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Potsdam-Mittelmark Magische Momente und Poesie in der Holzkirche
Lokales Potsdam-Mittelmark Magische Momente und Poesie in der Holzkirche
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11:55 02.03.2015
So einfach geht’s: Manuela Riemer löst mit Zauberer André Kursch den Knotentrick.
So einfach geht’s: Manuela Riemer löst mit Zauberer André Kursch den Knotentrick. Quelle: P. Krüger
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Borkwalde

Ehefrau Ulrike Schochow sitzt auf der einen Seite neben der Bühne. Sie hält die Augen fest geschlossen und soll genau dann gleichzeitig mit ihrem auf der anderen Bühnenseite sitzenden Mann Thomas aufstehen, wenn dieser von Kursch berührt wird. An anderer Stelle im Programm stellt Manuela Riemer aus Borkwalde verblüfft fest, dass sie den Knotentrick am Seil beherrscht. Nur wie er geht, weiß sie nicht.

Magier André Kursch gestaltet einen Mitmachabend, der die Zuschauer schnell jede Scheu vor der Bühne vergessen lässt. Dazu trägt sicher die feine Selbstironie des Meisters bei. Einer Gruppe Kinder, für die der Abend der Höhepunkt einer Geburtstagsfeier ist, beweist er, dass Lügen nichts bringt. Jedenfalls nicht vor einem Zauberer wie dem großen Kursch. Jedes der fünf Kinder bekommt eine Kugel.

Vier weiße, eine schwarze. Mit traumwandlerischer Sicherheit errät Kursch, welches der fünf Kinder die schwarze Kugel besitzt. Da nutzt es der jungen Dame nichts, auf die von ihm gehauchte Frage, „Hast du die schwarze Kugel?“, ein stilechtes „Nein“ zurück zu hauchen.

Ein anderes verblüffendes Kunststück gestaltet Kursch mit einer Miniaturausgabe von Rubiks Zauberwürfel. Mit den Händen könne er die Flächen nicht sortieren, sagt er. Statt dessen nimmt er ihn in den Mund, und nach weniger als einer Minute bringt er ihn wohl geordnet wieder zum Vorschein: „Den Würfel wollte noch nie jemand genauer untersuchen“, verrät der humorvolle Magier.

Im zweiten Teil des Abends steht ein Puzzle der Mona Lisa, des berühmten Gemäldes Von Leonardo da Vinci auf der Bühne. Ein Puzzleteil fehlt, ausgerechnet am Mund. Der Hersteller war so nett, ein neues Set zu schicken. Doch 1000 Teilchen durchsuchen? Kursch lässt vier Männer und eine Frau in die Tüte mit den Teilchen greifen und je eines heraussuchen. Klar, nur die Frau erwischt das richtige Teil. Weibliche Intuition? Magie?

Nicht nur bei diesem Trick sind die Zuschauer begeistert. Monika Knuth staunt: „Es gibt immer noch eine Überraschung hinter der Überraschung.“ Eine besondere Überraschung ist sicher der Moment, als Kursch den Borkwalder Jens Mehlhase auf die Bühne bittet. Viele der Zuschauer des Abends kennen Mehlhase selbst als Zauberer, der so manche Veranstaltung in Borkwalde bereichert hat. Mehlhase und seiner Frau Sandra macht das Spiel auf der Bühne sichtbar Spaß. Wie seine Zuschauer ist auch der Künstler begeistert: „Die Borkwalder Kirche hat genau die richtige Größe. Die Atmosphäre mit den Holzwänden ist perfekt.“

Kursch verpackt seine Kunst in wunderbare, oft poetische Geschichten. Er zitiert Philosophen wie Seneca und Voltaire, natürlich auch den Alten Fritz, ohne je „verkopft“ daherzukommen. Den Abend beendet er mit einer Erzählung um einen Fischer, dessen Boot noch keinen Namen hat und der deshalb keine Fische fängt. Märchenhaft illustriert wird sie mit der japanischen Straßenkunst Tamasudare, also kunstvoll verknüpften Holzstäbchen, die man zu Figuren formen kann. Wenn man denn kann.

Am Ende der Show in der Kirche ist auch Torsten Micklisch, der Vorsitzende des Borkwalder Kulturvereins Zauche, der die Veranstaltung organisiert hat, mit dem Abend sehr zufrieden: „Intelligente Kunst, die leicht daher kommt. Toll, dass wir Herrn Kursch nach Borkwalde holen konnten.“

Von Andreas Trunschke

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