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Potsdam-Mittelmark Kreis gibt wieder eine Stange Geld für die Kultur
Lokales Potsdam-Mittelmark Kreis gibt wieder eine Stange Geld für die Kultur
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20:15 01.03.2018
Der besondere Abend in Borkheide mit Gypsy-Musiker Lulo Reinhardt und Klassik-Gitarristin Yuliya Lonskaya Quelle: Andreas Trunschke
Bad Belzig

Noch ist nicht klar, ob unter dem Dach des Kulturtreffs „Alten Schule“ Wiesenburg wieder eine Inszenierung des Ensembles des Augenblicks geben wird. Zwischen dem alle zwei Jahre geplanten Literaturherbstreigen hätte diesmal eine Inszenierung des Lew-Tolstoi-Klassikers „Anna Karenina“ aufgeführt sollen. Doch noch ist das knapp 17 000 Euro umfassende Budget erst zu einem Viertel gedeckt.

Etwas mehr als 4000 Euro erhält die Initiative um Julia Strehler immerhin aus der Kulturförderung des Kreises Potsdam-Mittelmark. „Das ist ein Anfang“, sagt die in Hagelberg lebende Regisseurin und Schauspielerin. Damit das Stück wirklich über die Bühne gehen kann, müssen weitere Geldgeber gesucht werden. An den Ansprüchen hätten die Künstler allerdings schon so viele Abstriche wie möglich schon gemacht, berichtet die 46-Jährige.

Immerhin 450 000 Euro umfasst der Fonds für Kulturförderung, dessen Verteilung unlängst vom Fach- und endgültig vom Kreisausschuss bestätigt worden ist. Wobei die Hälfte der institutionellen Unterstützung dient und bei den meisten Empfängern für Planungssicherheit sorgt.

Die mit Abstand höchste Summe erhält demnach wie immer der Förderverein „Historisches Reckahn”. 100 000 Euro fließen als Personal-, Betriebs- und Sachkostenzuschuss in das Rochow-Museum. Weitere Zuschüsse in Höhe von 50 000 Euro gehen einmal mehr an die Burg Ziesar sowie 30 000 Euro an das Industriemuseum Teltow.

Kleinere Beträge gibt es für je zwei weitere Museen und Theater, darunter erneut die Studiobühne Bad Belzig. Das Kulturhaus Niemegk ist für eine Mischfinanzierung unter Ausnutzung des Finanzausgleichsgesetzes des Landes Brandenburg vorgesehen, wobei die in Rede stehenden 13 000 Euro den halben Jahresetat decken.

12 000 Euro für Kreis-Initiativen

Von den Förderungen gehen zwölf in den Hohen Fläming. Deren Summe beträgt 100 510 Euro.

Zu den Begünstigten zählen die Alte Brücker Post mit dem Jahresprogramm, das Festival für Freunde in Dahnsdorf, der Naturparkverein mit dem Kunstsommer, Kunstverein „Hoher Fläming“ und Jugendtheater Strumpfhose mit dem Olsenbande-junior-Projekt.

Zweimal 6000 Euro steckt der Kreis Potsdam-Mittelmark in eigene Initiativen. Dazu gehören der Tag der offenen Ateliers (Anfang Mai) sowie „Feuer und Flamme für die Museen“ (Ende Oktober).

Doris Patzer betont die wiederum bestehende Vielzahl und Vielfalt der Vorhaben, die mit 180 000 Euro Projektförderung erreicht werden können. „Gleichwohl konnten nicht alle Anträge in vollem Umfang unterstützt werden“, räumt die Kulturamtsleiterin ein.

In zwei Fällen musste aufgrund von Formalien die Förderung von vornherein ausgeschlossen werden. Immerhin sieht sie eine ausgewogene Verteilung sowohl in die einzelnen Sparten als auch regional zwischen Werder/Havel, Wusterwitz und Wiesenburg.

„Das soll genau so sein“, sagt sie, „denn das ist echte Daseinsfürsorge.“ Doris Patzer verweist auf das Engagement der Menschen in Kultureinrichtungen und -gruppen. „Damit sorgen sie für Lebensqualität – Heimatverbundenheit und Integration gleichermaßen“, so die Ressortchefin im Landratsamt Bad Belzig.

Nicht zuletzt geht es auch darum hier und da einen hochkarätigen Künstler engagieren zu können. Das ist nicht zuletzt dank guter Kontakte von Organisatorin Edda Haage in Borkheide der Fall. Dort besteht die Reihe „Der Besondere Abend“ seit 20 Jahren.

Neu in der Liste ist der Förderverein Historische Ziegelei Glindow, der ein zeitgemäßes Ausstellungskonzept erarbeiten will. Mit 1900 Euro wird das Anliegen unterstützt. Immerhin schon die Hälfte des nötigen Aufwandes.

„Wir müssen erst noch sehen, ob und wie wir die Kosten gedeckt bekommen“, erklärt indes Julia Strehler zu einer zweifelsohne größeren Finanzlücke für das Schauspielprojekt in der „Perle des Flämings“.

Von René Gaffron

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