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Kloster Lehnin Wenn Schießgummis Karriere machen: Tatjana Schülke zeigt Werke in Lehnin
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Wenn Schießgummis Karriere machen: Tatjana Schülke zeigt Werke in Lehnin
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14:19 29.10.2019
Tatjana Schülke stellt in der Galerie am Klostersee aus. Quelle: privat
Lehnin

Kaum zu glauben, aber die Werke, die derzeitig in der Galerie am Klostersee in Lehnin zu sehen sind, stammen tatsächlich alle von einer einzigen Künstlerin. Die Vielseitigkeit der künstlerischen Aktivitäten von Tatjana Schülke hat durchaus die Vermutung nahe gelegt, dass in dieser Ausstellung mit dem Titel „INTER-TRACK“ mehrere Künstler ihre Arbeiten zeigen.

Wenn Schießgummis Karriere machen, indem sie in einem Kunstwerk zum Einsatz gekommen sind, ist das dann Kunst? „Die unterschiedlichsten Materialien regen mich an“, antwortet Schülke auf die Frage, woher sie ihre Ideen bekommt. Und so können bei ihr Schießgummis ebenso Karriere machen wie beispielsweise auch Gartenschläuche. Dem fertigen Kunstwerk sieht man die Herkunft der verwendeten Materialien kaum noch an.

Übermütige und spielerische Anmut der Arbeiten faszinieren

Es ist die übermütige, geradezu spielerische Anmutung der Arbeiten, die den Betrachter fasziniert und überrascht staunen lässt. „Nichts ist unmöglich“ fällt einem bei diesen Exponaten der Werbespruch einer bekannten Automarke ein.

Das Werk mit dem Titel „Junction“ von Tatjana Schülke. Quelle: privat

Ein Werkstoff ist in nahezu allen Skulpturen vertreten: Der Klebstoff der Marke „Ponal“.

Und Kapa-Platten, die häufig im Modellbau eingesetzt werden, verwendet die Künstlerin auch häufig und sehr gerne, um damit beispielsweise Reliefs zu schaffen. „Jedes Material ist wichtig, weil es Ausdruckskraft besitzt“, sagt Tatjana Schülke.

Malereien sind ebenfalls ausgestellt

Aber auch Malereien sind in der Ausstellung zu sehen. Es geht der Künstlerin um die Vielfalt der Gestaltungsmittel: „Auf zwei Dimensionen kann man anderes ausdrücken als mit drei Dimensionen“, erklärt sie. „Der Schaffensprozess ist ein Wachstum.“

Tatjana Schülke stellt in der Galerie am Klostersee aus. Quelle: privat

Manchmal besitzt sie auch das Material schon ganz lange, bevor ihr eine zündende Idee dazu kommt. Das trifft beispielsweise auf die faszinierende Skulptur „Vertigo“ zu, die Schülke aus Dichtungen unterschiedlicher Größe geschaffen hat. Die hat sie schon seit dreißig Jahren besessen.

Schülke stellt ihre Arbeiten nur aus, wenn sie richtig gut sind. Wann ein Kunstwerk für sie endgültig fertig ist? „Wenn nichts mehr hinzuzufügen ist“, sagt sie. Um das beurteilen zu können hilft es ihr manchmal, etwas Abstand zu gewinnen. Für manche Kunstwerke ist das auch eine zweite Chance. „Nach einer Weile sieht man plötzlich Aspekte daran, die einem vorher nicht aufgefallen sind.“ Gepusht durch ein zweijähriges Stipendium der Karl-Hofer-Gesellschaft, war sie gezwungen, oft und mehr auszustellen.

Studium an der HdK in Berlin

Tatjana Schülke, 1960 in Bonn geboren, lebt und arbeitet seit 1982 in Berlin. An der HdK hat sie Malerei studiert. „Ich habe schon als Kind viel und gerne gemalt. Meine Mutter hat das sehr gefördert“, erzählt sie. „Ich führe ein sehr unregelmäßiges Leben“, gesteht Schülke, will das aber nicht näher erläutern, weil sie befürchtet als Künstlerin nicht ernst genommen zu werden, wenn sie zu viel von sich preisgibt.

Auf jeden Fall bereut Tatjana Schülke ihre Berufswahl nicht. „Ich fühle mich zuhause in der Kunstwelt.“

Die Finissage der Ausstellung ist am Sonntag, 10. November, von 11 bis 18 Uhr

Von Ann Brünink

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