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Michendorf Kreis baut Gymnasium Michendorf für 4,7 Millionen Euro aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Michendorf Kreis baut Gymnasium Michendorf für 4,7 Millionen Euro aus
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20:13 26.06.2019
So soll der künftige Anbau an das Wolkenberg-Gymnasium in Michendorf nach den Entwürfen des Hamburger Architektenbüros einmal aussehen. Quelle: GKKK Architekten
Michendorf

Rund 4,7 Millionen Euro will der Landkreis Potsdam-Mittelmark in das Wolkenberg-Gymnasium in Michendorf investieren. Gebaut werden soll ein neuer, viergeschossiger Anbau, in dem auch ein größerer Speisesaal als bisher und erstmals eine Aula Platz finden sollen.

Dafür hatte die Kreisverwaltung einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben, dessen Preisträger am Dienstagabend im Gymnasium öffentlich vorgestellt wurde. 14 Architektenbüros hatten ihre Vorschläge eingereicht. „Für die hohe Qualität spricht der außergewöhnliche Umstand, dass sämtliche Arbeiten in die zweite Wertungsrunde vorgedrungen sind“, sagt Christian Keller, Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer.

Schulleiter wünscht sich funktionalen Bau

Christian Stein (CDU), Erster Beigeordneter des Landkreises Potsdam-Mittelmark, lobte die „sehr vielen interessanten Ideen und Entwürfe“, auch wenn „wir es mit unseren Anforderungen den Teilnehmern sicher nicht leicht gemacht haben“. Henrik Reinkensmeier, Leiter des Wolkenberg-Gymnasiums, hofft, dass das neue Gebäude „zweckmäßig und nachhaltig gebaut und funktionieren wird“. Als Beispiel nannte er die Sporthalle, die 2008 errichtet worden war. „Wir sind als Schule nicht scharf auf Schmuck am Nachthemd“, sagt er.

Architekt Daniel Kinz erklärt den Entwurf für den Anbau des Gymnasiums Michendorf. Quelle: Linus Hoeller

Den hatte das Büro der Gössler Kinz Kerber Kreienbaum (GKKK) Architekten BDA aus Hamburg, das letztendlich den Zuschlag für die weiteren Planungen bekam, mit seiner Idee für den Schulanbau wohl auch nicht im Sinn. Das Wolkenberg-Gymnasium sei das größte Gebäude in der Gemeinde, dennoch wolle man mit dem neuen Anbau nicht zu sehr in Kontrast mit der übrigen Bebauung stehen, sagte Architekt Daniel Kinz. Deshalb habe man einen „differenziert gestalteten Kubus“ entworfen.

Zwei Etagen vorn, vier hinten

Zur Straße hin wird das Gebäude nur zwei Stockwerke hoch sein. Die Mensa werde im Erd- und die Aula im ersten Obergeschoss untergebracht. Dahinter wird das Haus vierstöckig – dort sollen die Fachräume sowie vier Unterrichtsräume zu finden sein. Das Flachdach des Gebäudes soll begrünt werden, auch stand die Überlegung im Raum, das Dach des zweigeschossigen Teils des Gebäudes für die Schüler begehbar zu machen. „Normalerweise wird man aus Sicherheitsgründen sogar explizit gebeten, so etwas nicht in einem Entwurf für eine Schule einzubeziehen“, räumte Kinz ein.

Sicherheitsbedenken waren auch bei den Entwürfen der anderen Wettbewerbsteilnehmer ausschlaggebend. Der zweitplatzierte Vorschlag etwa hatte Balkone und hätte dazu eingeladen, dass sich Schüler auf jeder Seite des Gebäudes aufhalten würden – das aber hätte die Beaufsichtigung in den Pausen sehr kompliziert gestaltet.

Altes Schulgebäude Typ „Erfurt“

Neben Sicherheit und Funktionalität war bei dem Wettbewerb selbstverständlich auch das Aussehen des neuen Gebäudes von großer Bedeutung. Der Anbau mit seinen klar definierten Ecken und seinem verputzten Äußeren passt zu dem alten Schulgebäude, welches ein DDR-Schulgebäude des Typs „Erfurt“ ist, das in den 2000er Jahren saniert wurde. Gleichzeitig hebt es sich aber dennoch deutlich erkennbar als etwas Neues vom Rest der Schule ab. Wert wurde auch darauf gelegt, dass der Neubau eine offene und einladende Atmosphäre ausstrahlt. Eingänge auf der Nord- sowie der Südseite und die offene Konzipierung des Speisesaals tragen dazu bei.

Mehr Platz für Schulklassen

Schulträger des Wolkenberg-Gymnasiums in Michendorf ist seit dem Jahr 2000 der Landkreis Potsdam-Mittelmark.  

Fast 650 Schüler lernen, in 24 Klassen zahlreiche Schulfächer von Sprachen wie Spanisch, Französisch und Latein über Naturwissenschaften bis hin zu Musik und Darstellendes Spiel. Etwa 50 Pädagogen unterrichten an der Schule.  

Weitere Informationen zum Wolkenberg-Gymnasium findet man unter http://www.wolkenberg-gymnasium.de.

Die Erweiterung des Gymnasiums wird am ehemaligen Standort der alten Sporthalle, also im Westen des Schulareals, stattfinden. Die Entwurfsplanung soll schon im Herbst dieses Jahres beginnen. Gebaut werden soll ab Anfang 2021. Der Landkreis rechnet damit, dass das neue Haus dann 2022 fertiggestellt ist, so Michael Schlecht vom Fachdienst Schul- und Gebäudemanagement.

Schulleiter Reinkensmeier freut sich schon auf die kommende Baustelle: „Bauen ist eine Leidenschaft von mir“, gibt er zu. Er hofft, es komme nicht zum „Flughafen-Berlin-Brandenburg-Effekt“ und „dass ich die Fertigstellung noch erlebe, bevor ich in Rente bin.“

Von Linus Höller

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