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Potsdam-Mittelmark Letzter Überlebender wird Ehrenbürger
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10:10 21.04.2015
Antonio Ceseri, hier 2012 im Kreise von Schülern der Geschichtswerkstatt, soll in Treuenbrietzen eine hohe Würdigung erfahren. Quelle: privat
Treuenbrietzen

Antonio Ceseri soll in der Stadt Treuenbrietzen eine hohe Würdigung erfahren. Die Mitglieder der Geschichtswerkstatt des örtlichen Gymnasiums „Am Burgwall“ schlugen den Stadtverordneten vor, dem aus Florenz stammenden Italiener die Ehrenbürgerschaft zu verleihen.

Gewürdigt werden sollte damit das Engagement des heute 91-Jährigen bei der Aufarbeitung der Ereignisse vom 23. April 1945. Damals waren an der Kiesgrube bei Nichel 127 italienische Militärinternierte des Treuenbrietzener Lagers Sebaldushof von deutschen Soldaten erschossen worden. Antonio Ceseri ist der letzte von vier Überlebenden dieser Massenerschießung. Gemeinsam mit dem 2004 verstorbenen Edo Magnalardo setzt sich Ceseri seit Jahren für eine Vergebung und Versöhnung zwischen Italienern und Deutschen ein. Auf Initiative Magnalardos hatten die Stadt Treuenbrietzen und sein Heimat ort Chiaravalle vor fünf Jahren offiziell ihre sechs Jahre lange vorbereitete Partnerschaft besiegelt. In den letzten Apriltagen findet zudem an drei Gedenkstätten jeweils eine Ehrung für Kriegstote dreier Nationen statt. Sie begann 1999 mit dem gemeinsamen Gedenken von Deutschen und Italienern. Seit 2005 nehmen auch Vertreter Russlands daran teil. Am Sonntag dieser Woche steht der Festakt vor allem im Zeichen des Kriegsendes vor 70 Jahren.

In der jüngsten Sitzung der Treuenbrietzener Stadtverordneten lobten diese den Vorschlag der Geschichtswerkstatt. Jedoch lehnten es die meisten Redner ab, Antonio Ceseri zum Ehrenbürger zu ernennen „und damit die höchste mögliche Auszeichnung einer Stadt zu vergeben“, sagte Anja Schmollack (CDU). „Eher wäre dies für Edo Magnalardo angebracht, der unsere nun lebendige Städtepartnerschaft einst auf den Weg gebracht hatte“, sagte auch Bürgermeister Michael Knape (parteilos). Schon im Hauptausschuss hatten sich die Abgeordneten gegen eine Ehrenbürgerschaft Ceseris ausgesprochen. Trotz seiner Verdienste um das Bewahren der Erinnerung an die Greueltaten von 1945 seien die dafür notwendigen herausragenden Verdienste zum Wohle der Bürger oder für das Ansehen der Stadt nicht gegeben.

Derzeit hat Treuenbrietzen drei Ehrenbürger. Als Erster erhielt der einstige Bürgermeister Johann Friedrich Wilhelm Hempel 1858 das Ehrenbürgerrecht verliehen. Es folgte 1880 der Apotheker und Stadtverordnetenvorsteher Carl August Pauckert. Auf ihn geht unter anderem die Parkanlage des heutigen Pauckertringes zurück. Dritter Ehrenbürger wurde 1914 der königlich-preußische Landrat Bernhardt von Tschirschky und Boegendorf.

Die Abgeordneten folgten nun dem im Hauptausschuss abgestimmten Vorschlag des Bürgermeisters. Er plädierte dafür, dem Italiener Antonio Ceseri eine Ehrenurkunde und eine Ehrenuhr zu verleihen. Diese werden sonst nur mit dem Preis für besonderes bürgerschaftliches Engagement an Treuenbrietzener vergeben. Diese Würdigung soll im Rahmen des offiziellen Festaktes am Sonntag im Bürgerhaus erfolgen. Trotz seines hohen Alters will Antonio Ceseri am 26. April erneut am Gedenken in Treuenbrietzen teilnehmen.

Von Thomas Wachs

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