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Kloster Lehnin Wanderwege in der Region: Rund um den Klostersee
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Wanderwege in der Region: Rund um den Klostersee
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10:03 16.05.2020
Nicht nur vom Lehniner Strandbad haben die Wanderer einen wunderschönen Blick auf den malerisch gelegenen Klostersee. Quelle: Marion von Imhoff
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Lehnin

Dieser Wanderweg ist vor allem eines: abwechslungsreich. Ausgangspunkt ist der Marktplatz in Lehnin mit seiner fast 200jährigen Friedenseiche. Von dort aus führt der Weg Sie durch den Ort zum idyllischen Klostersee.

Das 38 Hektar große Gewässer hat eine dreieckige Grundform und erstreckt sich zwischen Lehnin und Nahmitz mit einer Tiefe von vier bis sechs Metern. Der See wird von der Emster, die aus dem oberhalb gelegenen Mühlenteich kommt, durchflossen.

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Die Galerie am Klostersee im Lehniner Institut für Kunst und Kultur zeigt wechselnde Ausstellungen. Bei schönstem Wetter ist auch Gelegenheit, sich auf dem weitläufigen Institutsgelände umzusehen oder einfach die Atmosphäre zu genießen. Quelle: Rüdiger Böhme

Am See ist der Skulpturenpark mit Galerie im Lehniner Institut für Kunst und Kultur immer einen Abstecher von der Route wert. Wechselnde Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst sind nicht nur in der Galerie, sondern auch auf dem weitläufigen Außengelände zu bewundern. Die kleinen Ausflug können sich Besucher zudem im malerisch gelegenen Ufercafé versüßen.

In unmittelbarer Nachbarschaft liegt das Lehniner Strandbad, dessen Funktionsgebäude im Stil der 30er Jahre errichtet sind. Bevor es für die Wanderer auf ihrer Route weitergeht, kann vor allem in dem Sommermonaten ein Sprung ins Wasser für Erfrischung sorgen.

Geschichte oder Legende?

Bis nach Nahmitz führt der Weg durch einen Kiefernwald. Der Ortsname des Dorfes ist wendischen Ursprungs und hat sich im Laufe der Jahrhunderte oftmals geändert. Erstmalig urkundlich erwähnt als Navmiz im Jahr 1193, wird die heutige Schreibweise seit 1775 verwendet. Einen festen Platz in der Geschichte des Ortes nimmt der erste Abt des ehemaligen Lehniner Zisterzienser-Klosters Siebold ein. Dieser soll im 12. Jahrhundert unweit von Nahmitz durch wendische Bauern erschlagen worden sein. Egal ob Geschichte oder Legende: Der Vorfall gilt als einer der spektakulärsten Mordfälle im Gebiet der Zauche.

Ausstellung historischer Feuerwehrgeräte in Nahmitz. Quelle: Tobias Wagner

In Nahmitz lohnt die Besichtigung der Feuerwehrausstellung im ehemaligen Gerätehaus (geöffnet nur in den Sommermonaten), des „Schukoi“ einer Koi– und Schaugartenanlage und der Nahmitzer Kirche. Die kleine Dorfkirche, ein rechteckiger Putzbau mit hölzernem Dachturm, wurde erst im Jahre 1744 errichtet. Fast 500 Jahre alt ist dagegen die Glocke, die aus dem Kloster Lehnin stammen soll. Glaubt man den Quellen, hat sie der letzte Abt, Valentin, dem kleinen Fischerdorf geschenkt.

Zurück auf dem Weg nach Lehnin, der vorbei am Diakonissenfriedhof führt, wartet der „Lehniner Koigarten“ auf Besucher. Von dort aus wandert man unmittelbar am Emsterkanal entlang zum Ausgangspunkt des Weges in die Lehniner Ortsmitte.

Über den Emsterkanal geht der Blick hinüber zur Klosterkirche. Quelle: Christine Lummert

Hier angelangt, ist ein Besuch des altehrwürdigen Klosters mit Museum und Kräutergarten unbedingt einen Abstecher wert. Die gut erhaltene Anlage des ersten märkischen Zisterzienserklosters wurde 1180 von Markgraf Otto. I. gegründet. Von herausragender Bedeutung ist die Backsteinbaukunst der romanisch-gotischen Klosterkirche und des Königshauses, dem spätgotischen Hospital des Klosters.

In der St. Marien-Klosterkirche finden, in pandemiefreien Zeiten, in der Reihe der Lehniner Sommermusiken regelmäßig Konzerte statt. Ein besuch in dem Gotteshaus lohnt sich auch ohne musikalische Untermalung denn sie ist auch ein Dokument früher Denkmalpflege.

Die Klosterkirche in Lehnin Quelle: Frank Bürstenbinder

Nach der Auflösung des Klosters im Zuge der Reformation und starken Zerstörungen bis ins 19. Jahrhundert hinein, wurde die Klosterkirche der Rekonstruktion der Klosterkirche nach 1871 rekonstruiert.

Mit der Gründung des Diakonissen-Mutterhauses Luise-Henrietten-Stift im Jahr 1911 zog wieder eine geistliche Gemeinschaft in die Klosteranlage.

Von MAZ

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