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Michendorf „Ach, ist der Rasen schön grün“
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf „Ach, ist der Rasen schön grün“
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15:12 04.05.2018
Die Volksbühne zeigt „Loriots gesammelte Werke“. Quelle: Volksbühne
Michendorf

Dass der gebürtige Brandenburger Vicco von Bühlow in seiner alten Heimat tatsächlich unvergessen ist, bewies das Publikum in der Volksbühne Michendorf jüngst nach der Premiere von „Loriots gesammelte Werke“ mit schier endlosen „Zugabe, Zugabe!“ Rufen.

Diese Begeisterung deutete sich bereits frühzeitig an, als sich zum Auftakt Tina Nicole Kaiser in die Fußstapfen von Evelyn Hamann begab und an Zungenbrechern einer englischen TV-Serien-Ansage wie North Cothelston Hall und Nether Addelthorbe abarbeitete. So fix das Publikum gewonnen war, zeigten sich bald auch die Schwächen dieser Inszenierung, bei der Phillip Lang Regie führte. In manchen Szenen stockte der Spielfluss oder litt gelegentlich wegen der unterschiedlichen darstellerischen Leistungen der Akteure. Es ist ja bekannt, wie endlos von Bülow probte und dafür Korrekturen an minimalsten Gesten und Tonlagen vornahm, bis die Abläufe perfektioniert waren. Etliche Sketche, wie der Dialog der beiden Männer auf der Rennbahn, hatten als Vorlage die bekannten Zeichentrickfilme mit den charakteristischen Loriot-Figuren. Dass diese Transformation ohne Einbußen gelang, gehörte zu den positiven Überraschungen dieses Abends.

Das wirklich komische Aufeinandertreffen zweier vornehmer älterer Männer im Adamskostüm in einer Hotelbadewanne, gehörte dann auch zu den Höhepunkten des Abends. Die Herren Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner sitzen bekanntlich anfangs in einer völlig trockenen Wanne und jeder, der den von Loriot gezeichneten Trickfilm jemals sah, weiß, dass sich die beiden nackten Männer auch noch erheben werden. Als dies dann geschah, tobten die Zuschauer, denn die beiden alterstypisch körperlich gebauten Herren Seffen und Kühn waren, als sie aufstanden, nur noch mit albernen Fetzen Tüll um die Lenden bekleidet. Eric Naumann, als ein weiterer verirrter Hotelgast aber bewies, dass sein junger nackter knackiger Männerpo auch im beschaulichen Michendorf sozusagen spielend Liebhaber findet.

Auch den Rennbahnsketch hat einst Loriot gezeichnet. Hartmut Kühn traf beim Duett mit Ulrich Seffen so sehr die legendäre Tonlage des naiven Rennbahntrottels, dass sein berühmtes „Ach, ist der Rasen schön grün“ fast unterging, weil ein Lachsalvenorkan schrillster Frauenstimmen durch den Saal fegte.

Unmittelbar danach brillierte Kühn mit einem Auftritt als politischer Mehrfachüberläufer und Sprechblasen-Redner im Bundestag. Kühns umjubeltes Solo bewies eindrucksvoll die Zeitgemäßheit dieses alten, aber hochaktuellen Loriot-Textes, den der Meister noch in seiner Originalvorlage inmitten der Szenerie des verblichenen Bonner Bundestages las. Oftmals setzte der Beifall der Michendorfer bereits ein, kaum dass das Licht auf der Bühne anging und der erste Satz verhallt war. Im Jodelsschulsketch reichte ein von der Klasse im Chor gesprochenes „Holleri-Didudeljö“ aus, um einen Begeisterungssturm auszulösen. Julenka Werkmeister, in der Rolle der emanzipationswilligen Frau Hoppenstedt, belegte nebenbei zweierlei: Zum einen natürlich die Lächerlichkeit eines Jodeldiploms, zum anderen zeigte sie, mit welch wachen Sinnen Vicco von Bühlow einst seine Mitmenschen betrachtete. Viel gebessert hat sich die Welt seit dem Tod des Meisters sicher nicht. Gelegentlich lustig ist sie aber weiterhin. Natürlich immer vorausgesetzt, man schaut und hört auch richtig hin.

Info: Weitere Vorstellungen: 4. und am 5. Mai, 19.30 Uhr, am 6. Mai, 17 Uhr, am 11. und 12. Mai jeweils 19.30 Uhr und am 13. Mai, 17 Uhr.

Von Lothar Krone

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