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Potsdam-Mittelmark Mädchen vom Eis geholt – Polizei warnt vorm Betreten von Eisflächen
Lokales Potsdam-Mittelmark Mädchen vom Eis geholt – Polizei warnt vorm Betreten von Eisflächen
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17:10 25.01.2019
Sieht fest aus, trägt aber nicht. Quelle: Feuerwehr Potsdam
Potsdam

Am Donnerstagnachmittag sind zwei Mädchen im Landkreis Potsdam-Mittelmark nur knapp einem Unglück entgangen: Ein Zeuge alarmierte die Polizei, als er sie auf dem Eis des Teufelssees im Bereich Nuthetal sah. Die Ordnungskräfte konnten die beiden wohlbehalten an Land holen, warnten aber dringend vor dem Betreten der Eisflächen.

„Trotz der zurückliegenden Frosttage ist noch nirgendwo eine tragende Eisfläche vorhanden“, sagte der Leiter der Wasserschutzpolizei in der Polizeidirektion West, Erster Polizeihauptkommissar Joachim Pötschke. Auch bei starkem Frost sei beim Betreten von Eisflächen äußerste Vorsicht geboten. „Oftmals trügt der Schein. Trotz geschlossener Eisdecke auf Seen, Flüssen und Kanälen gibt es keine Garantie für ein sicheres Betreten“.

Die Stärke des Eises wird durch viele Faktoren, wie zum Beispiel der Fließgeschwindigkeit des Wassers, einfließende Abwässer, die Schifffahrt oder auch schon durch den Schnee allein beeinflusst. Weiterhin können Strudel vom Gewässergrund wärmeres Wasser nach oben transportieren und halten dadurch das Eis dünn wobei verdeckte Gefahren entstehen, da diese Stellen nicht zu erkennen sind. „Wintersport auf dem Eis ist nur auf Spritzeisbahnen oder überfluteten Wiesen sicher. Wer zugefrorene Seen, Flüsse und Kanäle betritt, gefährdet sich und andere“, mahnte die Wasserschutzpolizei.

In den vergangenen Jahren waren es meist die kleinen Gewässer, auf deren dünnen Eisflächen Menschen einbrachen. „Das ist zum Beispiel der Dorfteich, bei dem sich einige überschätzen oder der Havelrand, wo Schilf steht“, sagt Jens Serbser vom Brandenburger Landesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). „Dort wird dann eben kurz ausgetestet und sich vom Ufer entfernt.“ Dabei gelte der Grundsatz: Je weiter weg vom Ufer, desto dünner das Eis.

14 Tage unter Gefrierpunkt

Für das Betreten von Eisflächen hat Jens Serbser einige Regeln parat, die aber keiner grundsätzlichen Freigabe der Flächen entsprechen: 14 Tage am Stück muss die Lufttemperatur deutlich unter dem Gefrierpunkt liegen, das heißt bei minus fünf bis minus zehn Grad. Erst dann kann man sicher sein, dass das Eis trägt. Die Eisschicht muss mindestens 15 Zentimeter, bei fließenden Gewässern mindestens 20 Zentimeter dick sein.

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Bei fließenden Gewässern rät Experte Serbser ohnehin zu besonderer Vorsicht: „Je mehr Bewegung im Wasser ist, desto tiefer muss die Temperatur sein damit es friert“, sagt er. „Außerdem sollte die Schifffahrt in dem Gewässer ruhen, weil auch die für Bewegung sorgt.“ Und es sollte keine Einleitungen geben, also etwa durch ein Klärwerk. Dadurch könne das Wasser aufgewirbelt werden, so Serbsen. Und Wasser mit einer anderen Temperatur eingeleitet werden. Auch das kann das Gefrieren hinauszögern.

Außerdem rät Jens Serbsen: Neugierige sollten niemals alleine aufs Eis gehen. „Man sollte immer zumindest jemandem Bescheid geben. Und dann sollte jemand vom Ufer aus zuschauen. Sodass der Zuschauer sofort eingreifen kann, wenn etwas passiert.“ Der DLRG hat seine „Eisregeln“ in einem Animationsvideo zusammengefasst.

Für Ihre Sicherheit sollten Sie diese Tipps der Feuerwehren beachten:

• Nehmen Sie örtliche Warnhinweise ernst. Kindern müssen die Gefahren erklärt werden.

• Vermeiden Sie einsame Ausflüge auf dem Eis – bei einem Unfall kann es sonst sein, dass niemand Hilfe holen kann.

• Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt: nicht betreten. Wenn Sie bereits auf dem Eis sind: Flach hinlegen, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen, zum Ufer robben (möglichst wenig ruckartige Bewegungen).

• Rufen Sie im Unglücksfall sofort über den Notruf 112 Hilfe bzw. organisieren Sie, dass jemand einen Notruf absetzt! Vor allem bei unübersichtlichem Gelände kann ein Einweiser an einer markanten Wegkreuzung die Anfahrt der Rettungskräfte erleichtern.

• Vorsicht ist nicht nur bei fließendem Gewässer, verschneiter Oberfläche und be-wachsenem Ufer geboten; auch an Ein- und Ausflüssen kann die Eisdicke plötzlich abnehmen. Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis zu dünn sein – hier droht Einbruchgefahr!

Was sollte man bei einem Einbruch machen?

Innerhalb weniger Minuten in rund drei bis vier Grad kaltem Wasser erschlaffen die Muskeln, der Körper erlahmt, die eingebrochene Person geht unter. Der Feuerwehr-Verband gibt folgende Tipps zum Verhalten im Unglücksfall:

• Wer einbricht, sollte versuchen, sich vorsichtig am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen ei-nen Weg zum Ufer frei schlagen.

• Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Eigensicherung beachten (Lei-nen/Schwimmweste/Rettungsring), nicht zu weit hinaus wagen.

• Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte dafür eine Unterlage (Leiter, Bretter, Zaun, Hockeyschläger) verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Die Hilfs-mittel kann man der eingebrochenen Person zuschieben. Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage oder Äste machen die Rettung leichter. Hilfreich können auch an Gewässern aufgehängte Rettungsringe sein.

• Gerettete in warme Decken (Rettungsdecke) oder Jacken hüllen, vorsichtig erwärmen, nicht als „Hausmittel“ mit Schnee abreiben.

• Unterkühlten Personen keinen Alkohol geben, stattdessen möglichst warmen Tee reichen.

Von Annika Jensen/RND

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