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Potsdam-Mittelmark Kunstwanderweg besteht Qualitätstest
Lokales Potsdam-Mittelmark Kunstwanderweg besteht Qualitätstest
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16:33 22.02.2018
Daniel Sebastian Menzel (links), Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fläming, hat die Urkunde für die Kunstrouten zwischen Bad Belzig und Wiesenburg von DWV-Präsident Hans-Ulrich Rauchfuß,entgegen genommen. Quelle: Helmut Ulrich
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Bad Belzig

Unsichtbare Wasserfälle strömen den Hagelberg hinab, Euter grasen auf einer Wiese, Wanderer opfern ihre goldenen Schuhe der Großen Rummel – 28 Kunstwerke lassen sich auf den Routen zwischen Bad Belzig und Wiesenburg entdecken. Sie krönen eine abwechslungsreiche Landschaft. So empfiehlt der Deutsche Wanderverband (DWV) die insgesamt 37 Kilometer langen Strecken. Denn der Internationale Kunstwanderweg im Hohen Fläming gilt weiter als Qualitätswanderweg.

Verliehen wurde das Gütesiegel während der Touristikmesse CMT in Stuttgart am Wochenende. Hans-Ulrich Rauchfuß zeichnete 53 Wanderwege damit aus. Das nach 2015 zum zweiten Mal errungene Zertifikat überreichte der DWV-Präsident an Daniel Sebastian Menzel. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes schätzt ein, dass es sich um ein starkes touristisches Angebot handelt: „Es passt wunderbar zur Positionierung als kreative Region, weil hier Kunst und Kultur mit Aktivtourismus einzigartig verknüpft werden“, sagt er. Demzufolge werde vor allem der Hohe Fläming über die Grenzen von Brandenburg und Berlin hinaus als sehr attraktives Wandergebiet wahrgenommen.

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Landschaft und Sehenswürdigkeiten allein reichen nicht

Reizvolle Landschaft und Sehenswürdigkeiten am Rande sind indes nicht ausreichend, um prädikatisiert zu werden. Allein die Vorschriften für den Wegezustand sind spezifisch: Auf 4000 Meter müssen mindestens 1000 Meter naturbelassen und gut begehbar sein; höchstens 300 Meter schlechte (Schotter-)Piste und nie mehr als 50 Meter befahrene Straße sind zulässig.

Die Kriterien werden immer strenger, weiß Stefan Ratering, Geschäftsführer des Naturparkvereins, „Hoher Fläming“. Insofern sei er froh über das Ergebnis. „Am Ende gab es einen sehr guten Bericht, in dem nur drei fehlende Baummarkierungen bemängelt wurden. Hier zahlt sich das Engagement von Landkreis und Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins Potsdam-Mittelmark aus, die sich immer um, den – ebenfalls prämierten - Burgenwanderweg und den Kunstwanderweg, bemühen und versuchen, Mängel schnell zu beseitigen.“

Grasende Euter an der Südroute des Kunstwanderweges am Wiesenburger Ortsrand. Quelle: Michael Greulich

Dabei räumt er ein, dass die aktuelle Auszeichnung kein Ruhekissen sei. Die hohe Punktzahl, die der Kunstwanderweg erreicht hat, hängt ja nicht zuletzt vom touristischen Umfeld ab. Insbesondere die Einkehrmöglichkeiten sind nicht gerade üppig gesäet. In Borne ist das Cafe „Flämingrose“ schon länger geschlossen. „Da bleibt zu hoffen, dass die Wiesenburger Schloßschänke ’Zur Remise’ nicht das gleiche Schicksal ereilt“, so Ratering.

Solarpark soll kein Blickfang werden

In Wiesenburg sorgten sich Bürger ferner, der Solarpark am Wanderweg könne negativen Einfluss haben. Die Module wurden erst nach dem Besuch der Juroren errichtet. „Es wird für die Zukunft von Bedeutung sein, dass die Einschränkungen im Landschaftsbild so gering wie möglich gehalten werden“, mahnt Ratering. Bäume, Sträucher und weitere Eingrünungen der Anlage brauche es seiner Einschätzung nach, um Punktabzüge im nächsten Zertifizierungsverfahren, das 2020 ansteht, zu vermeiden.

Von René Gaffron

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