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Michendorf „Fünf vor Zwölf“: Demo für Bau des Radwegs
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf „Fünf vor Zwölf“: Demo für Bau des Radwegs
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20:01 28.08.2019
Für Radfahrer kreuzgefährlich: An der L 77 zwischen Saarmund und Langerwisch wird ein Radweg dringend gebraucht. Quelle: Jens Steglich
Michendorf

Mit einer Fahrraddemo sollen am Freitag alle Beteiligten „wachgeklingelt“ werden, um das drohende Aus für den Bau des Radwegs an der Landesstraße 77 abzuwenden. Der Radweg soll die Gemeinden Nuthetal und Michendorf miteinander verbinden. Organisiert wird die Demonstration vom Michendorfer Ortsverband der Grünen. Auch Langerwischs Ortsvorsteher Wolfgang Kroll (FBL/UWG) und der Ortsbeirat wollen Leute für die Fahrraddemo mobilisieren.

„Es ist eine der gefährlichsten Straßen für Radfahrer, weil es auch eine Umleitungsstrecke für den Autobahnverkehr ist. Wir wollen alle Beteiligten aufrufen, diese Chance auf Fördermittel für den Bau des Radwegs nicht zu verspielen“, sagte Demo-Mitorganisator Günther Schiemann (Grüne). „Es ist fünf vor Zwölf“, so Schiemann. Wie berichtet, hat der Landesstraßenbetrieb, der den Radweg an der L 77 mit EU-Fördermitteln bauen will, ein letztes Zeitlimit bis Ende November gesetzt, um ein Entwässerungsproblem zwischen Saarmund und Langerwisch zu lösen. Ohne Lösung des Problems kann der Radweg nicht gebaut werden, hatte Frank Schmidt vom Landesstraßenbetrieb mehrfach klargestellt.

Das Zeitfenster wird immer enger

Das Zeitfenster wird immer enger, weil die etwa 500 000 Euro Fördermittel für den Radweg 2020 eingesetzt werden müssen. Die nötigen Baumfällungen können aber nur außerhalb der Vegetationsperiode im kommenden Winter durchgeführt werden. „Wir bereiten die Baumfällungen vor. Aber wir können sie erst ausschreiben, wenn ein funktionierender Plan zur Lösung des Entwässerungsproblems vorliegt und die klare Aussage, dass er umgesetzt wird“, sagte Schmidt, der hinzufügte: „Es wird seit Monaten geredet, eine konkrete Planung ist bis heute nicht beauftragt. Ich kann die Raddemo nur unterstützen. Der Radweg ist notwendig“, so Schmidt.

Gefährdet ist der Bau, weil bei Langerwisch jahrelang vom oberhalb der L 77 liegenden Gewerbestandort ungeregelt Regen in Richtung Straße entwässert wurde. Der Baugrund dort wird bei Regen zum Sumpfgebiet. Der Plan, wie das Problem gelöst werden kann, liegt seit einiger Zeit auf dem Tisch. Die praktische Umsetzung ist indes blockiert. Die Gemeinde, die versuchte, zu vermitteln, und der Blumengroßmarkt Landgard hatten sich auf ein Konzept verständigt. Es sieht ein Regenrückhaltebecken vor. Im Becken soll das Regenwasser, das auf dem Grundstück des Blumengroßmarktes anfällt, gesammelt werden. Ist es voll, soll das überschüssige Wasser über eine Rohrleitung in den Mittelgraben auf der anderen Straßenseite eingeleitet werden. Um das Rohr verlegen zu können, müssen sich Landgard und der Pächter oder Eigentümer der gegenüberliegenden Fläche noch einigen. Ein Gestattungsvertrag ist aber bislang nicht zustande gekommen.

Landgard wartet auf die Gestattung der Rohrverlegung

„Landgard ist natürlich bereit, die notwendige Leitung zur Entwässerung herzustellen. Die Finanzmittel sind dafür bereitgestellt. Aber es gibt hier ungeklärte Fragestellungen, insbesondere hinsichtlich der Nutzung des Grundstücks zwischen Straße und Mittelgraben“, teilte der Blumengroßmarkt auf Anfrage mit. Nach eigenen Angaben wartet Landgard auf eine Gestattung zur Verlegung der Leitung. „Die Gestattung liegt bislang noch nicht einmal für die Erkundung des Geländes durch den Planer vor“, hieß es weiter. Und: „Unsere Möglichkeiten sind hier begrenzt. Wir würden es sehr begrüßen, wenn sich die Gemeinde jetzt einschaltet, um vermittelnd auf den Pächter beziehungsweise Eigentümer der Fläche einzuwirken“, teilte Landgard mit.

Demo-Mitorganisator Schiemann schlägt vor, das 50 bis 100 Meter lange Stück bei Langerwisch beim Radwegbau zunächst auszusparen und Radfahrer mit einem Radstreifen auf der Straße am Sumpfgebiet vorbeizuführen, bis das Problem gelöst ist. „Das geht nicht, weil es ein einseitiger Radweg ist und die Radfahrer aus Saarmund in Richtung Langerwisch dann in den Gegenverkehr hineinfahren würden“, sagte Frank Schmidt vom Landesstraßenbetrieb. „Es würde dort ein Unfallschwerpunkt entstehen“, sagte er.

Die genehmigte Fahrraddemo startet am Freitag, 16 Uhr, in Langerwisch an der Kreuzung Straße des Friedens/Ecke Wildenbrucher Straße. 16.15 Uhr ist an der Strecke unterhalb des Blumengroßmarkts eine Kundgebung geplant.

Von Jens Steglich

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