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Potsdam-Mittelmark Mehr Sicherheit für Caputh
Lokales Potsdam-Mittelmark Mehr Sicherheit für Caputh
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12:13 26.02.2018
Carsten Post ist ein „echter Caputher“ und seit Mittwoch der zweite Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde Schwielowsee. Quelle: Victoria Barnack
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Caputh

Einstimmig wurde Carsten Post am Mittwochabend von den Gemeindevertretern in Schwielowsee zum neuen Sicherheitspartner ernannt. Seit mehreren Jahren suche man bereits nach Kandidaten, die sich diesem außergewöhnlichen Ehrenamt stellen, erklärte Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU). Zufall war es allerdings nicht, dass sich gerade der 52-jährige Carsten Post schließlich bewarb. Sein einziger Kollege im Amt als Sicherheitspartner ist sein Schwager Frank Krahnert. Und auch außerhalb der Familie hat Post Referenzen, die ihn besonders gut qualifizierten. „In der Firma, in der ich arbeite, bin ich seit mehreren Jahren ebenfalls Sicherheitsbeauftragter“, erzählt er.

Dabei bedarf es eigentlich gar keiner besonderen Voraussetzungen, um für eine Sicherheitspartnerschaft in der Gemeinde Schwielowsee in Frage zu kommen. Man solle lediglich „als sozial engagierter Einwohner in der Wahrnehmung der sogenannten Jedermanns-Rechte und der sozialen Verantwortung für die Gemeinschaft, unbewaffnet und ohne hoheitliche Befugnisse im Zusammenwirken mit anderen aktiv tätig werden“, hieß es in der Ausschreibung des Postens.

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Sozial engagiert und im Ort bekannt

Sozial engagiert ist Post allemal. Er sitzt im Vorstand des Kiez Inselparadieses in Petzow, hilft tat- wenn auch nicht stimmkräftig im Caputher Männerchor und ist Mitglied in der Berlin-Brandenburgerischen Lebenshilfe. „Außerdem bin ich ein echter Caputher“, sagt er. Post ging auf die POS „Albert Einstein“ und war beruflich mehrere Jahre in seinem Heimatort tätig. Weggezogen ist er nie. In seinen 52 Lebensjahren hat er die Entwicklung des Erholungsortes vor der eigenen Haustür erleben können.

Genau diese Entwicklung hatte die erneute Suche nach einem Sicherheitspartner in Caputh nötig gemacht. Bürgermeisterin Hoppe hatte im Zuge des Bewerbungsverfahrens darüber informiert, das „die Einbrüche in der letzten Zeit in den Gewerbebetrieben, insbesondere im Ortsteil Caputh, stark zugenommen haben“. Die Kriminalstatistik des Polizei-Reviers Werder, zu dem auch die Gemeinde Schwielowsee gehört, bestätigt das. Fast die Hälfte aller Straftaten im Jahr 2016 waren Diebstähle, besonders häufig von Fahrrädern, Pkw und darin befindlichen Wertgegenständen sowie Einbrüche in Läden, Gaststätten, Firmen und Büros. Auch die Zahl der Sachbeschädigungen ist angestiegen. Von den 508 in der Gemeinde verübten Straftaten fanden die meisten in Caputh statt.

Enge Zusammenarbeit mit Gemeinde und Polizei

Einem weiteren negativen Trend soll die Präsenz von Carsten Post künftig vorbeugen. Zu den Hauptaufgaben der Sicherheitspartner gehören Kontrollgänge im Ort. „Die Augen halte ich sowieso immer offen. Jeder sollte das tun“, sagt Post, der regelmäßig mit seinen zwei Hunden unterwegs ist und viele Caputher mit Namen kennt. Die Schwerpunkte seiner Tätigkeit werden nicht nur mit der Gemeinde abgesprochen, sondern auch mit der Polizei. Denn diese sollen die Sicherpartner unterstützen.

Räuber fangen darf und möchte Post allerdings nicht. Die Sicherheitspartner alarmieren als aufmerksame Nachbarn die Polizei oder die Behörden, wenn sie Gefahrenlagen erkennen, verdächtige Feststellungen machen oder Straftaten beobachten. So war es beispielsweise, als er vor ein paar Jahren eine verdächtige Aktion auf einer Baustelle bemerkte. „Wenn mitten in der Nacht ein großes Gerät von einer Baustelle weggeholt wird, kann doch etwas nicht stimmen“, erinnert er sich.

Damals rief er die Polizei und auch künftig soll die Zusammenarbeit ähnlich funktionieren. „Der schnelle Draht ist das wichtigste“, sagt er. Wenn die Kollegen in der Leitstelle den Anrufer zuordnen und bewerten können, ob seine Meldung echt ist, helfe das schon weiter. Die Arbeit und oft knappe Personallage der Polizisten kennt Carsten Post aus seinem privaten Umfeld. „Die haben wichtigere Aufgaben und können sich gar nicht um jede Kleinigkeiten kümmern“, sagt er.

Bürgermeisterin Kerstin Hoppe hofft nun, dass die Ernennung von Post eine Anregung für andere Bürger ist. „Vor allem in Geltow würden für uns über einen Sicherheitsbeauftragten freuen“, sagt sie.

Kommunale Kriminalitätsverhütung

1995 wurde der Erlass zum „Ausbau der Kommunalen Kriminalitätsverhütung (KKV) für die Sicherheit in den Städten und Gemeinden des Landes Brandenburg“ herausgegeben. Er bildet die Grundlage für mittlerweile über 460 ehrenamtliche Sicherheitspartner in 71 Partnerschaften.

Zum 1. Juni 2017 wurde dieser Erlass erneuert. Die Aufwandsentschädigung wurde von 25 auf 30 Euro im Monat angehoben. Künftig werden die Aktiven auf Wunsch mit wetterfesten Funktionsjacken ausgestattet. Auch die maximale Anzahl von Sicherheitspartnern pro Gemeinde entfällt.

Der Landespräventionspreis wird daher in diesem Jahr auch an Akteure der KVV verliehen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wurde bisher nur an beispielhafte Präventionsansätze und erfolgversprechende Strategien von Vereinen, Initiativen und Organisationen vergeben.

Von Victoria Barnack