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Potsdam-Mittelmark „Mein Bett wackelt“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Mein Bett wackelt“
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20:27 03.05.2013
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KLEINMACHNOW

. Dabei liegt das Schlafzimmer von ihm und seiner Frau nicht einmal zum viel befahrenen Thomas-Müntzer-Damm in Kleinmachnow hinaus, sondern zur hinteren Gartenseite.

„Morgens um 5 Uhr werden wir wach vom Lärm auf der Straße“, sagt Bittner. Um diese Zeit würden die ersten Lastwagen ihre Waren an Lebensmittelläden ausliefern. Der Verkehr vor seiner Haustür habe in den vergangenen Jahren extrem zugenommen, weil die Straße von vielen als Durchgangsweg nach Berlin genutzt wird. „Alle Nachbarn klagen über Lärm und Erschütterungen.“ 41 Anwohnern hatten deshalb in einem Schreiben vom Juni 2012 um Hilfe beim Landkreis gebeten. Darin forderten sie, dass künftig keine Kraftfahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen Last über die Straße fahren dürfen. Bislang sind dort maximal 30 Tonnen zugelassen.

Der Landkreis lehnte den Wunsch der Bewohner ab. Die Behörde hatte den Lärmpegel an der Straße prüfen lassen, mit dem Ergebnis, „dass die Normwerte nicht überschritten werden“. Der Thomas-Müntzer-Damm sei zudem „die einzige Ortsverbindungsstraße zwischen Kleinmachnow und Teltow“.

Diese Antwort wollen Anwohner wie Jochen Bittner nicht hinnehmen, zumal sich die Spuren der Verkehrsbelastung mittlerweile an den Fassaden ihrer Häuser widerspiegeln würden: tiefe Risse laufen wie Äderchen über den Putz. „Wir können dabei zusehen, wie die Fassaden reißen, dabei haben wir sie erst vor fünf Jahren neu verputzen lassen“, sagt Bittner.

Seine Nachbarin Petra Witte hat ähnliche Probleme. Sie lebt seit 1958 in ihrem Haus am Thomas-Müntzer-Damm. Im Laufe der Jahre habe der Lärm „extrem zugenommen“ und die Belastung verdreifacht. „Auf der Straße gilt Tempolimit 50, bloß es hält sich keiner dran“, sagt sie. Besonders im Sommer, wenn der Asphalt weich wird und schwere Bau- und Lieferfahrzeuge die Straße passieren, sei die Belastung so gewaltig, dass die Gläser in ihren Schränken klirren. In den Morgenstunden bebt sogar das Schlafzimmer. „Mein Bett wackelt.“ Hinzu kommen regelmäßige „Hupkonzerte“.

Die Lärmpegel-Messung des Kreises hält Bittner, der selber als Berufskraftfahrer arbeitet, für nicht repräsentativ. Von einer Mitarbeiterin der Gemeinde habe er gehört, dass die Verkehrzählung in der Urlaubszeit erfolgte, wo ohnehin weniger auf den Straßen los sei. Der Anteil von Lastkraftwagen liegt in seinen Augen bei zehn Prozent und nicht bei 3,4 Prozent wie der Kreis ermittelt hat. (Von Diana Bade)

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