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Potsdam-Mittelmark Kunst aus Stroh und weiß gekleidete Menschen
Lokales Potsdam-Mittelmark Kunst aus Stroh und weiß gekleidete Menschen
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19:34 09.07.2017
Am Ufer des Schwielowsees trafen sich erstmals weiß gekleidete Menschen an weiß eingedeckten Tafeln zum Reden und Speisen. Quelle: Franziska Appelt
Schwielowsee

Im Freien, draußen am Schwielowseeufer, konnten Besucher am Wochenende ein Haus aus Stroh bewundern und in Beschlag nehmen. Entstanden ist die begehbare Kunstinstallation für das Pleinair „Open House“, das dem 700. Geburtstag von Caputh und Ferch gewidmet ist und vom Verein Cultura veranstaltet wird. Pleinair ist französisch und heißt: im Freien. Das Haus aus Stroh „ist angelehnt an ein Caputher Ur- oder Standardhaus“, sagt Künstlerin Ilka Raupach (41), die mit Malon von Simson (46) und Marcus Brockhaus (46) aus Ballenstadt die Installation schuf, die zum Auftakt viele Blicke auf sich zog.

Überrascht war eine Besucherin von der Harmonie zwischen dem künstlichen Gelb der Holzbalken und dem traditionellen Stroh. Das Kunsthaus besteht aus fünf Teilen, die am Wegesrand stehen. „Man kann auch rausgucken“, sagt Christoph Korneli, raus auf das Caputher Gemünde und die Fähre. Und es lädt zum Verweilen ein. Platz genommen haben die Gäste im Stroh, Kinder erklimmen den Dachstuhl und Hunde suchen Schatten unterm Dach. „Es ist ein offener Begegnungsort“, erklären die Künstler, denn es gibt in Caputh weder einen Dorfkern noch einen Jugendclub. Klug gewählt ist daher der Standort neben der Fähre, dem Knotenpunkt für Radler, Fußgänger und Pendler.

Eine Eigenschaft des Strohhauses ist seine Unabgeschlossenheit, so Christoph Tannert vom Künstlerhaus Bethanien. „Erst wenn es genutzt wird, ist es vollendet.“ Eine Gebrauchsanweisung gibt es nicht. Bis Oktober soll das „Open House“ geöffnet sein, denn Stroh ist vergänglich. „Und es ist ein sehr sinnliches Material. Es riecht gut und knistert“, erklärt Raupach. 2016 hatte das Trio Vögel in Svendborg in Dänemark aus Stroh modelliert und so erste Erfahrungen mit dem Naturprodukt gesammelt, das aus Nauen per Floß angeliefert wurde. Einziges Manko: „Es gibt keine Abendsonne“, konstatieren Gudrun und Ulrike Bastian, die sich das Werk aus Stroh ansahen. Die Abendsonne scheint inzwischen auf der anderen Seite des Ufers, wo bereits lange weiße Tafeln aufgestellt wurden. Es ist der Tag der Premieren am Schwielowsee, denn neben dem ersten Pleinair der Gemeinde fand Samstagabend auch erstmals das weiße Fest am blauen Band statt. In Anlehnung an das Dîner en blanc luden die drei Ortsteile jeweils zu einem „Massenpicknick“ am Wasser ein. Als ursprünglich exklusives Oberschichtenevent verbreitete es sich ab 1988 auf allen Kontinenten und kam über Berlin und Potsdam, wo am Samstag Tafeln an der Alten Fahrt am Museum Barberini standen, schließlich bis nach Caputh, Geltow und Ferch.

In Potsdam standen am Samstag die weißen Tafeln an der Alten Fahrt am Museum Barberini. Quelle: Saskia Kirf

„Ich wollte schon immer mal an so etwas teilnehmen und auf die Seewiese passt es perfekt“, sagt Peggy Gräfe mit Blick auf die traumhafte Kulisse des Schwielowsees. „Zu Beginn waren einige noch unsicher, wie es funktioniert. Aber ich denke, das kann eine schöne Tradition werden“, sagt die in weiß gekleidete Fercherin. „Stilvoll in Weiß“ nahm auch Gerald Knebel Platz an der weißen Tafel, die die Feuerwehr aufstellte. Zum Dîner gab’s die Fercher mediterrane Platte. Das passende Outfit hing für ihn bereits im Schrank. Anders bei Familie Glockemann aus Caputh, die vorher extra shoppen ging: „Ich hatte überhaupt nichts Weißes“, so Brunhild Glockemann. Nach einem Schauer, bei dem sich alle unterm Zelt trafen, setzte sich der Abend mit Weißwein, weisen Gesprächen und taktweisender Musik fort, zu der stimmungsvoll getanzt wurde. Neben Oliven, Nudelsalat und Melone tischten einige Gäste reichhaltige Platten auf, andere ließen sich ein Überraschungsmenü von ihren Männern kochen. Dabei fiel auf: Weiße Kleidung kann auch einen Nachteil haben.

Von Franziska Appelt

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