bernig, das könne Wernitz nun als Landtagsabgeordneter noch besser selbst. „Ich sage dir, wie es geht.“

Von Marion von Imhoff

Ein Waldspaziergänger hat am Dienstag in Nahmitz sein geparktes Auto nicht wieder gefunden. So kam das Auto in die Fahndung.

11.09.2019

Wer älter als 16 Jahre ist, kann bei Landtagswahlen seine Stimme abgeben. Doch wie sehen die Wahl jene Jugendliche, die altersmäßig knapp darunter liegen. Die MAZ hat sich in Lehnin und Brandenburg an der Havel umgehört.

11.09.2019

Die Öffnung einer Kirchturmkugel ist immer spannend. Neben Geld wurden in Göhlsdorf Berichte von Vorfahren entdeckt. Ein Pfarrer schrieb nicht nur vorteilhaft über seine Gemeinde.

11.09.2019