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Michendorf Wo Madame Verté und Prinz Albrecht stehen
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Wo Madame Verté und Prinz Albrecht stehen
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06:03 28.11.2019
Willkommen in der ersten Obstbaumallee des Vereins: Vereinschef Justus Mayser im Luchweg, wo 55 Apfel-, Birnen- und Kirschbäume gepflanzt wurden. Quelle: Jens Steglich
Langerwisch

Sie heißen Prinz Albrecht, Kassins Frühe, Roter Berlepsch, Madame Vertè oder einfach nur Regina. Auch Kaiser Wilhelm oder die Metzer Bratbirne stehen hier – am Luchweg, an der ersten Obstbaumallee, die Mitglieder des Vereins Langerwischer Obstgarten frisch angelegt haben. 55 Apfel-, Birnen- und Kirschbäume wurden gepflanzt. Sie sind Teil eines größeren Projektes. „Es soll ein Obstwanderweg für die Gemeinde entstehen, der über Obstbaumalleen und zu Streuobstwiesen führt“, sagt Vereinsvorsitzender Justus Mayser.

Die ersten Abschnitte gibt es schon oder stehen schon fest: Spaziergänger laufen durch die neue Obstbaumallee im Luchweg und entlang der alten Allee an der Bergholzer Straße zur Langerwischer Streuobstwiese am Priesterweg. Unweit von dort wird im März 2020 eine weitere Streuobstwiese am Priesterweg entstehen, von der aus es zur nächsten Station geht – zu einer Streuobstwiese an der Bundesstraße 2.

Ein Blick zu jungen Obstbäumen vor der Kulisse der Langerwischer Melior-Mühle. Die Bäume stehen auf der Wiese Marie. Quelle: Jens Steglich

Für die erste Allee mit 55 verschiedenen Obstbaumsorten am Luchweg hatte der Verein auch tatkräftige Unterstützung von Baumpaten, Spendern und von der Gemeinde bekommen. Viele Bäume der neuen Allee sind so genannte Ersatzpflanzungen, die laut kommunaler Baumschutzsatzung Grundstückseigentümer für Fällungen auf dem eigenen Areal vorzunehmen haben. Wer auf seinem Grundstück kein Platz hatte, konnte den Ersatz – vermittelt von der Gemeinde – zum Beispiel am Luchweg schaffen. Gepflanzt wurden dort Obstbäume mit hohem Kronenansatz, so Mayser. Schließlich sollen auch später noch, wenn die Bäume groß geworden sind, Lastwagen durchpassen.

Der Verein will ein fast verlorenes Landschaftsbild zurückholen

Den Verein Langerwischer Obstgarten gibt es seit Februar 2015. Seither versuchen die 20 Mitglieder zusammen mit Helfern und Baumpaten, ein fast verlorenes Landschaftsbild zurückzuholen. Sie wollen Streuobstwiesen, Obstgärten und Obstbaumalleen neu anlegen oder alte reaktivieren, um den Obstbau wieder sicht- und erlebbar zu machen. Etwa 300 Obstbäume sind in Regie des Vereins gepflanzt worden. Entstanden sind bereits drei Streuobstwiesen, ein Obstgarten und jetzt die erste Obstbaumallee.

In zehn bis 15 Jahren sind die Bäume groß und werden im Jahr jeweils 50 bis 100 Kilogramm Obst tragen, schätzt Mayser. Aus den Obstbaum-Freunden werden spätestens dann neue, regionale Obstproduzenten. Die Weichen für die Zeit, wenn die Bäume Früchte tragen, werden bereits gestellt. „Die ganze Verwertung des Obstes muss dann professionell durchgeführt werden“, sagt Mayser. Er hat mit seiner Frau dafür eine Firma gegründet, die Maysers Obstgarten GbR. Der Betrieb und der Verein haben bereits eine Kooperationsvereinbarung miteinander abgeschlossen.

In Wildenbruch soll ein Obsthof entstehen

In Regie der Firma soll ein Obsthof entstehen. Der Standort steht auch schon fest – gebaut wird der Obsthof in Wildenbruch in der Gartenstraße. „Wir haben das Grundstück bereits erworben“, sagt Mayser. Bis Ende des Jahres soll der Bauantrag gestellt werden. „Wir hoffen, dass wir im Sommer 2020 loslegen können.“ Geplant ist, auf dem Grundstück das vorhandene Gebäude umzubauen und eine Scheune zu errichten, die mit dem Haus baulich verbunden sein soll. Auf dem Obsthof in Wildenbruch sollen dann die Gerätschaften und der Trecker des Vereins genauso wie die Saftpresse und Wassertanks für die Bewässerung der Bäume Platz finden.

Für die Streuobstwiese Marie am Luchweg hat Bildhauer Ulrich Kittelmann eine Holzskulptur geschaffen, die er „Durchblick“ nannte. Quelle: Jens Steglich

Auch Kühlzellen fürs Obst wird es geben und einen Veranstaltungsraum, in dem der Verein zum Beispiel Kurse zum Obstbaumschnitt oder zur Veredelung der Früchte anbieten kann. „Wir werden auch eine Hygiene-Küche bauen. Wenn man Getränke herstellen und verkaufen will, muss man sich an gesetzliche Standards halten“, so Mayser. Die Äpfel, Birnen oder Kirschen von den Streuobstwiesen sollen zum Beispiel zu Säften, Marmeladen und alkoholischen Getränken veredelt werden. „Wir wollen regionale Produkte für Läden in der Region herstellen und auch die Gastronomie ansprechen und beliefern“, sagt Mayser. Aus dem Verkauf soll eine Finanzierungsquelle für neue Obstbaum-Projekte werden. So kann dann Obst etwa von der Wiese Marie dazu beitragen, dass sich die Zahl der Streuobstwiesen weiter vermehrt. Warum aber heißt die Wiese Marie? „Wir machen es wie die Franzosen. Alle Dinge, die sie lieben, benennen sie nach Frauen“, sagt Mayser. Der Langerwischer hat eine Zeit lang in Paris gelebt.

Obstwiese mit einem Durchblick

An einigen Stellen sind die ersten Abschnitte des Obstwanderwegs mit dem Michendorfer Kunstwanderweg verknüpft – zum Beispiel an der Wiese Marie, die an der Gabelung zwischen Bergholzer Straße und Luchweg entstanden ist.

Dort steht neben den Obstbäumen auch die Holzskulptur von Ulrich Kittelmann, der sein Werk „Durchblick“ genannt hat. An zwei Stellen kann der Betrachter durch die Skulptur schauen und einen Blick auf die Streuobstwiese mit der Langerwischer Mühle im Hintergrund werfen.

Von Jens Steglich

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