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Michendorf Erweiterung des Friedhofes beginnt
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Erweiterung des Friedhofes beginnt
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12:55 31.07.2019
Baustart: Hier entsteht der neue Parkplatz für den Friedhof. Quelle: Jens Steglich
Wilhelmshorst

Der evangelische Friedhof in Wilhelmshorst soll größer und schöner werden und künftig auch Platz für alternative Begräbnisformen wie Baumbestattungen bieten. Die Arbeiten zur Erweiterung und Umgestaltung haben am Dienstag begonnen. „Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Pfarrerin Juliane Rumpel. Vorausgegangen waren jahrelange Abstimmungsprozesse zwischen Kirchengemeinde und Kommune und innerhalb der Kirche. Die Pfarrerin sprach aber von einer ausgesprochen guten Zusammenarbeit, „die zwischen Kirchengemeinde und Kommune gelungen ist und für die wir sehr dankbar sind“.

Die Gemeinde Michendorf führt die Bauarbeiten in ihrer Regie durch und stellt auch ein kommunales Grundstück in Nachbarschaft des Friedhofes für die Erweiterung zur Verfügung. Nach der Fertigstellung übergibt sie den erweiterten Friedhof wieder an die Kirchengemeinde Langerwisch-Wilhelmshorst, die Betreiberin der Begräbnisstätte. Das eingebrachte Grundstück der Kommune wird für einen symbolischen Euro an die Kirchengemeinde verpachtet, sagte Bauamtsleiter Christopher Gerhardt. Im Haushalt der Gemeinde sind 215 000 Euro für die Friedhofserweiterung vorgesehen.

Die Kapelle bleibt das Zentrum Friedhofes, der an seiner Nordseite erweitert wird. Quelle: Jens Steglich

Die gut 3350 Quadratmeter, die der Friedhof an Größe gewinnt, werden dafür genutzt, zwei neue Urnenfelder in Rondellform anzulegen und künftig erstmals auch Baumbestattungen zu ermöglichen. Zudem werden geschwungene Wege geschaffen und Wegeverbindungen zwischen dem alten Friedhof und dem Erweiterungsareal. Erstmals bekommt der Friedhof einen eigenen Parkplatz, der in halbrunder Form an der Peter-Huchel-Chaussee entsteht.

Gemeinde forstet an anderer Stelle Flächen wieder auf

Notwendige Fällungen wurden bereits Anfang dieses Jahres vor Beginn der Vegetationsperiode vorgenommen, sagte Gerhardt. Das bewaldete Grundstück, das die Gemeinde Michendorf einbringt, behält aber seinen Waldcharakter. Für die Friedhofserweiterung hatte die Gemeinde ihren Flächennutzungsplan geändert. Das kommunale Grundstück war vorher in dem Plan als Wald ausgewiesen. Weil das Areal diesen Status verloren hat, muss die Kommune für das gesamte Waldstück einen Ausgleich vornehmen, obwohl die ausgegliederte Fläche ihren Waldcharakter behält.

„Wir werden also wesentlich mehr Bäume nachpflanzen, als gefällt worden sind“, sagte der Bauamtsleiter. So wird Michendorf für das eigene Areal in Wilhelmshorst in Abstimmung mit den Forstämtern Flächen bei Holbeck und Woltersdorf wiederaufforsten. Diese Wiederaufforstung soll laut Gerhardt dem Waldumbau dienen, bei dem Mischwälder entstehen. Er geht davon aus, dass ein Großteil der Friedhofserweiterung dieses Jahr abgeschlossen wird und allenfalls Restarbeiten 2020 erfolgen.

Erinnerungsort soll an besondere Menschen erinnern

„Es geht eigentlich darum, dass ein Friedhof ein guter, ein schöner Ort sein soll – im Sinne eines öffentlichen Raumes, der begehbar und gestaltbar ist“, sagte Pfarrerin Juliane Rumpel. „Die Idee der Erweiterung ist, dass wir gern den Waldcharakter auf dem Friedhof haben und bewahren wollen“, sagte sie. Und: „Wenn man ein Leben lang unter Bäumen gelebt hat, dann ist es doch auch schön, wenn man sich unter Bäumen bestatten lassen kann.“ Wilhelmshorst trägt den Titel Waldgemeinde, eine Bestattung unter Bäumen war bislang aber nicht möglich. Friedhofsverwalterin Charlotte Starken war schon öfter nach der alternativen Begräbnisform gefragt worden.

Im Kooperationsvertrag, den Kirchengemeinde und Kommune abgeschlossen haben, ist auch vereinbart, dass weiterhin alle Wilhelmshorster – auch jene, die nicht kirchlich gebunden sind – auf dem evangelischen Friedhof ihre letzte Ruhe finden können. Geplant ist zudem ein Erinnerungsort „für Menschen, die besonders in Erinnerung sind und für erhaltenswerte Grabsteine, damit sie einen Platz haben, wo sie bleiben können, wenn Gräber aufgelöst werden“, so Juliane Rumpel.

Prominente auf dem Wilhelmshorster Friedhof

Der Friedhof wurde 1926 geweiht, die Kapelle entstand 1932.

Auf dem Friedhof hat unter anderem Carl Steinhoff (1892–1981) seine letzte Ruhe gefunden. Er war von 1946 bis 1949 erster Ministerpräsident Brandenburgs.

Beigesetzt wurde auf dem Wilhelmshorster Friedhof auch Edlef Köppen (1893–1939), Autor des Anti-Kriegsromans „Heeresbericht“. Er starb 1939 an den Spätfolgen der seelischen und körperlichen Verletzungen, die er im Ersten Weltkrieg erlitten hatte.

Künftig wird es auf dem Friedhof auch einen Erinnerungsort geben – für Menschen, die besonders in Erinnerung sind und für besondere Grabsteine. Er soll am kleinen Eingangstor entstehen, das daher wegfällt. Künftig wird es ein Haupteingangstor geben.

Von Jens Steglich

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