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Potsdam-Mittelmark SEK-Einsatz an der A10: Verwirrung um Identität des Täters
Lokales Potsdam-Mittelmark SEK-Einsatz an der A10: Verwirrung um Identität des Täters
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17:36 15.10.2019
Polizeieinsatzes an der Autobahn A10 in der Nacht zwischen den Anschlussstellen Ferch und Michendorf. Quelle: Julian Stähle
Michendorf

Spezialeinsatzkräfte der Polizei haben am Rastplatz Michendorf Süd an der Autobahn 10 einen Bewaffneten angeschossen und überwältigt. Mehrere Kugeln trafen nach MAZ-Informationen den jungen Mann. Er soll aber nicht lebensgefährlich verletzt sein.

Der Mann hatte nach Angaben des Polizeipräsidiums in Potsdam „mit einer Langwaffe im Anschlag“ lautstark gedroht, er beabsichtige, „viele Menschen zu töten“. Gegenüber Polizisten gab er an, unter seiner dicken Jacke einen Sprengstoffgürtel zu tragen. Mehrfach soll er auf Beamte und die nahe Wache der Autobahnpolizei Michendorf gezielt haben.

Wie das Polizeipräsidium Potsdam am frühen Dienstagmorgen mitteilte, schoss ein Spezialkommando der Polizei auf den Bewaffneten. Er kam in ein Krankenhaus.

Bei dem Zugriff verletzte der Mann einen Polizeihund mit einem Messer. Der Täter wurde am Dienstag operiert, zur Schwere seiner Verletzung machte das Präsidium offiziell keine Angaben. Polizeimitarbeiter „Bass“, ein belgischer Schäferhund, wurde notoperiert und befand sich am Nachmittag in einem stabilen Zustand.

Wegen eines Polizeieinsatzes ist die Autobahn A10 in der Nacht zwischen den Anschlussstellen Ferch und Michendorf in beide Fahrtrichtungen gesperrt worden. Quelle: Julian Stähle

Kein Hinweis auf Terror oder rechtsextremes Motiv

Völlig unklar war am Dienstag, wen die Polizei vor sich hat. Die ursprüngliche Einschätzung, es handele sich um einen 22 Jahre alten Märker, zog die Polizei am Nachmittag zurück. Zu den Motiven teilte eine Präsidiumssprecherin mit, es gebe nach jetzigem Stand keine Hinweise auf einen terroristischen oder rechtsextremistischen Hintergrund. Nach Informationen des Präsidiums hatte der Mann angedeutet, er werde sich von der Polizei erschießen lassen, was auf eine psychische Ausnahmesituation hindeuten könnte.

Wer ist der Verletzte?

Am Nachmittag zog die Polizei diese Zuordnung zurück. Nun ist völlig unklar, wer der Verletzte ist. Er hatte keine Papiere bei sich und spricht nicht, wie Polizisten berichten. Bei seinen Wortwechseln mit den Beamten in der Nacht soll kein Akzent zu vernehmen gewesen sein.

Der Polizeieinsatz glich einem Nervenkrieg und legte den Verkehr auf der A10 für einige Zeit lahm, da der Angreifer sich in unmittelbarer Nähe einer Tankstelle aufhielt. „Um die Gefährdung unbeteiligter Personen auszuschließen, musste die Autobahn in beiden Fahrtrichtungen zwischen den Anschlussstellen Ferch und Michendorf ab kurz vor Mitternacht voll gesperrt werden“, teilte das Präsidium mit.

Kurz vor 23 Uhr am Montagabend hatte ein Augenzeuge den Notruf gewählt und gemeldet, dass sich eine bewaffnete Person auf dem Rastplatz aufhält. Die erste Verkehrswarnmeldung wurde um 23.47 Uhr veröffentlicht. Kurz nach drei Uhr in der Nacht verhandelten Beamte des SEK immer noch mit dem Mann, der sich zu diesem Zeitpunkt im Freien befand und keine anderen Menschen in seiner Gewalt hatte.

Die Knarre war ein Fake

Um 4.10 Uhr erfolgte der Zugriff durch das SEK, wobei der Angreifer dem Polizeihund mehrere Stiche mit einem Messer beibrachte. Bei der Durchsuchung des Rucksacks des Mannes zeigte sich: Die Drohung mit dem Sprengstoff war ein Bluff gewesen. Auch seine vermeintliche Knarre war nur eine Attrappe – im Polizistendeutsch „Anscheinwaffe“ genannt.

Rastplatz weiter gesperrt

Erst kurz vor sechs Uhr wurde die Autobahn wieder für den Verkehr freigegeben. Auf den umliegenden Straßen kam es zu langen Staus – auch weit über die Dauer der Autobahnsperrung hinaus.

64 Menschen mussten von dem Rastplatz evakuiert und zur Rettungswache Belitz-Heilstätten gebracht werden. Betroffen war auch ein Bus mit Krebs-Patienten an Bord. Sie wurden von der Freiwilligen Feuerwehr versorgt.

Der Rastplatz Michendorf Süd blieb für die Dauer der kriminaltechnischen Ermittlungen in Fahrtrichtung Frankfurt (Oder) gesperrt.

Wegen eines Polizeieinsatzes ist die Autobahn A10 in der Nacht zwischen den Anschlussstellen Ferch und Michendorf in beide Fahrtrichtungen gesperrt worden. Am Abend war bekannt geworden, dass sich ein bewaffneter Mann auf dem Rastplatz Michendorf Süd aufhält. Quelle: Julian Stähle

Von Ulrich Wangemann

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