Umweltpreis des Landkreises für Lehniner Diakonissenhaus
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Kloster Lehnin Umweltpreis des Landkreises für Lehniner Diakonissenhaus
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15:25 26.02.2020
Das Podium der Lehniner Gespräche über regionale Maßnahmen gegen Klimaschäden mit Monika Jones, Hans-Georg Baaske, Hans-Jürgen Hennig, Timo Wessels und Barbara Ral (v.l.).
Das Podium der Lehniner Gespräche über regionale Maßnahmen gegen Klimaschäden mit Monika Jones, Hans-Georg Baaske, Hans-Jürgen Hennig, Timo Wessels und Barbara Ral (v.l.). Quelle: Petra Müller
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Lehnin

Nachdem die Lehniner Gespräche im November 2019 den menschengemachten Klimawandel und die Bedrohung der Erde zum Thema hatte, befasste sich der zweite Teil der „Gespräche for Future“ im Diakonissenhaus damit, wie die regionale Wirtschaft und jeder Einzelne weitere Klimaschäden verringern können. Pfarrer Matthias Blume war sichtlich stolz, dass er als Moderatorin der Runde Monika Jones von der Deutschen Welle begrüßen konnte.

In Madrid moderiert

Die Journalistin kennt sich mit der Thematik sehr gut aus und hat unter anderem auf der Klimakonferenz in Madrid moderiert. Gäste im Podium waren Hans-Georg Baaske, Umweltbüro der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz; Hans-Jürgen Hennig, Geschäftsführer regiobus Potsdam Mittelmark GmbH; Barbara Ral, Klimaschutz-Managerin für den Landkreis Potsdam-Mittelmark und Timo Wessels, Bio-Landwirt aus Kloster Lehnin.

Die Lehniner Gespräche stoßen auf ein reges Interesse beim Publikum. Quelle: Petra Müller

In der ersten Frage ging es um die direkten Auswirkungen des Klimawandels für die Geschäftsfelder der Gesprächspartner. Für den Landwirt wirkt sich die Trockenheit unter anderem auf Stromkosten für die Bewässerung der Futterflächen aus, die sich verdreifacht haben. Der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe hat bemerkt, dass im Sommer bei nahezu 40 Grad die Klimaanlagen der Busse nicht mehr funktionieren und in den milden Wintern die Fahrgastzahlen nicht mehr ansteigen.

Weniger Fleisch

Der Kirchenvertreter sieht, dass der Klimawandel Einfluss auf seine persönliche Lebensplanung hat. So beteiligt er sich wieder aktiv am „Klimafasten“ ab Aschermittwoch und will auch danach weniger Fleisch verzehren. Er ist überzeugter Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel und plant derzeit seine Reise zur Hochzeit des Sohnes in Thailand ohne Flugzeug. Die Klimaschutzexpertin baut ihren Wald derzeit mit Pflanzen um, die trotz der Trockenheit gut wachsen und verweist auf das Klimaschutzkonzept des Landkreises.

Strom aus Biogas

Es gibt zahlreiche positive Beispiele, wie dieses Konzept bereits umgesetzt wird. So arbeitet die regiobus GmbH nahezu CO2-neutral und hat den Kraftstoffverbrauch der Busse um 20 Prozent verringert. Biobauer Wessels produziert mit drei Biogasanlagen Strom und damit die bisher umweltfreundlichste Energie. Auch mit der Produktion von Biomilch und -fleisch leistet er einen Beitrag zu Klimaschutz.

Barbara Ral übergibt den Umweltpreis des Landkreises an Lutz Ausserfeld vom Diakonissenhaus. Quelle: Petra Müller

Barbara Ral verwies auf den Schülerprojekttag „Erneuerbare Energien“. „Neben Experimenten zu Biogas und Fotovoltaik lernen Jugendliche auf einem Rundgang den Energie-Modellort Feldheim kennen und betreten ein Windrad“, erklärte sie. Der Geschäftsführer der regiobus GmbH setzt auf CO2-bewusstes Fahren und richtige Nutzung der vorhandenen Technik. E-Busse und E-Autos sind leider noch nicht überall eine wirksame Alternative, weil die Rahmenbedingungen nicht passen.

Konzept beschlossen

Der Leiter des Umweltbüros der Landeskirche verwies auf das Klimaschutzkonzept, dass die Synode 2017 beschlossen hat. Für dessen Umsetzung ist ein Klimaschutzgesetz in Vorbereitung. Hans-Georg Baaske erklärte seine theologische Sichtweise auf den Schöpfungsbericht: „Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung. Er ist das einzige Lebewesen, das von den anderen Geschöpfen abhängig ist.“ Nur der Mensch kann durch bewusstes Handeln die durchschnittliche Belastung der Erde von elf Tonnen Kohlendioxis pro Jahr und Einwohner verringern.

Ausstoß verringert

Das Diakonissenhaus hat in der Vergangenheit bereits viel für den Klimaschutz getan und den CO2 –Ausstoß in den letzten Jahren erheblich reduziert. Dafür übergab Barbara Ral den Umweltpreis des Landkreises „Blauer Planet“ an den kaufmännischen Vorstand der Einrichtung. Lutz Ausserfeld nahm den kleinen blauen Erdball und die Urkunde stellvertretend für das ganze Team in Empfang.

Von Petra Müller