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Potsdam-Mittelmark Einmal selbst erleben, was andere behindert
Lokales Potsdam-Mittelmark Einmal selbst erleben, was andere behindert
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17:56 06.05.2014
Menschen mit und ohne Handicaps fordern an einem Aktionstag in Bad Belzig mehr Gleichstellung. Quelle: C. Brandhorst
Bad Belzig

Einmal fühlen, was Menschen mit einer Behinderung jeden Tag erfahren. Lernen, mit welchen Hürden sie trotz des allgegenwärtigen Zauberwortes „Inklusion“ täglich zu kämpfen haben. Möglich war das am Dienstag auf dem Bad Belziger Marktplatz. Dort veranstalteten die Arbeiterwohlfahrt (Awo) und das Büro für Integration der Kreisverwaltung den Aktionstag für Gleichstellung und gegen Diskriminierung von Menschen mit Behinderung. Er stand unter dem Motto „Schon viel erreicht, noch viel mehr vor“.

Während sich der Marktplatz am Vormittag füllte, gab sich die lokale Politprominenz ein Stelldichein. Bürgermeisterin Hannelore Klabunde (parteilos) betonte, dass die neu sanierten, aber eben längst noch nicht alle Straßen der Kur- und Kreisstadt Barrierefreiheit gewährleisten würden. Auch seien noch nicht alle öffentlichen Räume für jedermann zu erreichen. Landrat Wolfgang Blasig (SPD) kündigte an, lieber etwas für die Förderschulen tun zu wollen, als ohnehin gute Kreisstraßen noch weiter auszubauen. Und Ludwig Burkardt (CDU), Mitglied in Kreis- und Landtag, forderte unverblümt den Bau einer neuen Sportstätte für die hiesige Förderschule „Am Grünen Grund“. „Inklusion ist ein Prozess, der Zeit braucht“, sagte Udo Zeller, Behindertenbeauftragter des Kreises.
Das bunte Treiben hatte da längst begonnen. Mit rockigen Klängen unterhielt die Band „Artgerecht“ aus Teltow das Publikum. In der selbst ernannten „Inklusionsband“ spielen Musiker mit und ohne Behinderung. Am Stand des Blinden- und Sehbehindertenverbandes konnten sich die Besucher mit Brillen in die Situation verschiedener Augenkrankheiten hineinversetzen. Auf einem Parcours hatten selbst kerngesunde Menschen Gelegenheit, einmal zu erfahren, wie schwierig es eigentlich ist, sich in einem Rollstuhl fortzubewegen. „Gar nicht so einfach“, fand der zehnjährige James Schröter, der in einem Rolli mehrere Runden über den Marktplatz drehte und mit einem Hublift sogar den Burgenbus der Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB) enterte. Das Beförderungsunternehmen hatte ihr neuestes Fahrzeug vorgefahren, um Rolli-Fahrer den Zustieg über den Lift üben zu lassen. „Unser Ziel ist es, dass auch der normale Linien- und Schulbusverkehr barrierefrei wird“, sagte VGB-Chef Hans-Jürgen Hennig. Der Betrieb habe begonnen, ältere Fahrzeuge nachzurüsten.

Lina Schneider (18) wagte sich am Infostand der Fliedner-Werkstätten in den „Aging-Anzug“, in dem die Probleme des Alterns am eigenen Körper erfahrbar wurden. „Man merkt schon einige Einschränkungen“, sagte sie. Helm und Kopfhörer schwächten das Seh- und Hörvermögen, Gewichte erschweren die Beweglichkeit. „Das Aufstehen ging ganz schön auf die Hüfte“, berichtete sie. Auf die Situation behinderter Menschen aufmerksam zu machen, sagt Udo Zeller, sei auch Ziel dieses Tages gewesen. Inklusion brauche eben Zeit.

Von Christoph Brandhorst

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