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Potsdam-Mittelmark Marketingpreis für neue Salat-Öl-Kreation
Lokales Potsdam-Mittelmark Marketingpreis für neue Salat-Öl-Kreation
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17:49 12.02.2018
Jörg Kirchhoff (l.) und Thomas Köhler sind in diesem Jahr Genussbotschafter des Verbandes „pro agro“.
Jörg Kirchhoff (l.) und Thomas Köhler sind in diesem Jahr Genussbotschafter des Verbandes „pro agro“. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam-Mittelmark

Zur Verleihung des „pro agro“-Marketingpreises 2018 hat Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) am Montag im Forsthaus Templin an der Kreisgrenze zu Potsdam der Christine Berger GmbH & Co. KG aus Petzow und der Agrargenossenschaft Hoher Fläming Rädigke-Niemegk gratuliert. Beide Unternehmen waren auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin für ihre gemeinsame Sanddorn-Rapsöl-Kreation vom Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Kategorie Ernährungswirtschaft ausgezeichnet worden. In einer Kooperation hatten die Betriebe ein natürliches Salat-Speiseöl entwickelt und auf der weltgrößten Ernährungsmesse vorgestellt. Das Produkt aus fünf Prozent reinem Sanddorn-Fruchtfleisch-Öl sowie 95 Prozent Rapsöl kann zur Geschmacksverfeinerung für alle Salatvariationen, besonders aber auch für fruchtige Salate verwendet werden, sagt Dorothee Berger, Juniorchefin des Petzower Familienbetriebes. Mit der Rezeptur sei es gelungen, das Sanddorn-Öl als Salat-Öl auch für den Hausgebrauch nutzen zu können.

„Für uns war der Aufruf zum Wettbewerb um den Marketing-Preis ein Anreiz, wieder etwas neues auszuprobieren“, sagt Berger. Die Zusammenarbeit mit dem Betrieb in Rädigke kam eher zufällig zustande. „Bei einer Veranstaltung des Verbandes ’pro agro’ im vorigen Frühjahr im Ausstellungs- und Freizeitzentrum in Paaren/Glien standen unsere Informationsstände nebeneinander. Wir kamen ins Gespräch und hatten plötzlich die Idee, ein gemeinsames Produkt herzustellen“, berichtet Florian Schulze, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft im Hohen Fläming. Ihre Kreation meldeten sie im November des vorigen Jahres für den Marketing-Preis an. Inzwischen ist das Salat-Öl im Sortiment zweier bekannter Lebensmittelketten fest gelistet und wird auch von anderen Händlern angeboten, meint Schulze.

Dorothee Berger von der Christine Berger GmbH 6. Co. KG in Petzow erhielt gemeinsam mit der Agrargenossenschaft Hoher Fläming Rädigke-Niemegk für die Sanddorn-Rapsöl-Kreation den Marketingpreis 2018 des Verbandes „pro agro“. Quelle: Bernd Gartenschläger

Nicht ganz zufällig hatte Blasig zum Empfang in die Braumanufaktur am Templiner See eingeladen. Die beiden Geschäftsführer Jörg Kirchhoff und Thomas Köhler sind in diesem Jahr Genussbotschafter des Verbandes „pro agro“ für die Genussregion Potsdam/Potsdam-Mittelmark/Brandenburg an der Havel. Dritte im Bunde ist Genussbotschafterin Hanna Präger, die die Waldgaststätte „Zur Alten Eiche“ in Frohnsdorf führt und dem Verein „Offene Höfe“ vorsteht, der zweimal im Jahr Besucher aufs Land einlädt. Im Themenjahr des Verbandes „Die Hand gereicht aus gutem Grund – Brandenburger Initiativen, Kooperationen und Netzwerker“ sollen die Genussbotschafter bei ausgewählten Veranstaltungen für die „handwerklich erzeugten Produkte, veredelt von regionaler Gastronomie und präsentiert mit brandenburgischer Gastfreundlichkeit“ werben und zu einem Besuch in die Region locken. „Man muss sie als einen Wirtschaftsraum betrachten, der sich weiter entwickeln wird. Das macht uns stolz, stellt uns aber auch vor große Herausforderungen. Als Landkreis wollen wir die besten Voraussetzungen für diese Entwicklung schaffen“, sagte Blasig.

Braumanufaktur erweitert in Werder ihren Betrieb

Vor einer großen Herausforderung steht auch die Braumanufaktur von Jörg Kirchhoff und Thomas Köhler. Beide wollen in den Werderaner Havelauen eine größere Abfüllanlage für ihre Bio-Brauspezialitäten in Betrieb nehmen. „Unsere Produktion ist in den vergangenen Jahren jeweils um etwa 20 Prozent gestiegen. Unseren derzeitigen Standort können wir aber nicht erweitern, weil er städtebaulich im sogenannten Außenbereich und obendrein im Landschaftsschutzgebiet liegt, sagt Thomas Köhler.

Darum soll am Ende der Otto-Lilienthal-Straße in Werder auf einem rund 3600 Quadratmeter großen Grundstück eine 1200 Quadratmeter große Halle entstehen. Mit dem Baubeginn rechnen Kirchhoff und Köhler im April dieses Jahres. Dann könnten sie vielleicht im Herbst des Jahres beginnen, die Abfüllanlage aufzubauen. Die Strecke könnte im ersten Halbjahr 2019 in Betrieb gehen. Gebraut werden soll weiterhin im Forsthaus Templin. Das Bier wird anschließend mit einem Spezialtankfahrzeug durchschnittlich zweimal in der Woche nach Werder gebracht, wo etwa 8000 Flaschen in der Stunde abgefüllt werden können. Derzeit hat die Kapazität am bisherigen Standort mit der Hälfte der Anzahl ihre Grenze erreicht. Mehr als zwei Millionen Euro werden Halle und neue Anlage kosten, schätzt Köhler. Der alte Platz im Forsthaus Templin wird für die Erweiterung der Gastronomie gebraucht.

„Wir haben auch schon Anfragen, ob es in Werder ebenfalls wieder einen Fabrikverkauf mit Gastronomie geben wird. Doch das wissen wir noch nicht genau“, sagt Brau-Ingenieur Thomas Köhler.

Knapp 50 Bewerber in drei Kategorien

Am 19. Wettbewerb um den Marketingpreis 2018 hatten sich knapp 50 Bewerber in den drei Kategorien Ernährungswirtschaft, Direktvermarktung sowie Land- und Naturtourismus beteiligt.

Die Jury besteht aus Vertretern der Tourismusbranche, der Kreisverwaltungen und des Handels. Künftig soll auch ein Verbraucher in das Gremium aufgenommen werden.

Der Marketingpreis wird jeweils in der Mitte eines jeden Jahres ausgeschrieben. Bis zum November können Bewerber ihre neuen Kreationen, Produkte und Projekte einreichen. Die Jury trifft ihre Entscheidung im Dezember. Die Preisverleihung erfolgt traditionell auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Der Agrarbetrieb im Hohen Fläming hat unlängst erst zwei weitere Rapsöl-Kreationen auf den Markt gebracht. Ein Produkt veredelte er mit Chiliflocken beziehungsweise -schoten. Die andere Variante verfeinert er mit frischem Knoblauch oder Knoblauchscheiben.

Der Familienbetrieb von Christine und Dorothee Berger in Petzow baut auf etwa 150 Hektar Sanddorn an. Aus der Frucht werden bis zu 70 verschiedene Produkte hergestellt.

Von Heinz Helwig