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Potsdam-Mittelmark Landkreis lässt Gemeinde mit kaputtem Kirchdach nicht im Regen stehen
Lokales Potsdam-Mittelmark Landkreis lässt Gemeinde mit kaputtem Kirchdach nicht im Regen stehen
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18:16 20.12.2017
Anette Benke und Sabrina Kienow haben sich für den vom Kreis Potsdam-Mittelmark unterstützen Erhalt der Kirche Buchholz (Niemegk) eingesetzt. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

Bei Regen war es am schlimmsten. Sabrina Kienow und Anette Benke von der Evangelischen Kirchengemeinde Buchholz (Niemegk) werden es nicht vergessen. Dann musste das Wasser in Gefäßen aufgefangen werden. Das Dach war undicht. Doch die Nässe sorgte nicht minder für verfaultes Gebälk und letztlich Risse im maroden Mauerwerk. Doch nun haben fleißige Handwerker das Gotteshaus saniert und längst ist ein Vorzeigeobjekt daraus geworden.

Ermöglicht hat das auch die Denkmalförderung von Potsdam-Mittelmark. Denn insgesamt mussten 170 000 Euro aufgebracht werden. „Der Dorfkirchensanierung wird kontinuierlich ein Hauptaugenmerk geschenkt“, bestätigt Gernot von Arend. Doch ist das Spektrum sehr unterschiedlich, so der Sachgebietsleiter aus der Kreisverwaltung. So gab es Geld für die Gessner-Häuser im Villenviertel, Wilhelmshorst, die Reetdachsanierung von Fischerhäusern in Ferch und Leest sowie den Lehnschulzenhof in Viesen. Die Stadt Bad Belzig ist bei der archäologischen Begleitung der Erschließung des Wohngebietes Albert-Baur-Straße unterstützt worden.

28 Vorhaben aus 2016 sind abgerechnet

Die Abrechnung für 2016 liegt vor. Da hatten 42 Denkmal-Eigentümer einen Antrag eingereicht. 28 konnten berücksichtigt werden.

15 Projekte erhielten Beträge bis 5000 Euro, je viermal wurden Sanierungen mit 5000 bis 10000 Euro oder mit 10 000 bis 20 000 Euro unterstützt.

In fünf Fällen wurden mehr als 20 000 Euro ausgereicht.

Kurz vor dem Reformationsjubiläum stand die Kirche Garrey im Südwestzipfel von Potsdam-Mittelmark im Fokus. Das hat sich förmlich ausgezahlt: Sie war dieses Jahr gut in Szene gesetzt.

Anträge von Kommunen sind allerdings eher selten, zeigt ein Blick in die Statistik. Etwa je zur Hälfte melden Private und Kirchengemeinden im Kreis ihren Bedarf an. In diesem Jahr wurden 43 der 56 Anträge bewilligt, was vergleichsweise kleinteilig und laut Behörde so gewollt ist.

Seit der Aufstockung 2012 beträgt das Jahresbudget 300 000 Euro. Wer bei der Verteilung des Geldes für das nächste Jahr berücksichtigt werden will, muss sich beeilen. In der nächsten Woche läuft die Bewerbungsfrist ab und ist es in der Regel mindestens um 50 Prozent der Summe überzeichnet. „Gefördert werden können Arbeiten, die dem Erhalt und der sinnvollen Nutzung eines Baudenkmals sowie der Bergung und Dokumentation eines Baudenkmals dienen“, heißt es in der Ausschreibung. Ziel sei es, dass die Bauherren das Geld tatsächlich im Jahresverlauf nutzen können. In dem Sinne bereits für 2018 ins Auge gefasst ist die Sanierung des Elisabethhauses auf dem Lehniner Klostergelände.

Denkmalpflege im Hohen Fläming. Quelle: Christiane Sommer

2016 ist demnach eine Punktlandung gelungen, weil tatsächlich 299 975 Euro abgerufen wurden. Obendrein wirkt das Programm zwischen Werder/Havel, Wiesenburg und Wusterwitz konjunkturfördernd. Da war bereits 2010 bei der Einführung des Fonds erklärtes Ziel, damit nicht nur die Gebäude, sondern hiesige Unternehmen davon profitieren. In der Regel sind es hiesige Planungsbüros und Handwerksbetriebe, die von der Subvention profitieren und ihr Profil somit schärfen können.

Freude in Buchholz: Annette Benke beim Läuten. Quelle: Christiane Sommer

Die Wirkung ist beträchtlich „Mit 2,186 Millionen Euro ist voriges Jahr mehr als eine Versiebenfachung des Volumens gelungen“, stellt Gernot von Arend fest. Neben der Erschließung von Förderquellen bis hin zum Leader-Programm der Europäischen Union ist deshalb das Engagement von Privaten zu würdigen, sagt von Arend. „Dabei wurden des Öfteren Belastungen abgemildert, die Eigentümer wegen der Untersuchung von Bodendenkmalen zu tragen hatten“, sagt der Experte, der für diese Thematik sensibilisieren will.

Der Einsatz bleibt nicht ohne Folgen. So ist beispielsweise die Sanierung der Dorfkirche Rogäsen 2017 mit dem Denkmalpreis des Landes Brandenburg gewürdigt worden. Jene in Buchholz wurde gerade als Kirche des Monats November in der Mark ins Rampenlicht gesetzt.

Von René Gaffron

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