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Kloster Lehnin Blumenwiese soll Ansiedlung von Insekten fördern
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Blumenwiese soll Ansiedlung von Insekten fördern
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14:19 31.05.2019
Die Blumenwiesen von Volker Konietzko beginnen zu blühen. Quelle: JACQUELINE STEINER
Michelsdorf/ Lehnin

Es ist kein Vorgarten, den Volker Konietzko mit Blumen aufhübscht. Es sind die Lichtungen im Wald der Lehniner Schweiz. Dort, auf seinen Grundstücken zwischen Lehnin und Michelsdorf, hat Volker Konietzko auf vier Hektar Blumensamen ausgesät. Der Gartenbaumeister gärtnert in seinem Wald und in diesen Tagen beginnt die Pracht zu blühen.

Volker Konietzko und seine Familie besitzen zwischen Lehnin und Michelsdorf mehrere Hektar Wald. Auf einigen Lichtungen und Äckern hat der 60-Jährige nun 120 Kilo Blumensamen ausgesät.

120 Kilo Samen hat Konietzko ausgebracht. „Das ist ein kleines Vermögen.“ Bezahlt hat das die Jagdgenossenschaft Michelsdorf-Lehnin. Bei der Bundeswehr arbeitete er als Gartenbaumeister.

Gegen Monokultur der Landschaft

„Mir geht es nicht um die Bienen allein“, sagt der 60-Jährige. Mit „Idealismus“, begründet er sein Tun. „Es ist eine Bereicherung der Landschaft. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir von Monokultur zu Monokultur stolpern.“

Seit Volker Konietzko für die Blüten sorgt, nimmt er ein Wachstum der Artenvielfalt wahr. „Ich sehe Falter wieder, die lange schon verschwunden waren. Wir hatten zum ersten Mal den Trauermantel hier, den Großen Zitronenfalter, die sich jetzt wieder hier einstellen“, sagt der gebürtige Lehniner.

Seit Generationen lebt seine Familie am Rande von Lehnin. Nach der Wende hat sie einige Flächen dort zurückerhalten. Konietzko Wege an und engagiert sich für Flora und Fauna. Auf seinem Hof stehen Landmaschinen, die auch im Wald geländegängig sind.

Leckstein im Wald

Nebenbei ist er passionierter Jäger und Obmann im Jagdverband. Neben einer der neuen angelegten Blumenwiese steckt ein Stab im Boden, auf dem ein Leckstein angebracht ist. Das Wild hat dem Stein schon die Kanten abgeleckt. Die Gabe findet offensichtlich Gefallen.

Es sind teils idyllische Wege, die durch die Lehniner Schweiz führen. Die heißt wegen ihrer Hügel so. Einst wurde in dem Gebiet westlich Lehnins Ton abgebaut. Ein Hohlweg verläuft, wo einst Schienen von den Ziegeleien verlegt waren. „Hier geht es teilweise 70 Meter bergab, 200 Jahre wurde hier kein Baum eingeschlagen.“ Endmoränenland von der letzten Eiszeit ist es. In diesem Landschaftsschutzgebiet sind diese Blütenmeere entstanden.

Noch vor der Debatte um Insektensterben

Seit sechs Jahren engagiert sich der Gartenbaumeister so für die Vielfalt der Natur. „Damals war noch kein großes Gerede von Insektensterben. Ich erkenne die Notwendigkeit des Tuns.“

Es wird ein Blütenmeer sein, das in den kommenden Wochen viel Farbe in den Wald bringen wird. Sonnenblume, Buchweizen, Raps, Mohn.

Die Blumenwiesen von Volker Konietzko beginnen zu blühen. Quelle: JACQUELINE STEINER

Eine Streuobstwiese mit Kirschen, Wildpflaumen, Wildbirnen, Haselnuss, Rotblühender Kastanie hat Volker Konietzko auf einer weiteren Lichtung gepflanzt. Noch sind es zarte Bäume, aber erste Früchte tragen sie schon.

Einmal im Jahr machen die Wiesen Arbeit. Dann, wenn Volker Konietzko sie unterpflügt. Der hohe Kleeanteil hat für eine gute Stickstoffdüngung gesorgt. „Wenn der Samen reif ist und man es dann einarbeitet in den Boden, hat man die Pflanzen im nächsten Jahr wieder.“

„Bitte nicht pflücken“

Am Rand von Michelsdorf wachsen auf einer schon zwei Hektar großen Fläche ebenfalls Blumen, darunter wieder Klee und Sonnenblumen. Ein Schild steht davor: „Blühfläche für unsere Insekten, erstellt durch die Jägerschaft Michelsdorf-Lehnin. Bitte nicht pflücken.“ Noch ist es zartes Grün, das dort wächst. Doch in den nächsten Wochen wird es dort sprießen. Ebenso auf einer Wiese gegenüber des Getränkerherstellers Hansa-Heemann.

„Hier hat uns der Golzower Landwirt Danny Basikgow unterstützt.“ Er stellte Fläche zur Verfügung. Neben der Wiese liegen Steine aufgeschichtet. Eidechsen finden dort einen Unterschlupf.

Von Marion von Imhoff

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