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Michendorf Es ist wieder da – das Ekel Alfred
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17:46 18.04.2019
Ekel Alfred auf der Bühne in der Volksbühne Michendorf Quelle: Stageworkers
Michendorf

Christian A. Schnell und Steffen Löser, die Chefs der Volksbühne Michendorf, sind keine Weicheier. Sie stürzten sich in das Wagnis, die vom großartigen Wolfgang Menge geschriebene TV-Kultserie „Ein Herz und eine Seele“ mit dem unvergessenen Heinz Schubert als Alfred Tetzlaff zu inszenieren. So ziemlich jeder im Publikum dürfte die Geschichten um Ekel Alfred kennen – Vergleiche mit dem Original waren unvermeidbar. Die Befürchtung, der Bühnenfassung der TV-Folgen „Massage“ und „Besuch aus der Ostzone“ könnte das Interesse versagt bleiben, erwies sich als unbegründet.

Kein Stuhl blieb unbesetzt

Zur Premiere am Wochenende blieb kein Stuhl unbesetzt. Als der Vorhang den Blick auf Familie Tetzlaff in einer gruseligen Kleinbürgermöblierung der 1970er Jahre (Bühne Martin Riedl) freigab, startete die Zeitreise. Das Déjà-vu aber war erst komplett, als der Frühstückstisch-Disput von Mutter Else (Tina-Nicole Kaiser) mit Tochter Rita (Julenka Werkmeister) und Schwiegersohn Michael (Eric Naumann) jäh unterbrochen wurde und eine leibhaftigen Reinkarnation von Alfred Tetzlaff (Hartmut Guy) laut zeternd auf die Bühne stolperte. Regisseur Schnell, der die Episode „Massage“ inszenierte, legte dem Ekel im Alfred keine Zügel an. Es tyrannisierte seine Familie völlig ungebremst, so dass dem Publikum bei manchen Sprüchen das Erstaunen darüber anzumerken war, was auf der Bühne alles auszusprechen möglich ist.

Da Guy von Optik, Statur und Stimmlage ohnehin als verschollener Zwillingsbruder Alfreds durchgegangen wäre, hatten es die Mitspieler schwer, sich einprägsam gegen den polternden Senioren-Irrwisch zu behaupten. Als Arzt und Masseurin in der ersten Episode und später als die „Zoneneltern“ von Alfreds Schwiegersohn Michael nahmen Hartmut Kuhn und Monika Disse ihre Rollen als „Wasserträger“ von Ekel Alfred aber genauso demütig engagiert an, wie die Darsteller der arg schikanierten Sippe.

Solidarisierung mit dem Besuch aus der Ostzone

So strahlte auch nach der Pause beim von Löser inszenierten „Besuch aus der Ostzone“ vor allem das Ekel-Alfred-Zentralgestirn im Familienkosmos. Das Publikum solidarisierte sich mit dem von Ekel Alfred arg attackierten und einer kommunistischen Gesinnung bezichtigten Ehepaars aus der Ostzone. Überhaupt schien die Zeit stehengeblieben. Menges über 40 Jahre alte Texte und Gags funktionierten noch immer. Alte Ost-West-Ressentiments schillerten in giftigsten Farben. Können Ostfußballer überhaupt richtig Fußball spielen? Lebte Goethe in Frankfurt am Main oder etwa auch im Goethehaus in Weimar? Als Ekel Alfred am Schluss über die Zonenverwandtschaft zeterte: „Mit solchen Leuten soll man friedlich zusammenleben. Kann mir mal einer sagen wie?“, wurde immerhin herzlich gelacht. Die heftig beklatschte Neuauflage von „Ein Herz und eine Seele“ belegte ganz nebenbei die Aktualität nicht nur dieser Kontroversen.

Termine: Ostersonntag, Ostermontag jeweils 17 Uhr; 27. April um 19.30 Uhr, 28. April um 17 Uhr. Weitere Vorstellungen auch im Mai. Tickets unter Telefon 033205/26 81 88.

Von Lothar Krone

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