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Potsdam-Mittelmark Künstler gibt Einstand im Hohen Fläming
Lokales Potsdam-Mittelmark Künstler gibt Einstand im Hohen Fläming
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18:47 05.02.2018
Aus der quirligen Großstadt Berlin zog es Thomas Wernicke vor gut einem Jahr nach Grützdorf bei Bad Belzig. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

Der Kunstverein „Hoher Fläming“, der in Bad Belzig die kleine Galerie im Torhaus der Burg Eisenhardt betreibt, hat mit Thomas Wernicke einen neuen Mitstreiter. Ein Querschnitt seiner Werke wird demnächst dort ausgestellt. Zeitgleich präsentiert der 63-Jährige in der Alten Schule in Wiesenburg einige Arbeiten. Wernicke, der erst seit gut einem Jahr in Grützdorf bei Bad Belzig zu Hause ist, gibt damit quasi einen künstlerischen Einstand in der Region.

Thomas Wernicke sieht sich nicht unbedingt als Künstler, sondern als Lehrer, der mit seinen Werken zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung mit der Geschichte anregen möchte. Der 63-Jährige, der seit gut einem Jahr in Grützdorf bei Bad Belzig lebt, ist Mitglied im Kunstverein „Hoher Fläming“.

Bis zu seiner Pensionierung war der 63-Jährige als Lehrer in Berlin angestellt. Mit der quirligen Stadt verband ihn, wie er es bezeichnet, eine „Hassliebe“. In Grützdorf will er mit seinem Sohn Paul ein generationsübergreifendes Wohnprojekt verwirklichen. Nah an der Natur. Er bemerkt: „Ich wollte schon immer raus aus der Stadt.“

Weiter sagt er: „Mitte der 1980er-Jahre war es einmal fast weit.“ Doch die Pläne zerschlugen sich. Wernicke blieb in Ost-Berlin – und den Jugendlichen dort als engagierter Lehrer erhalten.

Künstler ohne finanziellen Druck

Seine künstlerische Karriere stellte er während dieser Zeit in den Hintergrund. Jedoch ohne ihr vollkommen zu entsagen. Er offenbart: „Lehrer zu sein, war immer mein Berufswunsch.“ Zugleich bewahrte ihn das abgeschlossene Kunst- und Germanistikstudium mit der Anstellung im Schuldienst vor der materiellen Abhängigkeit von der Kunst. „Durch den Beruf konnte ich künstlerisch arbeiten ohne finanziellem Druck ausgesetzt zu sein“, sagt der 63-Jährige, der während dieser Zeit nur eines vermisste: Die Nähe zur Natur.

Lebensstationen von Thomas Wernicke

Thomas Wernicke wurde 1954 in Schwerin geboren. Er lebt seit 2016 in Grützdorf bei Bad Belzig.

Wernicke studierte Kunsterziehung und Germanistik an der Humboldt-Universität und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Lehrer an Berliner Schulen.

Eigene künstlerische Aktivitäten begleiteten seine Lehrtätigkeit.

Von 1999 bis 2016 leitete er die Galerie Wernicke/Hasshoff in Berlin Prenzlauer Berg.

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen führten ihn in das In- und Ausland.

Von 2007 bis 2009 arbeitete Wernicke am Film- und Ausstellungsprojekt „Die Mordfelder von Berditschew“ mit.

Im kleinen Atelier, dass er sich nun in einem alten Stallgebäude der früheren Grützdorfer Schäferei eingerichtet hat, erzählt er am knisternden Kaminofen aus jener Zeit. Umgeben von bedrucktem, bemaltem und bestempeltem Papier, das ihn als vielseitigen Künstler vorstellt.

Thomas Wernicke möchte zum Nachdenken anregen

Während er die Grafiken, Collagen und Zeichnungen erklärt, sagt er: „Ich fühle mich trotzdem nicht als Künstler.“ Vielmehr wollte er als Lehrer unterstützend zur Seite stehen, wenn es darum geht, Jugendlichen einen Zugang zur Kunst aufzuzeigen.

Thomas Wernickes künstlerisches Anliegen ist es, den Betrachter jeweils zum Nachdenken anzuregen. Seine Werke setzen sich kritisch mit dem Leben auseinander und tragen eigene Botschaften in sich. Kunst ist für ihn eben auch eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit der Geschichte.

In diesem Zusammenhang kommt er auf Berditschew zu sprechen. Das ist eine kleine Stadt in der Ukraine, in der vor 1941 noch 20 000 Juden lebten. „Im Januar 1944 waren es nur noch 15“, so der pensionierte Lehrer.

Formate ab drei Meter in Planung

Er erzählt von seiner Reise dorthin, von der Suche nach Zeitzeugen, den Gesprächen mit eben diesen Menschen sowie seiner Arbeit am Film- und Ausstellungsprojekt „Die Mordfelder von Berditschew“. „Ich gehöre der Generation an, deren Eltern durch den Krieg geprägt waren“, erklärt der Grützdorfer sein Engagement.

Die Zeit nach seiner Pensionierung beschreibt er als einen Umbruch. Als spannenden Zeitabschnitt, der ihm ein weites Betätigungsfeld eröffnet. „Alter Mann träumt Landschaft. Das wird das Motto der nächsten Jahre“, bemerkt der 63-Jährige. Weiter sagt er: „Ich will das große Format angehen, drei Meter aufwärts.“ Anders als bisher, als seine Leidenschaft dem kleinen Format galt. Sein Faible für altes Papier – vom Kalender- bis zum Zeitungsblatt – spielte dabei eine nicht unwesentliche Rolle.

Von Christiane Sommer

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