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Michendorf Investor will früheres Telekom-Gelände entwickeln
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Investor will früheres Telekom-Gelände entwickeln
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20:17 13.06.2019
Blick aus Richtung Michendorf: Das Gelände liegt links neben dem Telekom-Turm. Die Fläche oberhalb des Turms gehört weiter der Telekom. Quelle: Lutz Hannemann
Michendorf

Auf einem Teil des bisherigen Telekom-Geländes in einem Wald bei Michendorf könnten ein Gewerbe- oder Wohngebiet entstehen. Das Areal am Ende der Flottsteller Straße hat einen neuen Eigentümer, der es entwickeln will. Es geht um eine Fläche, die südlich und ein kleiner Teil westlich des Geländes liegen, auf dem die Telekom ausrangierte Telefonhäuschen lagert. Der Abschnitt, auf dem die Telefonzellen stehen, gehört aber weiterhin der Telekom.

Was auf der Nachbarfläche entsteht, hängt maßgeblich davon ab, wie die neuen Gemeindevertreter sich zum Vorhaben positionieren. Gekauft hat das Areal die Berliner Firma Guels Immobilien, die beide Optionen – Gewerbe und Wohnen – ins Spiel bringt. Im letzten Bauausschuss der vergangenen Wahlperiode gab es eine Tendenzabstimmung, bei der eine Mehrheit sich für ruhiges Gewerbe und gegen ein Wohngebiet aussprach. „Dem Investor ist aber gesagt worden, dass sich die neue Gemeindevertretung auch anders entscheiden kann“, sagte Bauamtsleiter Christopher Gerhardt.

Ohne Segen der Gemeinde ist das Vorhaben nicht umsetzbar

Der Investor soll nun zunächst ein Konzept erarbeiten und dieses im Bauausschuss vorstellen. Eine der Maßgaben, die er beachten soll, ist die Forderung, die Flottsteller Straße nicht zusätzlich mit Verkehr zu belasten. Das eingezäunte und teilweise bewaldete Gelände ist im Flächennutzungsplan der Kommune als Sonderbaufläche „Tele“ ausgewiesen. Um ein Gewerbe- oder Wohngebiet errichten zu können, müsste der kommunale Flächenplan geändert und ein Bebauungsplan erarbeitet werden. Ohne den Segen der Gemeinde ist das Vorhaben also nicht umsetzbar. „Die Gemeindevertreter können frei entscheiden, was dort passiert. Wir stehen hier aber noch ganz am Anfang“, sagte Gerhardt. Für ihn ist es keine Ja-oder-Nein-Entscheidung: „Wenn man will, kann man zwischen verschiedenen Abstufungen der Bebauung entscheiden und in einem B-Planverfahren Einfluss nehmen, wie viel Fläche bebaut und wie viel der Natur zurückgegeben wird.“

Allerdings befindet sich das Gelände in sensiblem Gebiet. Gegen das Vorhaben formiert sich bereits Widerstand. „Teile der Fläche sind ein geschütztes Biotop mit Sandtrockenrasen und der gesamte Bereich liegt im Landschaftsschutzgebiet“, sagte Rüdiger Herzog, Mitglied der Naturfreunde, einem anerkannten Naturschutzverband. „Die Frage ist nicht, ob Wohn- oder Gewerbegebiet dort entstehen. Die eigentliche Frage ist, es einfach mal sein lassen“, sagte der Michendorfer. Das Gelände sei eine Altlast aus DDR-Zeiten. „Ich bin der Meinung, dass man weder ein Wohn- noch ein Gewerbegebiet mitten in einem Wald und in einem Landschaftsschutzgebiet zulassen sollte“, so Herzog, der hinzufügte: „Wir brauchen stabile, gesunde Wälder und keine, die durchlöchert sind wie Schweizer Käse.“

Problematisch ist die Erschließung des Geländes

Problematisch findet Herzog auch die Erschließung des Geländes. „Im Gespräch ist eine Straßenanbindung an die Caputher Chaussee. Dafür müssten ein Haufen Bäume fallen“, sagte er. Benötigt würde dafür eine Waldumwandlungsgenehmigung. Herzog erinnert an den Kampf um den Bau der Michendorfer Ortsumgehung. „Die Westvariante ist damals zu den Akten gelegt worden, weil man genau diesen Wald nicht zerschneiden wollte.“ Er plädiert dafür, die Fläche zu renaturieren und für Ausgleichsmaßnahmen zum Beispiel für den Autobahnausbau zu nutzen. „Der Investor könnte ökologischen Waldumbau betreiben und sich das mit gutem Geld vom Bund für die besagten Ausgleichmaßnahmen finanzieren lassen“, sagte Herzog. Bauamtsleiter Christopher Gerhardt hält zwar eine Vereinbarung mit dem Eigentümer für denkbar, dort Ausgleichsmaßnahmen vorzunehmen. „Eine Renaturierung im Sinne einer Aufforstung als Wald wird ohne Vereinbarung mit dem Investor und möglichen Entschädigungszahlungen schwer möglich sein“, sagte er.

Von Jens Steglich

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