Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kloster Lehnin Windpark-Pläne zusammengeschrumpft
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Windpark-Pläne zusammengeschrumpft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:03 11.09.2019
Windparks in Wäldern sind hoch umstritten. Diese Anlagen in Baden-Württemberg ragen 246 Meter hoch und sind damit rund 26 Meter höher als jene, die in Kloster Lehnin gebaut werden sollen. Quelle: Tim Siegert
Kloster Lehnin

Der geplante und hoch umstrittene Windpark Dachsberg bei Kloster Lehnin wird nur noch halb so groß, wenn er überhaupt kommt. Das geht aus einer Aussage des Landesumweltamtes von Dienstag hervor, das derzeit den Antrag prüft.

Das Unternehmen Notus Energy Plan GmbH und CoKG In Potsdam macht somit einen Teilrückzieher: Von den ursprünglich achtzehn beantragten Windkraftanlagen seien neun zurückgezogen worden. Das teilte am Dienstag Thomas Frey, Sprecher des Landesamtes für Umwelt, auf MAZ-Anfrage mit. „Die Antragstellerin überarbeitet und aktualisiert zur Zeit die Antragsunterlagen für die neun verbliebenen Windkraftanlagen in Kloster Lehnin und Schwielowsee, Ortsteil Ferch“, so Frey.

Teilsieg für Windkraftgegner

Damit haben die Windkraftgegner einen Teilsieg errungen. Sie waren seit Herbst 2018 Sturm gelaufen gegen die 220 Meter hohen Anlagen, die inmitten des Waldes errichtet werden sollen. Der Windpark soll auf den Gemarkungen von Göhlsdorf, Bliesendorf und Ferch entstehen. Der Teilrückzieher muss aber auch vor dem Hintergrund des Windkraft-Moratoriums gesehen werden.

Nach Angaben von Steffen Streu, Sprecher des Infrastrukturministeriums in Potsdam, gilt in der Region Havelland-Fläming für maximal zwei Jahre ein pauschales Genehmigungsverbot von Windenergieanlagen. Hintergrund ist, dass „derzeit kein anwendbarer Regionalplan zur Steuerung der Windenergienutzung in Kraft ist“. Sollte vor Ablauf der zwei Jahre ein wirksamer Regionalplan mit Festlegungen zur Windenergienutzung rechtswirksam, ende das Genehmigungsverbot, teilt Streu der MAZ mit.

Verlust von Tausenden Bäumen

Waltraud Plarre, Sprecherin der Initiative, sprach Anfang 2019 von einem Verlust von 1000 Bäumen pro Anlage. Sie nannte das ein Umweltverbrechen. Mit den Kommunalwahlen im Mai hat die Initiative, die Baumfreunde Kloster Lehnin, mittlerweile zwei Gemeindevertreter im Kloster Lehniner Gemeinderat sitzen.

Auch in Borkheide haben rund 40 Menschen mit einer Fahrraddemo gegen den Bau von Windrädern im Wald demonstriert. Quelle: Johanna Uminski

Den Teilrückzieher zum Windpark „sei eine erfreuliche Nachricht“, sagte Tilo Schade, Vorstandsmitglied der Baumfreunde Kloster Lehnin und neuer Gemeindevertreter, der MAZ. Die Protestaktion habe sich ausgezahlt, „wenn es für ein Umdenken der Betreiber gesorgt hat“. Dass das Moratorium schon mit Beginn seines Bestehens Wirkung zeige, sei ebenso erfreulich, so Schade. Generell sei die Reduzierung der Anzahl der Windräder für die Baumfreunde nicht ausreichend. „ Dies ist nur ein kleiner Erfolg. Wir werden uns weiterhin stark dafür einsetzen, dass gar keine Windräder dort gebaut werden.“

Vor dem Rathaus in Lehnin demonstrieren im Dezember Gegner der Windkrafträder Quelle: JACQUELINE STEINER

Pläne für Rotscherlinde

Der ursprüngliche Antrag der Notus Energy war am 16. Juli 2018 beim Landesumweltamt eingegangen. Ob bei Rotscherlinde nahe Krahne ein weiterer Windpark entsteht, ist ungewiss. Zwar hätten mehrere Investoren Anfragen diesbezüglich an das Landesumweltamt gestellt, teilt die Behörde mit. Anträge seien nie eingegangen. Auch diesbezüglich dürfte das Windkraft-Moratorium eine Rolle spielen. Ursprünglich sollten noch in diesem Jahr sechs Anlagen mit einer Nennleistung von 28,8 Megawatt gebaut werden. Das hatte Eva Huth, Projektplanerin der CPC Germania GmbH, der MAZ im Januar 2019 mitgeteilt. Im gesamten Landkreis Potsdam-Mittelmark drehen sich rund 200 Windkraftanlagen.

Von Marion von Imhoff

Mehr und öfter sollen Linienbusse im Südwesten Potsdam-Mittelmarks unterwegs sein. Ein Gutachten geht von 263 000 zusätzlichen Fahrplankilometern aus. Machen sollen es die privaten Betriebe.

10.09.2019

Ein Dreivierteljahr nach dem Urteil am Amtsgericht Brandenburg gegen den Unglücksfahrer der Feuerwehrtragödie auf der Autobahn 2 bei Lehnin beginnt nun die Berufungsverhandlung am Landgericht Potsdam. Vom 19. September an muss sich Stefan M. dort wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

10.09.2019

Das Trinkwasser kommt aus Golzow, Abwasser fließt nach Brandenburg. An der technischen Ausrichtung ändert sich nichts. Nur den TAZV „Freies Havelbruch“ wird es bald nicht mehr geben.

10.09.2019